Die vielen Seiten der deutschen Weinstraße

Die Weinßstraße von angieconscious, pixelio.de

Die Weinßstraße von angieconscious, www.pixelio.de

Eine wunderbare Landschaft und köstliche Weine – das ist die deutsche Weinstraße, eine der beliebtesten touristischen Straßen Deutschlands. Sie schlängelt sich direkt durch die Pfalz, das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Die deutsche Weinstraße ist 85 Kilometer lang und verläuft von Süd nach Nord. Aufgrund ihrer Länge und der vielen sehenswerten Dingen eignet sich die Weinstraße für weit mehr als nur eine Tagestour. Selbst wer mit dem Rad oder Auto unterwegs ist, sollte sich ein paar Tage Zeit nehmen, um dieses touristische Highlight ausgiebig erkunden und von möglichst vielen Seiten kennenzulernen.

Das Klima um die deutsche Weinstraße ist ähnlich wie das Klima der Mittelmeerländern, verbreitet also ein durchaus warmes Flair, was dem Wein aber natürlich auch uns zu Gute kommt. Somit ist die deutsche Weinstraße perfekt geeignet, wenn Sie einmal eine Auszeit von Ihrem Alltag benötigen, und die Seele baumeln lassen möchten, und das in Mitten guter Weine.

Die deutsche Weinstraße ist ein beliebtes Reiseziel!

Wie wäre es beispielsweise mit einem Kurzurlaub an der deutschen Weinstraße? Eine gemütliche 2 oder 3-tägige Radtour bietet sich perfekt an. Sie können unterwegs hier und da eine Weinprobe machen, gemütlich einen Flammkuchen essen oder einfach nur die beeindruckende Landschaft genießen.

Natürlich hat die deutsche Weinstraße noch mehr zu bieten, als eine Radtour.  Weinkenner und auch Menschen, die gerade Wein für sich entdeckt haben, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Nennen wir als Beispiel nur einmal die vielen Weinfeste, auf denen sich neue und altbewährte Weine entdecken lassen. Auch Kulturelles bietet die deutsche Weinstraße, wie beispielsweise Theater, Musik und zahlreiche Museen. Schauen Sie sich hierbei doch das deutsche Weinbaumuseum im Herrenhof an und erfahren noch mehr spannende Geheimnisse über den Wein.

Die deutsche Weinstraße ist seit vielen Jahren ein beliebtes Reiseziel für Weinliebhaber, was sicherlich nicht nur auf die vielseitigen Aktivitäten zurückzuführen ist. Ein Kurztrip zur deutschen Weinstraße lohnt sich daher auf jeden Fall.

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Der goldene Oktober lockt Winzer in die Weinberge

Weinberge - Vinothek

Weinberge (C) rzoeller, pixelio.de

Ein hoffentlich goldener Oktober hat begonnen. Die Tage werden kürzer, die Blätter bunter und so langsam sieht man im Weinanbaugebiet Mosel die ersten Winzer, die die ersten Früchte des Jahres nach Hause bringen.

Weinlese: Von der Rebe in den Keller

Während Riesling Trauben und viele andere noch etwas Zeit benötigen, bis sie den perfekten Reifegrad erlangt haben, heißt es für die roten Regent Trauben, Müller-Thurgau und andere frühreife Sorten bereits ab in den Weinkeller. Und das bereits später als gewohnt: Der September war nass und kalt, was die Reifezeit etwas verzögert hat.

Doch nun ist die Sonne zurück und schafft optimale Bedingungen für die Lese der frühreifen Sorten und die Reifung derer, die noch ein Weilchen an der Rebe die Sonne genießen können. Der Riesling gehört zu den letzen Trauben, die ihren Weg in den Keller finden. Vor ihm verlassen unter anderem Dornfelder und Spätburgunder den Weinberg. Insgesamt werden in den nächsten Wochen im Weinanbaugebiet Mosel, das heißt an Mosel, Saar und Ruwer, etwa 8600 Hektar Trauben gelesen. Mehr als 60 Prozent davon beherrscht die Riesling Rebe – kein Wunder, als Königin der weißen Reben.

Spiel auf Zeit

Wichtig ist es für die Winzer nun, auf den richtigen Reifegrad zu warten. Hier wird Geduld gefordert, denn wer zu früh beginnt, erhält Trauben mit viel Säure. Doch das Warten auf den richtigen Reifegrad ist ein Spiel auf Zeit. Wer zu spät erntet, bekommt Probleme mit der Fäulnis. Und wer noch später startet, dem kann Väterchen Frost einen Strich durch die Rechnung machen.

