Wann ist ein Wein eigentlich ein guter Wein?

cropped-5728873197_877e97a6ba_b.jpg

Guter Wein – die Fachjury muss es wissen?!

Fragen wir die DLG, so wird die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft uns ganz sicher sagen, dass wir nur einen Blick in Ihre Prämierungen werfen müssen und schon haben wir eine ganze Liste erstklassiger Weine. Schauen wir im Eichelmann, werden wir wieder einige Weine finden, die wir getrost mit sehr gut betiteln können und auch im Gault Millau Weinguide gibt es zahlreiche Weine, die von ambitionierten Weinjournalisten als gut befunden wurden. Doch ist das schon des Rätsels Lösung? So einfach gebe ich mich da auf jeden Fall nicht mit zufrieden …

Qualitätskriterien helfen weiter

Da stellt sich mir die Frage, ob wir uns wirklich vorschreiben lassen möchten, welcher Wein gut ist und welcher eben nicht? Müssen wir Weinliebhaber uns blind auf die Meinung der Fachleute verlassen? Nein, müssen wir natürlich nicht. Und zum Glück gibt es da ja auch noch ein paar Qualitätskriterien, die einen wirklich guten Wein auszeichnen.

Gehen wir nun nach den Qualitätsstufen, so müssten wir also davon ausgehen, dass – zumindest in Deutschland – ein Qualitätswein besser ist als ein Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete, und dieser wiederum besser als ein Landwein. Am Ende steht der Tafelwein und die Krone der (Wein-)Schöpfung bilden dann die Prädikatsweine. Ziehen wir jetzt noch ein paar weitere Qualitätskriterien hinzu, vergleichen vielleicht noch ein bisschen mit den gewonnen Preisen, schauen, was Gault Millau und Eichelmann dazu zu sagen haben und schön müssten wir sie gefunden haben: Die guten Weine. Und gehen wir nach diesem Prinzip weiter vor, so finden wir ganz sicher auch den König der Weine. Sozusagen den Besten, der Besten.

Alles Geschmackssache

Das würde nun also ganz klar heißen, dass ein Prädikatswein immer ein besserer Wein ist, als ein Qualitätswein. Stimmt das denn so? Möchten oder können wir denn überhaupt so vorgehen?

Meine Meinung dazu ist ein klares „Nein!“. Denn ein guter Wein ist für mich nicht der Wein, der die meisten Preise gewonnen hat, sondern der Wein, der mir am besten schmeckt. Was nützt es mir denn, wenn andere den Rebensaft für „Gut“ befunden haben, er sämtlichen Qualitätsstandards problemlos das Wasser reichen kann, meinen Geschmack aber so gar nicht trifft? Ganz einfach: Nichts!

Es liegt also bei jedem selbst, gute Weine zu finden. Ist ja schließlich immer noch alles eine Frage des Geschmacks. Dabei möchte ich aber überhaupt nicht sagen, dass die zuvor genannten Fachmänner und –frauen nicht eine wunderbare Hilfestellung bei der Wahl des Lieblingsweins sein können. Im Gegenteil, es kann auch äußerst interessant sein, das, was von der Fachjury für „Gut“ befunden wurde, einfach mal mit dem eigenen Geschmack zu vergleichen. So finden Sie ganz sicher ein paar wirklich gute Weine und machen zugleich unglaubliche Geschmackserlebnisse. Viel Spaß dabei!

Auf der Suche nach guten Weinen?

Sie sind noch auf der Suche nach guten Weinen und haben den Platz „Lieblingswein“ vielleicht auch noch nicht fest vergeben? Dann sollten Sie sich die Weinprobe „Riesling – wer bist du“ am 24.05.2013 in der Vinothek auf keinen Fall entgehen lassen. Schnell noch bei der Moselvinothek anmelden und schon kann es nächsten Freitag um 18:30 Uhr los gehen. Für wanderbegeisterte Weinliebhaber und alle, die es noch werden möchten, gibt es ebenfalls am Freitag, 24.05.2013 eine Weinerlebnistour im Rahmen der Wanderwoche WanderKulTour. Details zur Anmeldung etc. gibt es auf der Seite der Ferienlandes Bernkastel-Kues.

Werbeanzeigen

Kleine Weinkunde: die Qualitätsstufen

Heute gibt es mal wieder etwas Wein-Wissen. Wir beschäftigen uns mit der Qualität des Weines und die wird nach dem EU-Weingesetz auf dem Etikett des jeweiligen Weines angegeben.

Bevor es richtig losgeht, möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass das Weinrecht in seinen Einzelheiten auch national geregelt wird und die Qualitätsstufen sich international durchaus unterscheiden. Ich beschränke mich also auf die Qualitätsstufen, wie es sie in Deutschland gibt und die somit natürlich auch auf unsere Moselweine zutreffen.

Die Qualitätsstufe der Deutschen Weine sind  Tafelwein, Landwein, Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete, kurz Q. b. A., und Prädikatswein.

So, jetzt wissen wir schon einmal grob, welche Qualitätsstufen es gibt. Aber die Frage ist natürlich, welchen Kriterien diese unterliegen. Ebenso wie die Qualitätsstufen an sich hängen auch die Kriterien von den jeweiligen Ländern ab und können sich mitunter stark unterscheiden. Hier bei uns in Deutschland ist das wichtigste Kriterium für einen guten Wein das Ausgangsmostgewicht oder auch der natürliche Alkoholgehalt. Außerdem ist für alle Weine ab der Qualitätsstufe Q. b. A. eine amtliche sensorische Prüfung, die Qualitätsweinprüfung, zwingen erforderlich. Daneben gibt es noch weitere Kriterien, die ausschlaggebend dafür sind, in welcher Qualitätsstufe der Wein letztendlich eingestuft wird. So kann natürlich auch die Rebsorte eine Rolle spielen und auch die Leseart ist nicht zu vernachlässigen. Die Regel verlangt zum Beispiel, dass die Trauben für den Eiswein während der Lese gefroren sein müssen und eine Beerenauslese ist nur eine Beerenauslese, wenn die Lese eine Handlese war. Ein weiteres Kriterium ist die Art und die Dauer der Reifelagerung. Daneben gibt es das Kriterium der Ertragsbeschränkung, welches zum Erreichen der jeweiligen Weinqualitäten einen bestimmten Flächenhöchstertrag vorgibt. Bestimmt Qualitätsstufen müssen außerdem bestimmte Geschmacksrichtungen haben und teilweise sind auch Mindestwerte für den Säuregehalt vorgeschrieben. Überdies können der Ausbau und die Art der Weinbereitung, ebenso wie die Pflanzendichte, ausschlaggebend sein.

Das war es erst einmal zu den Qualitätsstufen im allgemeinen. Weitere Details zu den verschiedenen Qualitätsstufe gibt es demnächst.