Weinbaugebiet Ahr – Rotwein von steilen Lagen

Das Weinbaugebiet Ahr grenzt an die nordwestliche Seite des Gebietes Mittelrhein. Es ist mit 558 Hektar eines der kleinsten

Weinbaugebiete. Doch ist hier die größte zusammenhängende Anbaufläche für Rotwein zu finden, mehr als 470 Hektar. Die Weinreben gedeihen in einem gemäßigten Klima, das durch die Ahr und das enge Tal aus Vulkangestein geprägt ist. Die Wärme des Tages staut sich und wird von den Schieferböden gespeichert, die in der Nacht die Wärme wieder verströmen. Die steilen Lagen sind eine Herausforderung für die Winzer und zugleich eine Chance für den milden, vollmundigen Rotwein mit seiner interessanten Tradition.

Die erste Winzergenossenschaft und die Geburt des Ahrweins

Das älteste Dokument mit Aussagen über den Weinbau im Ahrtal stammt aus dem Jahr 893. Es ist ein Verzeichnis, in dem Weinberge und abgabepflchtige Weingüter benannt werden.
Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts wurden im Ahrtal überwiegend Weißweinreben angebaut. Der Burgunder war damals ein Weißwein von blassrosa Farbe, daher hieß er auch Ahrbleichert.
Seit 1648 hielt der Rotwein Einzug im Ahrtal. Je nachdem, welche Handelsbestimmungen wirkten, konnte er sich gegen die Konkurrenz aus Frankreich auf dem deutschen Markt behaupten.
Als im 19. Jahrhundert die Zollbestimmungen geändert wurden, ging der Handel mit Wein rapide zurück. Die Winzer gerieten in Bedrängnis, viele wanderten nach Amerika aus.

In ihrer Not gründeten die Winzer im Jahr 1868 in Mayschoß eine Winzergenossenschaft; es war weltweit die erste ihrer Art. Sie sollte die Existenz der Winzer wieder aufrichten und die Rechnung ging auf: Schon nach drei Jahren war der Aufschwung so groß, dass Handlungsreisende für den Vertrieb des Weines eingestellt wurden. Der Erfolg der Genossenschaft hält bis heute an; die hier erzeugten Rotweine finden großen Zuspruch.
Der Deutsche Rotweinpreis 2013 hob auch zwei Rotweine von der Ahr hervor: In der Rubrik „Unterschätzte Sorten“ erscheint ein Blauer Portugieser aus Ahr als zweiter Sieger.
In der Rubrik „Spätburgunder“ errang ein Spätburgunder aus Rech einen 3. Platz.
Kein Wunder, dass dem Rotwein an der Ahr eine eigene Straße mit Wander- und Radweg gewidmet ist.

Mayschoß i.Ahrtal(c)Dieter Schütz_pixelio.de

Mayschoß i.Ahrtal (c) Dieter Schütz, pixelio.de

Entdeckungen entlang der Ahr-Rotweinstraße

Sie verläuft ca. 30 km durch das untere Ahrtal, entlang der Bundesstraße 267 von Neuenahr-Ahrweiler bis nach Sinzig am Rhein. Auch ein wunderschöner, abwechslungsreicher Wanderweg gehört dazu sowie ein Radweg, der auch für Untrainierte. Außer dem Blick über die anheimelnde Landschaft bietet auch interessante Zeichen der Geschichte:
Der Weinkeller der Winzergenossenschaft in Mayschoß und die alten Winzerhäuser in Dernau sind einen Besuch wert. Ahrweiler mit seiner vollständigen Stadtbefestigung, in die vier Tore eingelassen sind, lädt zum Verweilen zwischen heimeligen Fachwerkhäusern ein.
Die Ahr, ein Fluss, dem bauliche Eingriffe erspart blieben, ist ein Zuhause für allerlei seltene Tiere, wie zum Beispiel Eisvögel.
Wer mag, erwandert den Weg an einem Wochenende oder radelt die Strecke an einem Tag. Für Einkehrmöglichkeiten ist gesorgt – zahlreiche Straußwirtschaften laden zu Wein und Brotzeit ein.
Mögen Sie Spätburgunder von der Ahr? Waren Sie schon einmal dort? Erzählen Sie es uns auf Facebook.

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Links und rechts des Rheins – Das Weinbaugebiet Mittelrhein

110 Kilometer lang ist das zweitkleinste Weinbaugebiet Deutschlands. Das Gebiet Mittelrhein liegt zwischen Bingen und Bonn und hat eine Fläche von 459 Hektar. Hier gedeihen herzhafte Weine, die bestens das romantische Flair der Gegend verkörpern.