Es ist die Zeit, in der sich entscheidet, wie gewinnbringend ein ganzes Jahr voll harter Arbeit im Weinberg am Ende wirklich sein wird. Laut mehrere Winzer sieht es zurzeit aber ganz gut in den Weinbergen des Weinanbaugebiet Mosel. Wir können uns also schon mal für das kommende Jahr auf viele köstliche Weine aus der aktuellen Lese freuen, von denen wir sicher auch einige besonders hervorragende Exemplare in unserem Sortiment begrüßen dürfen. Bis dahin können Sie sich in unserer Moselvinothek schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf nehmen, was das Weinanbaugebiet Mosel alles zu bieten hat.

Jubiläum in Bernkastel-Kues: 65. Weinfest der Mittelmosel

Am nächsten Wochenende feiert Bernkastel-Kues Jubiläum: Zum 65. Mal empfängt die Stadt zum Weinfest der Mittelmosel vom 29. August bis 2. September Gäste aus nah und fern.

Los geht der Trubel bereist am 29. August mit dem Moselblümchentreffen um 19 Uhr auf dem historischen Marktplatz in der Altstadt von Bernkastel. An diesem Abend gilt es, sich in Schale zu schmeißen, oder besser gesagt ins Moselblümchen. Denn alle, die in der traditionell moselländischen Tracht auftauchen, erwartet eine Überraschung.

Danach folgt der offizielle Teil: Die Eröffnung der Weinstraße durch die amtierende Mosella Nina I. und den Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Schon an diesem Abend darf der köstliche Moselwein anlässlich des Weinprobierabends ab 17 Uhr gekostet werden. Aber das ist natürlich erst der Auftakt des diesjährigen Weinfest der Mittelmosel. Wie jedes Jahr gibt es wieder einen Vergnügungspark mit Kunsthandwerkermarkt am Moselufer in Kues. Auch das Brillant-Feuerwerk am Weinfest Samstag um 21 Uhr sollten sie nicht verpassen. Gefeuert wird von hoch oben auf der Burgruine Landshut, dem Schützenhaus und natürlich auch vom Bernkasteler Moselufer aus. Den Höhepunkt erlangt das Weinfest am Weinfest Sonntag. 90 Musikgruppen, Fahnenschwenker, Tanzgruppen, Festwagen, Weinköniginnen und Fußgruppen besuchen die Stadt ab 14 Uhr anlässlich der Winzer-Parade. Und wenn gerade nicht irgendein großes Event stattfindet, dann wird am Marktplatz ebenso wie auf dem Karlsbader Platz für musikalische Unterhaltung gesorgt.

Wir auf dem Weinfest

Solch ein Ereignis lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Wir sind mit unserem Weinstand ganz vorne mit dabei. Sie finden uns am oberen Ende der Weinstraße. Mit dabei haben wir ein paar ganz auserlesene Tropfen aus dem Weingut St. Nikolaus Hospital. Allesamt Rieslinge aus renommierten Lagen wie dem Graacher Domprobst, der Brauneberger Juffer oder Wehlener Sonnenuhr. Sie haben genug vom Weinfest Trubel? Dann besuchen Sie uns doch einfach in der Vinothek auf ein leckeres Glas Wein in gemütlicher Atmosphäre.

Mehr zum Weinfest der Mittelmosel finden Sie hier. 

Feuerwerk am Weinfest der Mittelmosel_2010_Stock_Arnoldi

Feuerwerk am Weinfest der Mittelmosel_2010_Stock_Arnoldi

Wein-Gelegenheiten – wann es sich zu Trinken lohnt

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Wer dem Wein so sehr verfallen ist, wie unsereins, der hat sich sicher auch schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Gelegenheiten sich bieten, um einen guten Tropfen zu kosten. Auch Friedrich Rückert hat sich so seine Gedanken darüber gemacht und ist auf folgende poetische Lösung gestoßen :

Man kann, wenn wir es überlegen,
Wein trinken, fünf Ursachen wegen:
einmal um eines Festtags willen,
sodann vorhandenen Durst zu stillen,
eingleichen künftigen abzuwehren,
ferner dem guten Wein zu Ehren
und endlich um jeder Ursach` willen.
(Friedrich Rückert)

