Der Geschmack von Wein

Wussten Sie, dass der Geschmack von Wein durch den Duft, die Temperatur, den Säuregehalt und die Gerbstoffe bestimmt wird? Auch die Farbe des Weins sowie der Umgebung spielt eine Rolle. Das alles könnte der Grund dafür sein, dass Wein im Urlaub anders schmeckt als auf der heimischen Terrasse. Wie kommt das zustande?

Eine Studie über Wein und Farben

Die Universität Mainz hat ein Experiment durchgeführt, das recht ungewöhnlich klingt:
Insgesamt mehr als 500 Probanden wurde Wein angeboten mit der Bitte, seinen Geschmack zu beschreiben. Außerdem sollten die Teilnehmer den Preis des Weins einschätzen.

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(C) Bernd Kasper pixelio.de

Die Studienleiter tauchten die Umgebung der Probanden jeweils in farbiges Licht. Wie sich herausstellte, hatte genau dieses Licht einen Einfluss auf die Aussagen der Probanden.
Rotes und blaues Licht führte zu einer besseren Einschätzung von Geschmack und Qualität des Weins. Grünes und weißes Licht wirkte sich eher nachteilig aus.
Weine, die bei rotem Licht angeboten wurden, wirkten auf die Probanden teurer.
Würziger schmeckte der Wein, wenn er bei grünem oder blauem Licht getrunken wurde.

Die Forscher vermuten neuronale Zusammenhänge und den Einfluss der Farben auf von Gefühle, Gedanken und Geschmackswahrnehmungen. Hier gibt es noch viel zu entdecken.
Wofür ist es überhaupt gut, das zu wissen?

Farben, Stimmung und Geschmack

Schon jetzt können wir aus den Studienergebnissen so manche Schlussfolgerung ziehen:
Geht es um das Einrichten einer Vinothek oder eines Lokals, werden Farben demnächst nicht nur ein ästhetisches Gestaltungsmittel sein. Hier werden dann womöglich die Farben Rot oder Blau überwiegen, während Weiß eher sparsam eingesetzt wird.

Vielleicht sind die Umgebungsfarben auch der Grund, warum Wein, der uns im Urlaub begeistert hat, auf dem heimischen Balkon so ganz anders mundet?

Wein im Urlaub und zu Hause

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(C) Klaus Steves pixelio.de

Das kennen viele Weingenießer: Sie bringen aus dem Urlaub einen Karton Wein ihrer Urlaubs-Lieblings-Sorte mit. Erwartungsvoll wird die erste Flasche geöffnet, Erinnerungen an die schönen Erlebnisse schwingen mit.
Doch der Wein schmeckt ganz anders und die Enttäuschung ist groß. Was tun?

Die Temperatur und die Gläser beeinflussen das Aroma des Weins. Die Stimmung trägt ihr Übriges dazu bei.
Außerde haben, wie aus der beschriebenen Studie wissen, die Farben aus der Urlaubsgegend die Wahrnehmung des Weins entscheidend mit geprägt.

Heißt das nun, den Wein aus der Urlaubsregion nicht mehr von dort mitzubringen? Natürlich nicht. Mit einfachen Mitteln können wir das Aroma wieder hervorzaubern, das im Urlaub so begeisternd wirkte.

Urlaubsflair und Weingenuss

Urlaub und Alltag unterscheiden sich durch das Maß der Entspannung. Also wird Entspannung den Genuss des Urlaubsweins fördern. Das heißt: Der Stress des Alltags wird für ein paar Stunden weggeschickt.
Licht und Farben sind jeder Urlaubsregion eigen, sie kann man natürlich kaum „nachmachen“. Jedoch können gedämpftes Licht, Kerzenschein und leise Musik die gewohnte Umgebung auf ganz eigene Weise verzaubern.
Und wenn man zum Wein auch die Speisen genießt, die im Urlaub den Gaumen verwöhnten, wird nicht nur die Erinnerung an die schöne Zeit geweckt, sondern der Geschmack des Weins wird sich tatsächlich dem annähern, den man im Urlaub wahrgenommen hat.
Das belebt das Flair des vergangenen Urlaubs und macht Lust, neue Reisepläne zu schmieden.