Dieses Flair kann der entspannte Besucher sehr schön auf einer Schifffahrt auf dem Mittelrhein genießen; vielleicht mit einem Glas Binger Wein.

In Bingen treffen gleich vier Weinbaugebiete aufeinander: Rheinhessen, Nahe, Rheingau und natürlich Mittelrhein. Auf diese prädestinierte Lage ist die Stadt mit Recht stolz und nennt sich: Hauptstadt des deutschen Weines. Insgesamt 531 Hektar groß ist die Weinbaufläche rund um den Ort und wird von 70 Winzern bewirtschaftet.

Links des Rheins steigen die Weinberge an. Die steile Neigung – immerhin 60 Grad – lässt die nächtliche Kälte rasch abziehen, so dass der Boden in kurzer Zeit wieder erwärmt ist. Ohnehin kühlen die Böden hier nicht so stark aus, denn der Tonschiefer speichert die tagsüber aufgenommene Wärme und gibt sie nachts ab. So entsteht ein gemäßigtes Klima mit viel Sonne und ausreichendem Regen, der sehr gute Weine hervorbringt.

Mittelrhein nahe Oberwesel von JuwelTop, pixelio.de

Mittelrhein nahe Oberwesel von JuwelTop, pixelio.de

Bingen ist übrigens der Geburtsort des Eisweins. Im Jahr 1829 wurden viele Trauben nicht gelesen, da sie nicht gereift waren. Sie blieben noch im Winter an den Stöcken hängen. In der Not des folgenden harten Winters ernteten einige Bewohner doch noch die Trauben, pressten und kelterten sie. Der Eiswein war geboren.

Wer kennt nicht Hildegard von Bingen, die Ordensfrau und Mystikerin des Mittelalters? Über 30 Rezepte mit Wein und Kräutern zur Linderung und Heilung verschiedener Beschwerden stammen aus ihrer Feder.

Von Weinreben, Romantik und dem Loreleyfelsen

Weiter geht die Reise vorbei an terrassierten steilen Weinbergen. Hier bauen die Winzer überwiegend den Riesling an, aus dem sie einen charaktervollen Wein gewinnen. Die Anbau- und Arbeitsbedingungen sind wegen der steilen Lagen sehr schwierig, was in den letzten 100 Jahren zu einem starken Rückgang der Anbaufläche führte.

Dieser Abschnitt des Mittelrheins ist im Jahr 2002 zum Weltkulturerbe gewählt worden.  Geschichtsträchtige Ortschaften wie Niederrheinbach, Kaub und Oberwesel liegen links und rechts des Rheins. Alte Burgen und Schlösser verbreiten ein romantisches geheimnisvolles Flair.

Bacharach, Mittelrhein von Thomas Max Müller, pixelio.de

Bacharach, Mittelrhein von Thomas Max Müller, pixelio.de

Der Loreleyfelsen bei St. Goarshausen hat noch heute eine rätselhafte, geheimnisvolle Ausstrahlung. Er erhebt sich 130 Meter über dem Meeresspiegel. Der Rhein hat hier 22 Meter Tiefe und versteckte Klippen waren immer schon gefährlich für die Schiffe. Das Echo, an dieser engsten Stelle des Rheins besonders gut, trug ein Übriges dazu bei, dass die Sage von der Lorely entstand. Das das Gedicht von Heinrich Heine trug die Sage über die Region hinaus bekannt.

In Koblenz fließt die Mosel in den Rhein. Wir erinnern uns; friedlich teilen sich die Weinbaugebiete Mittelrhein und Mosel die Stadt.

Ab jetzt liegen die Weinberge rechts des Rheins. Weiter geht es vorbei an Remagen, Linz und Köngiswinter nach Bonn, dem nördlichen Ort des Mittelrheins. Königswinter und Bad Honnef sind die Städte, die das Siebengebirge im Südosten von Bonn markieren. 25 Hektar Anbaufläche sind hier ausgewiesen. Hier gedeihen zum Beispiel Spätburgunder, Riesling und die Scheurebe, eine Kreuzung aus Riesling und Bukettraube. Weine dieser Region wurden vielfach gelobt und prämiiert.

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Mosel-Saar-Ruwer – Die älteste Weinregion Deutschlands

Zell an der Mosel im Weinbaugebiet Mosel - Didi01, pixelio.de

Zell an der Mosel im Weinbaugebiet Mosel – Didi01, pixelio.de

Entlang der Mosel erstreckt sich die älteste Weinbauregion Deutschlands: Das Gebiet Mosel-Saar-Ruwer oder, wie es seit 2006 heißt, die Region Mosel.