Bei hochsommerlichen Temperaturen, wie sie derzeit herrschen, ist es vorallem das Zusammensein mit Freunden, das mir am Abend, in gemütlicher Runde, einen Grund gibt, meine Lieblingsweine auszupacken. Welche sind eure liebsten Wein-Gelegenheiten? Ich bin gespannt auf eure Kommentare 🙂 gerne auf auf unserer Facebookseite

Deutschlands bekannteste Weine

Der Weinreporter hat sich erst kürzlich gefragt, welche die begehrtesten Weinsorten auf der Welt sind. Und wie könnte man das in der Zeit des Web 2.0 besser herausbekommen, als über Google Adwords? Denn Google Adwords weiß ganz genau, welche Suchanfragen weltweit über Google gestartet werden. So hat der Weinreporter bei seiner Recherche zum Beispiel herausgefunden, dass weit mehr Menschen im Internet in den verschiedensten Sprachen nach Wein suchen, als zum Beispiel nach Bier. Vergleicht man die Suchanfragen nach Wein und Bier miteinander, so hat unser geliebter Wein über 11 Millionen Fans mehr als der Gerstensaft.

Der Weinreporter hat sich nun daran gemacht herauszufinden, welche die 20 meistgesuchten Rebsorten im World Wide Web sind. Den ersten Platz belegte der Zinfandel mit sage und schreibe 1.940.000 Suchanfragen pro Monat, gefolgt vom Syrah, Barbera, Chardonnay und Merlot. Zusammen mit dem Prosecco und 368.000 Suchanfragen schaffte es unser Riesling nur auf den 9. Platz. (Zum Ranking des Weinreporters).

Wir, die „Riesling über alles in der Welt“-Fraktion, wie der Weinreporter uns liebevoll betitelt, können das natürlich nur sehr schwer glauben. Aber ich muss an dieser Stelle leider sagen: Es ist wahr. Und als ich dann so über dieses Ergebnis grübelte, kam mir Idee herauszufinden, wie es denn nicht etwa weltweit aussieht, sondern innerhalb Deutschlands. Also führte mich mein virtueller Weg zu den Google Adwords, wo ich dann gleich mal eine Anfrage über eben diese Rebsorten startete, die im Artikel des Weinreporter eine Rolle spielen. Ich konzentrierte mich nun aber nicht auf die weltweiten Suchanfragen, sondern eben nur auf die innerhalb Deutschlands. Schon auf den ersten Blick fiel mir auf, dass der Zinfandel bei Weitem nicht mehr so bedeutend ist. Dafür, was haben wir auch anderes erwartet, ist die Nummer eins in Deutschland natürlich der Riesling – unsere Königin der weißen Reben, zusammen mit dem Prosecco.

Hier das komplette Ranking:

1. Riesling: 60.500, Prosecco: 60.500

3. Syrah/Shiraz: 49.300

4. Merlot: 40.500

5. Pinot noir/Spätburgunder 37.000

6. Zinfandel/Primitivo: 34.300

7. Traminer / Gewürztraminer: 33.700

8. Barbera: 33.100, Chardonnay: 33.100

10. Nebbiolo/Barolo: 30.000

11. Grauburgunder/Pinot grigio/Pinot gris: 24.200

12. Cabernet Sauvignon: 22.200

13. Sauvignon blanc: 14.800

14. Tempranillo: 12.100

15. Muskateller/Moscato: 12.000

16. Pinot blanc/Weissburgunder: 9.400

17.Malbec: 8.100

18. Sangiovese: 5.400

19.Grenache/Granacha: 4.800

20. Chenin blanc: 1.900

So wird in Deutschland also nach Wein gesucht. Leider ist dies aber nicht unbedingt eine Auflistung der beliebtesten Weinreben, sondern der am meisten gesuchten. Wie die Suchanfragen zustande kommen? Das kann zum einen daran liegen, dass man über die ein oder andere Weinrebe weniger weiß und daher über Google mehr in Erfahrung bringen möchte. Oder das eine Weinsorte eben ihrer Popularität wegen häufiger gesucht wird, als die andere. Mit dem Geschmack oder der Beliebtheit des Weines hat es allerdings nur wenig zu tun. Wenn es so wäre, dann bin ich mir aber sicher, dass der Riesling immer noch den ersten Platz belegen würde.

Welche Weinsorte ist Ihnen am besten bekannt und welche haben Sie noch nie verkostet? Schreiben Sie uns auf Facebook!