Welches ist Ihr liebster Urlaubswein? Erzählen Sie es uns auf Facebook!

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Weingenuss zum Grillvergnügen – Welcher Wein passt zum Grillen?

Längst hat es sich herumgesprochen, dass ein stimmungsvoller Grillabend seine besondere Note durch den passenden Wein erhält. Doch manch einem Gastgeber fällt die Auswahl schwer: Soll der Wein eher säurebetont sein? Lieber lieblich oder doch mehr fruchtig?

So kompliziert, wie es im ersten Moment anmutet, ist die Auswahl des Weins allerdings gar nicht.

Zur Begrüßung ein Aperitif

Viele Grillfeste leben vom gemeinsamen Tun: Der Grill wird in Gang gebracht, die Glut abgewartet und die Reihenfolge von Fisch, Fleisch und Gemüse festgelegt.
Für diese Phase eignet sich ein leichter Weißwein, der wenig Alkohol enthält und nicht zu intensiv im Aroma ist. Natürlich kann man auch einen Perlwein anbieten, der mit seiner Frische die gesellige Stimmung unterstreicht.

Gäste, die lieber kohlensäurefrei trinken, nehmen gern einen leichten Weißwein oder Rosé mit wenig Alkohol und fruchtiger Note.

Für alle, die auf Alkohol verzichten, eignen sich Saft und Saftschorle. Oder wie wäre es bei der Gelegenheit mit einem alkoholfreien Schaumwein?

Ist das Grillgut verzehrfertig, kommen andere Weine zum Einsatz.

Wein zu Fleisch und Wurst vom Grill

Der Klassiker beim Grillen sind würzig marinierte Steaks, Schnitzel und Geflügel. Dazu passt Wein mit kräftigem Bouquet; er kann den intensiven Gewürzen standhalten. Grauburgunder, kräftiger Riesling oder Silvaner sind eine gute Wahl.
Bei den Rotweinliebhabern kommt ein Spätburgunder oder ein Dornfelder gut an.

Ist das Fleisch eher mild gewürzt, entscheiden Sie sich für einen Riesling mit leichter Note.

Bratwurst vom Grill ist ebenfalls sehr beliebt. Ein kräftiger Rosé oder auch ein Silvaner sind hierfür passende Begleiter.

Immer öfter kommen aber auch andere Köstlichkeiten auf den Grill.

Nur Weißwein zu gegrilltem Fisch und Gemüse?

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(C)Rainer Sturm, pixelio.de

Wird der Fisch in Folie gegart, ist ein Weißburgunder der passende Begleiter. Für Mutige: Die herzhafte Note von Fisch, der direkt über dem Feuer gegart wurde, lässt sich harmonisch ergänzen durch einen fruchtigen Spätburgunder. Das Abweichen von der Regel „nur weißer Wein zum Fisch“ kann sich durchaus lohnen.
Auf der „sicheren Seite“ sind Sie bei Fisch beider Zubereitungsarten mit einem milden Rivaner.

Gegrilltes Gemüse ist nicht nur für Vegetarier lecker. Als gesunde und schmackhafte Ergänzung zum Fleisch ist es immer öfter bei Grillpartys anzutreffen. Leichte Weine mit moderatem Alkoholgehalt passen gut dazu; zum Beispiel ein Riesling oder ein Müller-Thurgau.

Grillen – Traditionell oder kreativ

Wer sich der Tradition verbunden fühlt, greift auf Ketchup, Senf und fertige Grillsoßen zurück.
Doch kann es sehr reizvoll sein, aus Früchten und exotischen Gewürzen selbst eine mediterrane Marinade herzustellen. Der Phantasie sind hier eigentlich keine Grenzen gesetzt.
Drei bis vier Stunden sollte das Fleisch in der Marinade durchziehen. Exotische Schärfe verträgt sich übrigens gut mit einem fruchtigen Riesling.

