Rotwein von der Mosel – Qualität mit Tradition

Wussten Sie, dass die Moselregion das älteste Weinbaugebiet Deutschlands ist? Seit über 2000 Jahren schätzen Winzer die Hanglagen und die nährstoffreiche Bodenqualität. Sie bieten optimale Bedingungen auch für anspruchsvolle Weine. Bis ins 19. Jahrhundert dominierte hier der Rote Burgunder den Weinbau.

Rotweine aus dem Weinanbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer

Rotweine aus dem Weinanbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer – Kurt F. Dominik, pixelio.de

Auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 erhielt ein 1893er Spätburgunder von der Saar sein Prädikat als bester deutscher Rotwein. Diesen Wein ließ das preußische Gesundheitsamt sogar als Arzneimittel gegen Schwindsucht und Blutarmut zu, so dass er auf Rezept erhältlich war.

Doch der Mosel-Rotwein konnte seinen Erfolgsweg erst nach einer erzwungenen Pause fortsetzen.

Der Mosel Rotwein feiert sein Comeback

Im Jahr 1933 wurden die Winzer per Gesetz dazu verpflichtet, ausschließlich Weißwein anzubauen. So waren 20 Weißweinsorten zum Anbau in der Region zugelassen, jedoch keine einzige rote Rebe.

Erst seit 1986 kam es endlich zu der Änderung dieses Gesetzes und der Anbau von roten Rebsorten nimmt seitdem kontinuierlich zu. Mittlerweile sind sie auf rund 830 Hektar Anbaufläche zu finden.

Die steilen Hanglagen an der Mosel haben eine Neigung von über 30 Grad.  Damit bieten sie selbst anspruchsvollen Sorten beste Bedingungen.

Eine davon ist der Spätburgunder, den Weinkenner schon vor 200 Jahren schätzten. Er wird auf 363 Hektar Anbaufläche erzeugt und steht an vierter Stelle des Anbaus in der Region Mosel-Saar-Ruwer. Diese anspruchsvolle Rebsorte wird auch „Der Riesling der Rotweine“ genannt, weil er wie dieser sich im kühleren Klima wohlfühlt und intensiver Pflege bedarf, die ihn vor Pilzbefall schützt.

Gaumenschmeichler – Rote Reben von der Mosel

Der Spätburgunder zeichnet sich durch seinen vollmundigen, samtigen Geschmack aus. Sein fruchtiges Aroma verbindet sich mit einem süßen Duft.

Der klassische Typ ist eher von dezenter Farbe und enthält weniger Gerbstoffe als der moderne Typ. Dieser ist sehr beliebt wegen seines geringen Gehaltes an Säure und seiner kräftigen Farbe.

Immer mehr Freunde gewinnt auch der Dornfelder Rotwein. Es gibt ihn in verschiedenen Qualitätsstufen.

Diese recht junge deutsche Rebsorte wurde 1955 in Weinberg aus den Sorten „Helfensteiner“ und „Heroldrebe“ gezüchtet. Den Namen erhielt sie von Immanuel Dornfeld, der 1863 die Weinbauschule in Weinsberg gründete.

Wegen ihrer kräftigen Farbe diente die Dornfelder Rebe zunächst als Verschnittpartner für andere Sorten. Doch inzwischen hat sie sich längst ihren Platz als eigenständige Rebsorte in der Moselregion erobert.

Dornfelder Rotweine haben eine typische, schwarzrote Farbe und einen fruchtigen Geschmack. Viele Weinliebhaber bevorzugen diese Rebe auch wegen ihres geringen Säuregehaltes, der sie sehr bekömmlich macht.

Genießen Sie doch wieder einmal einen weichen Spätburgunder oder einen gehaltvollen Dornfelder Rotwein aus unserem traditionsreichen Anbaugebiet Mosel Saar Ruwer – wir laden Sie dazu herzlich in unsere Moselvinothek ein.

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Göttlicher Wein

Der Wein – ein einzigartiges Getränk, das uns immer wieder unglaubliche Geschmackserlebnisse beschert. Und wir sind lange nicht die Ersten, die ein köstliches Gläschen Wein zu schätzen wissen. Schon lange vor unserer Zeit wurde der Wein hochgelobt und ausgiebig verzehrt. Unsere Vorfahren, seien es die im alten Ägypten, die weisen Griechen oder die kampferprobten Römer, liebten den Wein mindestens genau so sehr wie wir jetzt. So sehr, dass sie im eigens einen Gott zur Seite stellten. Oder besser gesagt gleich mehrere, denn sie alle hatten da so ihre Vorstellungen, und einen Gott zu teilen kam da ganz sicher nicht infrage.

Der wohl bekannteste göttliche Repräsentant des Weins ist Bacchus. Der römische Gott ist der Inbegriff der feucht fröhlichen Feierlichkeiten. Nur zu gerne wird er in der Kunst als Betrunkener dargestellt, der ganz gewiss kein Glas des kostbaren Saftes der Traube verschmähte.