Entdeckungen entlang der Mosel

Die Reise auf diesem größten deutschen Nebenfluss des Rheins beginnt auf der 45 Kilometer langen Obermosel an der französischen Grenze. Im Dreiländereck liegt Trier, eine der ältesten Städte Deutschlands.

Einst war sie die Hauptstadt des Römischen Reiches. Die Ruinen aus jener Zeit zählen heute zum Weltkulturerbe. Historische Feste zum Mitmachen und Aufführungen mythologischer Stoffe lassen die Geschichte lebendig werden und sind ein Magnet für Besucher und Einheimische.

Steile Lagen mit idealen Böden

Die Römer brachten einst auch den Weinbau hierher. Sie erkannten, dass die Schieferböden ideale Wärmespeicher für die spät reifende Rieslingrebe sind. Das Weinbaugebiet Mosel ist die größte Steillagenregion der Welt. Bis zu 68 Grad beträgt die Neigung an den steilen, nach Süden gerichteten Hängen, die rassige Qualitätsweine mit feiner Frucht hervorbringen. Die Reben profitieren hier von dem optimalen Einstrahlwinkel der Sonne. Sie zählen zu den besten Weinen der Welt. Von den 13 deutschen Weinbaugebieten ist die Moselregion mit 9.800 Hektar Anbaufläche die fünftgrößte. Über die Hälfte der Fläche gehört der Rieslingrebe. Außerdem wachsen hier zum Beispiel Müller-Thurgau und Elbling oder die roten Reben Spätburgunder und Dornfelder.

Der Mittelmosel genannte Flussabschnitt ist 120 km lang. Hier liegt Neumagen-Dhron, der älteste Weinort Deutschlands. Auf dem römischen Rundweg können Besucher die Geschichte des Ortes aus jener Zeit nacherleben. Das Zentrum der Region Mittelmosel ist Bernkastel-Kues. Verwinkelte Gassen und alte Architektur geben dem Ort ein malerisches Ambiente. Die älteste Weinversteigerungsgesellschaft, der Bernkasteler Ring, ist hier beheimatet. Jährlich im September lädt die traditionsreiche Gesellschaft zu einer Weinversteigerung ein.  Spitzenweine von 32 Weingütern der Region ziehen Käufer aus aller Welt an.

Die Untermosel und das Deutsche Eck

Der letzte Abschnitt der Mosel zwischen Pünderich und Koblenz misst 100 Kilometer und wird Untermosel genannt. Das Besondere ist die parzellenartige Aufteilung der Weinfläche, die an kleine Terrassen erinnern. Deshalb wird dieses besonders steile Gebiet auch Terrassenmosel genannt.

Hier liegt die Stadt Zell. Sie hat die zweitgrößte Weinbaufläche der Moselregion. Auch hier wächst überwiegend Riesling. Die Zeller Schwarze Katz, das sagenumwobene Gebiet rund um die Burg Zell, ist ein anheimelnder Anziehungspunkt für Touristen.

Die Mosel fließt weiter, direkt durch die Stadt Cochem hindurch. Cochem bezaubert durch seine alte Architektur und das historische Flair. Im Umland liegen zahlreiche Weingüter. Die Reichsburg Cochem erhebt sich majestätisch oberhalb der Stadt. Ihr Anblick lässt die Erinnerung an alte Märchen lebendig werden.

Die Reise auf dem deutschen Teil der Mosel endet am Deutschen Eck. Die Mosel fließt nun in den Rhein und das Weinbaugebiet Mittelrhein beginnt.

Hier liegt Koblenz, das vor über 2000 Jahren gegründet wurde und damit zu den ältesten Städten Deutschlands gehört. Einige Teile der Stadt gehören deshalb zum Weltkulturerbe.

Koblenz ist eng mit der Tradition von Weinbau, Wein- und Sekterzeugung verbunden. Passend also, dass sich hier dieDeutsche Wein- und Sommelierschule befindet. Sie ist das Zentrum für Weiterbildung rund um das Thema Wein.

 

Heute sind hier kulinarische Genüsse, aromatische Weine und viele Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Die Lebensart des benachbarten Frankreich ist zu spüren: „Profiter de la vie

– Genieße das Leben.“ Ein Besuch in unserer schönen Moselregion wird zum unvergesslichen Erlebnis.

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