Wer Knoblauch bevorzugt, wird einen leichten Rotwein bereithalten. Spätburgunder und Merlot kommen hier in Frage.

Weißweine werden traditionell gekühlt serviert. Beim Grillfest sollten auch Rotweine eher kühl gehalten werden, denn im Glas erwärmen sie sich recht schnell.

Damit der Kopf „leicht“ bleibt, bietet es sich an, zum Wein reichlich Wasser zu genießen, idealerweise aus separaten Gläsern.

Hier noch ein Grill-Rezept, das nicht nur Vegetariern mundet:

Grillkartoffeln für 8 Personen

16 festkochende Kartoffeln gründlich waschen und bürsten, trockentupfen und halbieren.

Die Schnittflächen der halbierten Kartoffeln mit Rapsöl bestreichen.

Die Schnittflächen der geölten Kartoffelhälften auf einen Teller mit 4 Esslöffeln Sesamsaat drücken.

4 geschälte Knoblauchzehen in dünne Scheiben schneiden.

Zwischen je 2 Kartoffelhälften 1 oder 2 Knoblauchscheiben legen, das Ganze fest in Grillfolie einpacken. Diese Päckchen direkt auf die Glut legen, dort 30 bis 40 Minuten grillen.

Dazu passt ein Dip aus Quark, Schmand, Chiliflocken, Zitronensaft, Pfeffer, Salz, Petersilie und etwas Schnittlauch.

Guten Appetit!

In unserer Moselvinothek beraten wir Sie gern bei der Auswahl passender Weine zu Ihrer Grillparty. Schauen Sie doch einfach wieder herein!

Weinverkostung – Was gehört dazu?

 Sie haben eine Einladung zur Weinverkostung in einem Weinkeller oder Restaurant und möchten sich bestmöglich darauf vorbereiten?  Wir geben Ihnen Tipps dafür, die Sie den Weingenuss erhöhen.

Vor der Weinverkostung: Klare Sinne sind wichtig

Eine Weinverkostung ist ein sehr sinnliches Erlebnis. Nase und Zunge tauchen in die Welt der Düfte und Aromen ein. Das können sie am besten, wenn sie zuvor keinen starken Reizen ausgesetzt waren. Deshalb gilt: Verzichten Sie auf starkes Parfüm, es würde sich mit dem Duft der Weine vermischen und die Eindrücke verfälschen.

Auch intensive Geschmacksreize sollten Sie vermeiden. Dazu gehören:

  • Scharfe Speisen
  • Kaffee
  • Zigaretten
  • Kaugummi
  • Zahnpaste

Das Zähneputzen sollte also mindestens eine Stunde vor Beginn der Weinverkostung liegen.

Falls die Weinverkostung nicht mit einem Essen startet, sorgen Sie selbst zuvor für eine leichte Mahlzeit. Achten Sie darauf, dass die Speisen nicht zu stark gewürzt sind.

Die Weinverkostung – Wasser und Brot zum Wein

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(C) gabriele Planthaber, pixelio.de

Aus der Einladung konnten Sie das Motto der Weinverkostung entnehmen und haben schon eine Vorstellung davon, was Sie erwartet.

Der Gastgeber hält mildes Weißbrot und stilles Wasser bereit, um zwischen den einzelnen Proben neutrale Geschmackseindrücke zu schaffen. Milder Käse dazu ist sehr beliebt, bleibt jedoch am besten den Pausen vorbehalten.

Ein spezielles Gefäß für jeden Gast dient dem Ausspucken der Proben. Das sieht zwar etwas gewöhnungsbedürftig aus, ist jedoch bei einer Weinverkostung ein normaler Vorgang, um nicht zuviel Alkohol aufzunehmen.
Jeder Gast wählt, ob er den Wein trinkt oder nach der intensiven Geschmacksprüfung in das Gefäß spuckt.