Musikalischer Wein

Ok, Musik ist einfach toll. Das lässt sich nicht bestreiten. Sie kann Zeitvertreib sein, aber auch Inspiration, Ablenkung und vieles mehr. Musik gibt besonderen Momenten noch ein Stück mehr Besonderheit. Sie soll – im Mutterleib vorgespielt – Kinder schlauer machen. Zumindest dann, wenn es sich um klassische Musik handelt. Und sie macht den Wein geschmacklich noch besser, wie der Trierische Volksfreund in seinem Wochenend Journal vom 23. Juni 2013 berichtete.

Die Musiktherapie für den besseren Geschmack

Dass sich Schwingungen auf Zellen auswirken können, ist schon lange bewiesen, weshalb beim Menschen Musik auch gerne zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird. Wieso soll sie also nicht auch bei Pflanzen, insbesondere bei der Weinrebe, oder vielleicht auch direkt beim Wein wirken? Das dachte sich nun ein Winzer aus der Südpfalz und spielte Brahms, Bizets und einige andere ausgewählte klassische Stücke mal vor einem ganz anderen Publikum: Seinen Weintanks. Zehn Wochen lang beschallt er seine Weine bioenergetisch mit klassischer Musik. Das Resultat: Analytische Unterschiede gibt es keine. Eine Veränderung ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht geschehen. War der ganze Aufwand also umsonst? Nein. Wissenschaftlicher Nachweis hin oder her – bei einer Blindverkostung waren es immer die „musikalischen Weine“, die die besten Genusserlebnisse bescherten. Das spricht doch eindeutig für die Wein-Musiktherapie.

Musik hält Hefe auf Trapp

Was sicher ist: Je nach Lautstärke der Beschallung entstehen Schwingungen, die mitunter sogar am Weintank gefühlt werden können. Diese Schwingungen sorgen dafür, dass Bakterien und Hefe nicht zur Ruhe kommen, sondern in der Schwebe bleiben. Dadurch könnte der Endvergärungsgrad verbessert oder der biologische Säureabbau beschleunigt werden.

Künstler: Michael Apitz

Künstler: Michael Apitz

Fazit zum „musikalischen Wein“

Dass die Musik den Wein irgendwie beeinflusst, lässt sich weder eindeutig nachweisen, noch abstreiten. Aber irgendetwas muss da doch sein, wenn der „musikalische Wein“ bei der Verkostung so gut abschneidet. Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Wie wirken sich Pop, Rock oder Techno auf unsere Weine aus und wie verhält sich der Moselwein, kommt er mit moselländischer Mundart und traditionellem Liedgut in Kontakt?

Mehr zum Thema Moselwein gibt es in der nächsten Woche. Solange bleiben wir über Facebook in Kontakt 🙂

Weinanbau Reform: jetzt doch keine Liberalisierung des Anbaus?

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Erinnern Sie sich noch an die Reform des Weinanbaus von 2008, insbesondere an den Punkt mit den Pflanzrechten? Falls nicht oder falls Sie vielleicht noch gar nicht von dieser Reform wussten, möchte ich an dieser Stelle Ihr Wissen ein klein wenig auffrischen oder Ihnen sogar ein paar neue Kenntnisse vermitteln. Denn diese Reform steht jetzt wieder im Brennpunkt des Interesses von Winzern und Weinliebhabern in der EU.

Wie es zu dieser Reform kam? Da ist gar nicht mal so schwer zu erklären. Wir befinden uns in Europa, wo Qualität und Tradition im Weinbau noch groß geschrieben werden. Nirgends gibt es so exklusive Weine, wie hier. Und nirgends ist Wein derart Kulturgut statt Massenware, wie hier. Das liegt größten Teils am Talent und der Erfahrung der europäischen Winzer, die Ihre Weinreben mit größter Hingabe hegen und pflegen. Aber auch die in der EU geltenden Gesetzte zum Weinanbau tun ihren Teil dazu. Denn in der EU darf nicht jeder einfach seinen Wein zusammen panschen. Hier gelten strenge Richtlinien, was die Herstellung der erstklassigen Weine angeht. Um zum Beispiel das ganz spezielle Aroma einer Eichenfassreifung zu erreichen, muss der Wein hier auch tatsächlich im Eichenfass gereift sein. Kaufen Sie einen europäischen Wein, der nach Eichenfassgärung schmeckt, müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass diesem Wein Eichenspäne zugesetzt wurden, wie es vielleicht in anderen Gebieten der Welt der Fall ist. Auch darf in Europa dem Wein kein Wasser hinzugefügt werden, um die Kosten zu senkt. Weine werden hier nicht einfach nach einem einheitlichen Muster „designed“. Die europäischen Weine werden geprägt von den ganz individuellen Bedingungen, die ihr Anbaugebiet ihnen bietet. Sie überzeugen Jahr für Jahr mit ihren ganz besonderen Geschmackserlebnissen. Und diese Geschmackserlebnisse sind nicht etwa künstlich erzeugt. Sie sind absolut echt. Diese und andere Qualitätskriterien machen natürlich die Produktion und somit auch das Endprodukt etwas teurer. Aber wie auch sonst überall hat Qualität ihren Preis. Die Konkurrenz außerhalb der EU, die es mit der Qualität nicht ganz so genau nimmt, ist da selbstverständlich günstiger. Aber ganz bestimmt nicht besser. Trotzdem werden diese Weine, in der EU selbst niemals hergestellt werden dürften, in diese importiert und stellen eine Gefahr für die Existenz der heimischen Winzer dar.