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(C) Rzoeller, Pixelio.de

Etwas göttlicher und zurückhaltender kommt da Dionysos daher. Der Gott der Griechen weiß ein gutes Glas Wein zwar mit Sicherheit genau so sehr zu schätzen, wie der römische Bacchus, wirkt aber in seiner Darstellung eher etwas gediegener. Doch der Schein trügt. Denn der Gott des Weines, der Fruchtbarkeit und Ekstase ist, als jüngster Gott der Griechen, sicher kein langweiliger Geselle. Auch wie man feiert, weiß Dionysos nur zu gut. Seine Feste waren vor allem religiös angehaucht, was wohl daher rührt, dass der Wein in der griechischen Antike Gegenstand religiöser Verehrung war.

Auch in Ägypten wusste man ganz genau, wem die Weinopfer kredenzt werden mussten. Und zwar Osiris. Er ist zwar nicht in erster Linie Weingott – man kennt ihn vor allem als Gott des Jenseits, der Fruchtbarkeit und der Wiedergeburt – aber so ein Gott ist ja auch gut und gerne mehreren Aufgaben gewachsen.

Die „Ekstase“, die durch den Genuss von Wein hervorgerufen wird – das werden die meisten wohl nur zu gut kennen 🙂 – hat den Wein in zahlreichen Kulturen zum wichtigen Bestandteil ritueller Praktiken gemacht. Seine Aufgabe war es in den antiken Mythologien unter anderem, eine Nähe zu einem bestimmten Gott zu schaffen (dafür sorgte dann die Ekstase). Anders als heute war zu dieser Zeit nicht etwa ein Winzer allein zuständig für die Weinherstellung, der mehr oder weniger schalten und walten konnte, wie es ihm beliebte. In der Antike spielten hier zahlreiche religiöse Normen eine wichtige Rolle. So wurde der Beginn der Ernte beispielsweise von einem Priester festgelegt und auch sonst hatte die Religion bei der Weinherstellung ihre Finger mit im Spiel.

Das war es auch schon wieder für diese Woche. Besuchen Sie uns doch in unserer Vinothek – vielleicht begegnen Sie dort auch dem ein oder anderen Weingott, der sich ein Glas Moselwein genehmigt 🙂

Safety first – sicher Wein trinken

5728927123_046754ebd7_b.jpgWein gehört zu den beliebtesten Getränken überhaupt und da ist es auch kein Wunder, dass es auch einige Mythen und Geschichten rund um den Wein gibt.

Haben Sie sich zum Beispiel schon einmal gefragt, wieso wir uns zu prosten und dabei die Becher aneinanderstoßen? Dafür gibt es gleich zwei mögliche Erklärungen. Eine Erklärung stammt aus dem alten Griechenland. Die Griechen – ständig in Feierlaune – verbrachten gerne Abende zusammen, bei denen es um den Genuss ging. Natürlich auch den Weingenuss. Sie wollten den Genuss mit allen Sinnen erleben, aber leider ging das Ohr – also der Hörsinn – dabei meist leer aus. So wurde es Brauch, mit den Bechern laut aneinanderzustoßen, damit auch das Ohr etwas vom Genuss abbekam.

Aber es gibt noch eine zweite Erklärung für das Prosten und aneinander Stoßen der Becher, die eher etwas mit Selbstschutz zu tun hat. Denn gerade im Mittelalter mussten die hohen Herren ständig befürchten, von Rivalen vergiftet zu werden, in dem man ihnen etwas in den Wein mischte. Um also auf Nummer sicher zu gehen, prosteten sie sich zu, so fest, dass der Wein vom einen Becher in den anderen schwappte und umgekehrt. Ein Attentäter wäre also ganz schon mutig, den Wein zu vergiften, müsste er doch damit rechnen, Opfer seines eigenen Giftes zu werden. Ganz so zuverlässig war diese Methode jedoch nicht, schließlich konnte auch jemand Gift in den Trank mischen und selbst gar nicht trinken. Deshalb wurde es nach und nach Mode, Glasgefäße beim Trinken zu nutzen. So war es leichter, Eintrübungen, die zum Beispiel durch die Zugabe von Gift entstehen konnten, auszumachen.

Nun geht es schon wieder um Sicherheit. Die Gefahr im Mittelalter war groß, wie wir nun wissen. Aber nicht nur Gift spielte eine Rolle. Auch mit Angriffen aus dem Hinterhalt musste gerechnet werden. Erstrecht, wenn man es sich nach einem anstrengenden Tag gerade mal so richtig gemütlich machte. Um auch auf hinterhältige Angriffe vorbereitet zu sein, bevorzugte man damals – wenn man es sich leisten konnte – Trinkbecher aus Silber, die natürlich immer schön auf Hochglanz poliert waren. So fungierte der Trinkbecher gleichzeitig als Spiegel und ermöglichte es dem Trinkenden zu sehen, ob Gefahr von hinten drohte. Die weniger wohlhabenden Menschen mussten sich aber auch beim Trinken weiterhin umschauen, oder hoffen, dass sie nicht in einen Hinterhalt gerieten.

Zum Glück sind das heute in der Regel keine Probleme mehr, mit denen wir uns befassen müssen. Sofern wir uns nicht gerade irgendwelche Feinde gemacht haben, die wir dann zu einem gemütlichen Weinabend einladen, sollte uns keine Gefahr beim Trinken drohen.