Die Gläser für die Weinverkostung sind klar und langstielig. Durch ihre etwas bauchige Form schaffen sie eine große Oberfläche, auf der sich die Weinaromen entfalten können. Nach oben werden sie schmaler, das verhindert das „Flüchten“ der Aromen.

Für die Reihenfolge der Weine gibt es bewährte Regeln: Die milden Weine werden vor den kräftigen gereicht, Weißwein vor Rotwein und trockene vor den lieblichen Weinen. So werden die Sinneseindrücke jedes einzelnen Weins nicht verfälscht.

Farbe, Duft, Geschmack

Halten Sie das Glas vor einen weißen Hintergrund und betrachten Sie einmal die Farbe des Weins. Ihnen wird auffallen, dass jeder Wein spezielle Schattierungen hat.
Achten Sie auf die Oberflächenspannung, die Reinheit und die Flüssigkeit. Mit der Zeit nimmt auch der Laie immer feinere Unterschiede wahr.

Nun kommt die Nase zum Einsatz: Welchen Duft bringt der Wein mit? Das finden Sie leicht heraus, indem Sie die Nase über das Glas halten und sich auf den Duft konzentrieren. Danach schwenken Sie das Glas etwas und werden überrascht sein, dass sich nun neue Düfte zeigen. Sie steigen aus den tieferen Schichten des Weins auf. Die Vielfalt wird Sie vielleicht überraschen, von blumig über grasig bis zu sanfter Süße sind viele Varianten möglich.
Ein weiteres Schwenken des Glases zaubert noch einmal andere Düfte hervor.

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(C) Ulrich Lieber, pixelio.de

Nun erst trinken Sie den ersten Schluck Wein. Dabei schlürfen Sie ein wenig, so dass mit dem Wein Luft in den Mundraum kommt. Bewegen Sie den Wein im Mund und nehmen die Geschmackseindrücke wahr. Ist der Wein mehr süß oder mehr sauer? Nehmen Sie bitteren oder fruchtigen Geschmack wahr?
Dann spucken Sie den Wein in das Gefäß und spüren dem verbleibenden Eindruck im Mund nach, dem Abgang. Ist das Gefühl auf der Zunge eher samtig oder rau? Wie lange bleibt dieser Eindruck erhalten?

Auf diese Weise können zwölf oder mehr Weine probieren und ihre Charaktere kennenlernen.

Eine Weinprobe ist ein schönes Erlebnis, denn wo sonst können Sie in angenehmer Stimmung soviel Interessantes über Wein mit allen Sinnen erfahren?

Sie haben noch keine Einladung für eine Weinprobe, aber würden gern an einer teilnehmen? Die  Moselvinothek lädt ab 5. Mai jeden Dienstag zur Weinprobe ein.
Gern beraten wir Sie auch bei der Auswahl von Weinen zu bestimmten Themen. Sprechen Sie uns an!

Wein im Märchen – Ein phantasievoller Ausflug

Wein ist aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken. Seit die Römer vor über 2000 Jahren den Wein in unsere Breiten brachten, ist er ein fester Bestandteil der europäischen Lebensart geworden. Die alten Hochkulturen des Nahen Ostens kannten Wein schon viel früher. Bis auf 6000 Jahre lässt sich diese Geschichte zurückverfolgen.
So wundert es nicht, dass der Wein in Märchen und Mythen immer wieder auftaucht.

Wein für Reise und Rausch

In Grimms Märchen „Die drei Brüder“ erhält jeder der drei Söhne als Wegzehrung einen Kuchen und eine Flasche Wein. Der Jüngste, der „Dummling“, teilt als einziger der drei seinen Proviant mit einem kleinen grauen Männchen, das ihn darum bittet. Zum Dank wird er reicht belohnt und erhält am Schluss sogar die Köngistochter zur Frau.