An dieser Stelle kommt die Reform des Weinanbaus von 2008 ins Spiel. Eine Reform, die in jeder Hinsicht gut gemeint ist, aber für die Winzer in unserer direkten Umgebung – wir sprechen hier vom Weinanbaugebiet Mosel – vor allem in einem Punkt eher ein Dorn im Auge darstellt. Grundsätzlich ist es Ziel dieser Weinbaureform, den europäischen Weinerzeugern den Wettbewerb innerhalb der EU, aber auch auf dem Weltmarkt, zu erleichtern. Um dies zu erreichen, soll nämlich unter anderem das bisher gültige Pflanzrechtsystem auf EU-Ebene zum 01.01.2016 aufgehoben werden. Auf nationaler Ebene ist eine weitere Gültigkeit bis 2018 erlaubt. (Die vollständige Verordnung finden Sie hier.

Und genau dieses Auslaufen der Pflanzrechte und damit die Liberalisierung des Anbaus, bereitete den hiesigen Winzern bis dato Kopfzerbrechen. Bisher war es nämlich so, dass ein Winzer seine Anbaufläche nur dann erweitern könnte, wenn er die Pflanzrechte eines anderen Winzers erwirbt. Mit dem Wegfall dieses Systems könnten sich die europäischen Winzer also weiter ausbreiten. Doch wie sieht es speziell hier bei uns, im Weinanbaugebiet Mosel, aus? Es fehlt für viele der Platz, um sich stark zu vergrößern. Während also Winzer in anderen europäischen Ländern ihre Grenzen um ein Vielfaches vergrößern können, müssen viele Weinerzeuger unserer Region dann nicht nur die wachsende Konkurrenz von außerhalb der EU fürchten, sondern auch die innerhalb der EU. Hinzukommt, dass gerade die Steillagen, und davon haben wir im größten zusammenhängenden Steillagenweinbaugebiet der Welt nun mal reichlich, was ihre Bewirtschaftung angeht, sehr viel kostenintensiver sind als anderen Weinlagen. Das macht unsere Situation gegenüber unseren Konkurrenten, vor allem in Hinblick auf die Preise, nicht gerade besser. Denn eine kostenintensivere Bewirtschaftung bedeutet auch teurere Weine.

Doch mit den Kopfschmerzen, zumindest mit denen, die von der Liberalisierung des Anbaus rühren, ist vielleicht schon bald Schluss. Denn eine Expertengruppe der Europäischen Kommission hat Ende des vergangenen Jahres einige Änderungsvorschläge bezüglich der Pflanzrechte eingereicht. Hiernach sollen die geltenden Pflanzrechte verlängert werden, wobei pro EU-Land die Pflanzrechte um bis zu 2 Prozent ausgedehnt werden dürfen. Ferner soll bei gerodeten Weinflächen eine Zulassung auf Wiederbepflanzung über drei Jahre eingeräumt werden. Eine totale Liberalisierung des Weinanbaus währe damit erst einmal aufgeschoben. Dennoch muss natürlich immer bedacht werden: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Denn das neue Lizenzsystem für den Weinanbau soll alle zwei Jahre ausgiebig geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Eine vollständige Liberalisierung des Weinanbaus ist daher auf lange Sicht nicht ausgeschlossen. Wir werden sehen, wie sich die Zukunft entwickelt.

Bis dahin können Sie natürlich immer noch die besondere Qualität der Moselweine erleben. Eine große Auswahl an Weinen gibt es auch bei uns im Onlineshop. Sie möchten erst mal nur probieren? Dann kommen Sie doch vorbei und genießen Sie köstliche Moselweine bei einer umfangreichen Weinprobe in unserer Moselvinothek.