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(C)Schnappschuss, pixelio.de

„Das kluge Gretel“ ist eine genussfreudige Köchin, die auch einen guten Schluck Wein (oder zwei) nicht verschmäht. Das Märchen erzählt davon, wie sie, vom Trinken hungrig geworden, das Mahl verspeist, das dem Gast ihres Dienstherrn zugedacht war. Mit einer kleinen List schafft sie es, trotzdem straflos davonzukommen.

Ein armer Soldat will herausfinden, wo die Königstöchter ihre Schuhe zertanzen. Eine von ihnen bringt ihm einen Becher Wein. Doch der Soldat, zuvor gewarnt, täuscht das Trinken nur vor und bleibt wach. Er ist, nach vielen Königssöhnen und anderen ehrgeizigen Männern, derjenige, der das Rätsel um „Die zertanzten Schuhe“ löst.

Wein statt Wasser oder Tee

Ein Brunnen, der sonst Wein gab, ist ausgetrocknet. Es stellt sich heraus, dass eine Kröte in ihm sitzt. Sie wird getötet und der Brunnen sprudelt wieder. So wird es in „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ erzählt.

Und noch einmal Kuchen und Wein: Rotkäppchen, die sich allein auf den Weg zu ihrer kranken Großmutter macht, hat in ihrem Korb nicht etwa Obst und Tee, sondern Kuchen und eine Flasche Wein. Der Verlauf der Geschichte ist bekannt; der Jäger rettet das Mädchen und die Großmutter aus dem Bauch des Wolfes. So kann die Großmutter doch am Schluss noch den Kuchen essen und den Wein trinken „und erholt sich wieder“.

In vielen anderen Märchen wird der gute Ausgang mit einem rauschenden Fest gefeiert. „Und der Wein floss in Strömen“, malt das Bild von unbeschwertem, frohem Beisammensein.

In unserer Moselvinothek bieten wir Wein für viele schöne Anlässe – Schauen Sie doch wieder einmal herein!

Spargel und Wein – So schmeckt der Frühling

Der Frühling ist da und mit ihm der Spargel. Wussten Sie, dass der Spargel 35 Aromastoffe enthält? Damit veredelt er Suppen, gibt Salaten die besondere Note oder wird auf traditionelle Weise mit feiner Soße oder gekochtem Schinken verzehrt. Auch in Kombination mit Erdbeeren oder Meeresfrüchten entfaltet er sein ganz eigenes, von einer leicht bitteren Note geprägtes Aroma. Ein guter Wein rundet das Spargelgericht perfekt ab. Doch welcher soll es sein?

Wein zum Spargel – Ein kulinarischer Genuss

Spargel hat zwei Geschmacksnoten: Der Kopf ist leicht nussig, ein wenig süß, der Körper ein bisschen bitter. Rotwein würde diese feinen Noten überdecken. Zu leichter Weißwein würde hinter dem Spargelaroma verschwinden.
Deshalb wird die Wahl auf einen trockenen, gereiften Weißwein mit vollem Körper und mäßigem Alkoholgehalt fallen. Die feine Säure unterstreicht das Spargelaroma, ohne es zu dominieren.

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Ein spritziger Weißwein_by_Rolf Handke, pixelio.de

Silvaner und Weißburgunder passen zu einem herzhaften Spargelsalat oder zur Kombination von Spargel und Meeresfrüchten.
Scampi und Garnelen sollten mild zubereitet werden, damit sie das Spargelaroma nicht überdecken. Dazu harmoniert ein Rivaner mit feiner Fruchtnote.

Gern wird als Vorspeise warmer Spargel mit Vinaigrette gereicht. Dazu passt vorzüglich ein leichter Gelber Muskateller. Seine Säurenote hält der leckeren Vorspeise die Waage.
Der kräftige grüne Spargel mag als Begleiter einen Spägburgunder oder Chardonnay; diese Weine ergänzen sein nussiges, intensives Aroma.

Klassisch: Wein zum Spargel mit Sauce hollandaise oder Schinken

Wer Spargel in Gesellschaft von Butter oder Olivenöl und Kartoffeln mag, wird einen leichten Silvaner aus Rheinhessen wählen.
Zur Sauce hollandaise passt ein gehaltvoller Silvaner oder ein Weißburgunder, der mit seinem zarten Zitrusaroma auf sanfte Weise das Spargelaroma ergänzt. Je gehaltvoller die Sauce ist, umso spritziger darf der Wein sein.

Die Kombination mit Schinken ist ein weiterer Klassiker auf der Spargel-Karte. Hier wird man gekochten Schinken bevorzugen, sein Aroma drängt sich nicht vor, wie das von rohem Schinken. Als Wein ist hier ein junger Grauburgunder genau richtig.
Allgemein gilt: Je würziger das Gericht, umso kräftiger darf der Wein sein.

Selbst ist der Koch – ein Rezept zum Ausprobieren

Wer nun durch das Lesen über leckere Spargel-Wein Kombinationen Lust zum Ausprobieren bekommen hat, dem sei das folgende Rezept für eine leichte Vorspeise mit Spargel empfohlen:

Schwäbischen Spargelsalat:
Kochen Sie 400 g weißen Spargel bissfest. 80 ml abgebundenen Spargelsud mit zwei wachsweich gekochten Eiern kräftig mischen. Langsam 5 Esslöffel Öl zugeben, 2 Esslöffel Essig, etwas saure Sahne und Creme fraiche. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Chilipulver abschmecken. Die lauwarmen Spargelstangen in Salz und Zucker wälzen und auf einer Platte anrichten. Wer mag, gibt Schwarzwurstbrösel dazwischen. Darüber die vorbereitete Eivinaigrette geben. Etwas Brunnenkresse rundet den Salat ab. Dazu dünne Weißbrotscheiben servieren.
Als Wein passt ein leichter Gutedel, Weißburgunder oder Silvaner. Sie untermahlen die Säurenote der Vinaigrette und harmonieren mit dem feinen Spargel. Guten Appetit!
Welche Spargelgerichte mögen Sie am liebsten und welchen Wein dazu? Erzählen Sie es uns auf Facebook.

Wo wächst unser Wein? – Deutsche Weinbaugebiete

Die Deutschen Weinanbaugebiete

Die Deutschen Weinanbaugebiete – waldili, pixelio.de

Mögen Sie am liebsten einen harmonischen Riesling von der Mosel? Oder doch lieber einen kräftigen Riesling aus dem Rheingau? Die Bezeichnung des Weinbaugebietes gibt Weinliebhabern schon eine Aussage darüber, welche Trauben das Aroma ihres Weines prägen. Hatte zum Beispiel die Pfalz ein eher trockenes Jahr, Saale-Unstrut hingegen ausreichend Regen, wirkt sich das auf die Weine der Region aus.

Doch nicht jede Gegend darf sich Weinbaugebiet nennen.

Das Weinrecht – Nicht nur eine deutsche Ordnung

Es wird uns in Deutschland ja nachgesagt, dass es hier für alles eine Vorschrift gibt. Das gilt auch für den Wein. Doch ein Weinrecht gibt es in jedem Weinland der Welt. Das erste gesetzlich festgeschriebene Weinbaugebiet war kein deutsches, sondern die  nordportugisische Region Alto Douro, und das schon im Jahr 1756.  Alle anderen Länder folgten und verankerten ihre Weinbaugebiete in ihrem jeweiligen Weinrecht.

Eine meist historisch gewachsene Region, die den Titel „Weinbaugebiet“ führen darf, erfüllt bestimmte Aufgaben, die der Qualitätssicherung des Weins dienen. In jedem Gebiet sind der Anbau und die Herstellung des Weins verbindlich geregelt. Nur wenn die Winzer diesen Regeln gefolgt sind, dürfen sie auf ihrem Weinetikett die entsprechende Region benennen. So hat der Käufer einen ersten Anhaltspunkt über den Geschmack des Weins.

Zum Beispiel hat unser Moselriesling, bedingt durch seine Restsüße, einen leichten Charakter, während der Riesling vom Rheingau durch seinen höheren Säuregehalt kräftiger und körperreicher ist. Der Grund liegt auf der Hand: Die Weine wachsen auf verschiedenen Böden und in unterschiedlichem Klima heran. Insgesamt 13 Weinregionen sind in Deutschland verzeichnet.

13 Deutsche Weinbaugebiete

Deutschwer Wein

Deutschwer Wein, h-d Volz, pixelio.de

Für Qualitäts- und Prädikatsweine sind in Deutschland 13 Weinbaugebiete mit insgesamt ca. 103.000 Hektar Anbaufläche ausgewiesen. Das nördlichste ist das Gebiet Saale-Unstrut. Es wurde erstmals vor 1000 Jahren urkundlich erwähnt. Das südlichste ist das Gebiet Baden. Am weitesten westlich liegt unsere Moselregion, die bis 2006 noch Mosel-Saar-Ruwer hieß. Das östlichste Gebiet ist Sachsen, ein Weinbaugebiet an der Elbe, das säureneutrale, milde Weine erzeugt. Es ist mit 450 ha Fläche neben dem Gebiet Hessische Bergstraße das kleinste unter den Weinbaugebieten. An der Spitze steht übrigens Rheinhessen mit 26.300 ha Fläche.

Sie sehen, es gibt über jedes der 13 deutschen Weinbaugebiete so einiges zu erzählen. Jedes hat seine Geschichte und Gepflogenheiten und bietet seinen Rebsorten spezielle landschaftliche und klimatische Bedingungen.

In den nächsten Beiträgen beginnen wir mit einem Streifzug durch die einzelnen deutschen Weinbaugebiete. Der erste Besuch wird unserer schönen Weinbauregion Mosel-Saar-Ruwer gelten. Welche Erlebnisse verbinden Sie mit der Moselregion oder einem anderen Weinbaugebiet? Erzählen Sie es uns auf Facebook.

Der Wein – von der Pflege und den Anbauformen

Weinanbauformen

Der Weinanbau von Marianne j, pixelio.de

Wussten Sie, dass es in Deutschland verschiedene Formen gibt, Wein anzubauen? Die älteste davon geht auf die alte römische Kultur zurück. Als die Römer sich ca. 300 Jahre nach der Zeitenwende aus Süddeutschland zurückzogen, führten die Winzer den Weinbau fort. Deutschland kann also auf eine Weintradition zurückblicken, die bereits mehr als 2000 Jahre zählt. Also genügend Zeit um herauszufinden, wie die Weine am besten wachsen und um die Weinbauformen weiterzuentwickeln.

Haben Sie schon einmal gehört, dass Weinreben „erzogen“ werden? Darunter versteht man, vereinfacht gesagt, die Art, wie der Weinstock in seinem Wachstum unterstützt wird, wie er gepflegt und beschnitten wird. Bei fachgerechter Pflege kann ein Weinstock bis zu 400 Jahre alt werden…Das Geheimrezept ist also gute Pflege, zusammen mit der richtigen Anbauform. Darauf möchte ich heute etwas genauer eingehen.

Worauf kommt es an?

Jede Rebe hat ihre eigenen Bedürfnisse. Diese und die klimatischen Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden. Auch der Boden ist ein wichtiger Faktor. Winzer brauchen gute Kenntnisse und viel Erfahrung

Wein braucht Sonne. Die Winzer achten darauf, dass die Weinblätter und später auch die Früchte möglichst lange von der Sonne beschienen werden. Denn nur so kann der Wein richtig gedeihen und die heranreifenden Früchte können in der Sonne ihr volles Aroma entwickelt.

Der Winzer hat den Ertrag im Blick: Er möchte hochwertigen Wein ernten und das in einer wirtschaftlich sinnvollen Menge. Per Hand, wie in alten Filmen zu sehen, ist das kaum noch zu schaffen. Also lief die Entwicklung darauf hinaus, dass der Weinbau intensiviert und mechanisiert wurde und das ohne Verlust der Qualität. Auch der Schonung der Ressourcen und dem sparsamen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird dabei Rechnung getragen.

Wie alles begann

Die Römer betrieben den Kammertbau; sie pflanzten die Weinstöcke in einem Kammertrahmen aus Holz an. Auf senkrecht stehende Pfähle wurde ein Querbalken gelegt, sodass eine „Kammer“ entstand. Diese wiederum war mit ihren Nachbarn verbunden. In der Vorderpfalz wurde der Kammertbau auf eine spezielle regionale Weise noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein praktiziert.

Bis zum Ende der 1950er Jahre war noch eine andere Anbauform verbreitet: Die Stockkultur, auch Stickelwingert genannt. Jeder Weinstock erhielt einen eigenen Stock, den Stickel, als Stütze. Die einzelnen Stickel fügten sich ihrerseits zu einem Rahmen zusammen.

Weinbau heute – Die Guyot-Erziehung

Weinanbau in Deutschland - Marianne J._pixelio.de

Weinanbau in Deutschland – Marianne J., pixelio.de

Anfang der 1960er Jahre breitete sich die Guyot-Erziehung aus, die auch unter der Bezeichnung Steckbogen-System bekannt ist.

Ihr Erfinder, Jules Guyot, war ein französischer  Arzt und Wissenschaftler, der von 1807 bis 1872 lebte. Neben anderen interessanten Forschungsprojekten betrieb er intensive Weinbaustudien, für die er sehr bekannt wurde.

Bei seiner Methode stehen die Reben im Spalier auf den Hängen. Sie ranken an horizontal gespannten Drähten empor. Die Fruchtrute, die dem Rebstamm am zweitnächsten ist, wird am unteren Draht festgebunden und auf spezielle Art beschnitten. Sie trägt später die Trauben. Die Guyot-Erziehung ist heute in ursprünglicher oder abgewandelter Form noch immer die am häufigsten praktizierte Form des Weinanbaus.

Die Umstellung der Anbauform in den 1960er Jahren war mit einer Flurbereinigung verbunden.  Dieser Prozess brachte gravierende Veränderungen mit sich. Alte Sorten wurden abgeschafft und Neuzüchtungen angepflanzt. Es ging darum, die Flächen maschinell zu bewirtschaften und die Erträge zu erhöhen.

Am Kaiserstuhl wurden Terrassen angelegt, der Boden veränderte sich und insgesamt legte man das Augenmerk darauf, den Wein vollständig maschinell zu ernten.

Statt der Holzstickel wurden verzinkte Metallpfosten eingesetzt – die Drahtrahmenerziehung war und ist auf dem Vormarsch.

An unserer schönen Mosel ist noch vielfach die Einzelpfahlerziehung – hier heißt sie Moselpfahlerziehung – aus der Zeit der Römer zu sehen. Auf einem Stämmchen werden zwei Büglinge (Bögen) angeschnitten und am Stamm unterhalb befestigt.  Diese Form des Anbaus ist für die maschinelle Bewirtschaftung nicht geeignet, aber die extremen Steillagen machen diese Art der Bewirtschaftung auch meist gar nicht möglich. Sind die Weinberge nicht ganz so steil, so taucht auch bei uns immer häufiger die Drahtrahmenerziehung auf.

Nun, nach so vielen Informationen, haben Sie vielleicht Lust auf einen frischen oder lieblichen Wein aus sorgsam erzogenen Reben? Schauen Sie in unsere Moselvinothek vorbei und lassen sich von dem Angebot inspirieren.