Die Ausbildung zum Winzer – Natur, Handwerk, breites Wissen

Weinberge

Weinberge, von Detlef Menzel, pixelio.de

Wer einen guten Wein herstellen und verkaufen will, braucht ein breites Wissen über Weinbau, Kellerwirtschaft und Marketing. Den Grundstock dafür legt die Ausbildung zum Winzer. Der Beruf des Winzers zählt zu den „Grünen Berufen“. Diese Bezeichnung fasst die Berufe im Bereich Ernährung und Agrarwesen zusammen. Ein schönes Bild, denn die Naturverbundenheit nimmt hier einen wichtigen Platz ein.

Wer Winzer werden möchte, wird sich mit dem Wein als Kulturgut verbunden fühlen und einen feinen Geschmackssinn haben. Er bringt handwerkliches Geschick und technisches Verständnis mit. Körperlich und geistig ist er fit und belastbar. Gut, wenn der künftige Winzer von Anfang an über Kreativität und Entscheidungsbereitschaft verfügt.

Der Weg zum Winzer – Nicht nur Pflanzen, Ernten, Keltern

Der künftige Winzerlehrling mit mindestens Hauptschulzeugnis bewirbt sich bei einem anerkannten Ausbildungsbetrieb seiner Wahl. Wird er angenommen, durchläuft er in den kommenden drei Jahren die Bereiche Traubenerzeugung, Kellerwirtschaft und Vermarktung. Das theoretische Wissen dazu vermittelt eine der Berufsschulen, die er regelmäßig zum Blockunterreicht besucht.

Der Unterricht wird in drei Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) angeboten:

Bernkastel-Kues (Mosel), Neustadt (Rheinland-Pfalz) und Bad Kreuznach und Oppenheim für die Region Rheinhessen-Nahe-Hunsrück. Auch die Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg ist eine bekannte Ausbildungsstätte für angehende Winzer.

Die Ausbildung ist nach der Bildungsverordnung von 2009 einheitlich geregelt.

Winzer werden – Drei Jahre Theorie und Praxis

Im Betrieb wird der Auszubildende in die Arbeitsabläufe einbezogen und lernt es, diese selbstständig zu planen und durchzuführen. Weiterhin übt er den Umgang mit Maschinen und Geräten, um den Boden für die Reben vorzubereiten und die Bodenfruchtbarkeit zu sichern.

Das Pflanzen und Pflegen der Reben, die Ernte und Verarbeitung der Trauben gehören zu den Schwerpunkten der Ausbildung. Der künftige Winzer übt und lernt, sammelt Erfahrungen und taucht immer tiefer in den Weinanbau ein. Er beobachtet die Vorgänge in der Natur und lernt, sich darauf einzustellen.

Die Herstellung von Wein und Sekt im Weinkeller ist ein weiterer wichtiger Punkt der Ausbildung. Dafür reicht ein feiner Geschmackssinn nicht aus; der Auszubildende erwirbt das nötige Wissen der chemischen und biologischen Vorgänge und lernt den richtigen Einsatz von Geräten und Werkzeugen.

Gesetzliche Regelungen und Buchhaltungskenntnisse, Marketingwissen und Präsentationen gehören ebenfalls zu der umfangreichen Ausbildung.

Nach bestandener Prüfung hält der vormals Auszubildende stolz sein Zeugnis als Winzer/ Winzerin in der Hand.

Weiterbildung – Viele Wege führen zum Wein

Wer weiter in die Geheimnisse des Weinbaus einsteigen möchte, kann verschiedene Angebote nutzen: Ein Jahr dauert die Weiterbildung als staatlich geprüfter Wirtschafter mit Schwerpunkt Weinbau und Oenologie (Kellerwirtschaft).

Die Weiterbildung zum staatlichen geprüften Techniker dauert zwei Jahre. Sie wird auch von Seiteneinsteigern in den Beruf des Winzers genutzt.

Nach mindestens drei Jahren Berufserfahrung kann der Winzer sich  zum Meisterstudium anmelden. Es ist stark praxisorientiert angelegt und dauert zwei Jahre.

Ein weiterer Weg ist das Studium der Kellerwirtschaft. Es wird mit der Berufsbezeichnung Oenologe abgeschlossen.

Die Fachhochschule Rhein-Main bietet das Studium des Weinbaus an.

An den Fachhochschulen Bingen, Kaiserslautern und Ludwigshafen ist ein duales Studium Kellerwirtschaft und Weinbau möglich.

Winzer – ein Beruf, der traditionelles Wissen mit modernen Möglichkeiten kombiniert.

Das Ziel ist stets, in jedem Jahr Weine von hoher Qualität zu erzeugen, wie wir sie Ihnen in unserer Moselvinothek anbieten können.

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Der Wein – von der Pflege und den Anbauformen

Weinanbauformen

Der Weinanbau von Marianne j, pixelio.de

Wussten Sie, dass es in Deutschland verschiedene Formen gibt, Wein anzubauen? Die älteste davon geht auf die alte römische Kultur zurück. Als die Römer sich ca. 300 Jahre nach der Zeitenwende aus Süddeutschland zurückzogen, führten die Winzer den Weinbau fort. Deutschland kann also auf eine Weintradition zurückblicken, die bereits mehr als 2000 Jahre zählt. Also genügend Zeit um herauszufinden, wie die Weine am besten wachsen und um die Weinbauformen weiterzuentwickeln.

Haben Sie schon einmal gehört, dass Weinreben „erzogen“ werden? Darunter versteht man, vereinfacht gesagt, die Art, wie der Weinstock in seinem Wachstum unterstützt wird, wie er gepflegt und beschnitten wird. Bei fachgerechter Pflege kann ein Weinstock bis zu 400 Jahre alt werden…Das Geheimrezept ist also gute Pflege, zusammen mit der richtigen Anbauform. Darauf möchte ich heute etwas genauer eingehen.

Worauf kommt es an?

Jede Rebe hat ihre eigenen Bedürfnisse. Diese und die klimatischen Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden. Auch der Boden ist ein wichtiger Faktor. Winzer brauchen gute Kenntnisse und viel Erfahrung

Wein braucht Sonne. Die Winzer achten darauf, dass die Weinblätter und später auch die Früchte möglichst lange von der Sonne beschienen werden. Denn nur so kann der Wein richtig gedeihen und die heranreifenden Früchte können in der Sonne ihr volles Aroma entwickelt.

Der Winzer hat den Ertrag im Blick: Er möchte hochwertigen Wein ernten und das in einer wirtschaftlich sinnvollen Menge. Per Hand, wie in alten Filmen zu sehen, ist das kaum noch zu schaffen. Also lief die Entwicklung darauf hinaus, dass der Weinbau intensiviert und mechanisiert wurde und das ohne Verlust der Qualität. Auch der Schonung der Ressourcen und dem sparsamen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird dabei Rechnung getragen.

Wie alles begann

Die Römer betrieben den Kammertbau; sie pflanzten die Weinstöcke in einem Kammertrahmen aus Holz an. Auf senkrecht stehende Pfähle wurde ein Querbalken gelegt, sodass eine „Kammer“ entstand. Diese wiederum war mit ihren Nachbarn verbunden. In der Vorderpfalz wurde der Kammertbau auf eine spezielle regionale Weise noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein praktiziert.

Bis zum Ende der 1950er Jahre war noch eine andere Anbauform verbreitet: Die Stockkultur, auch Stickelwingert genannt. Jeder Weinstock erhielt einen eigenen Stock, den Stickel, als Stütze. Die einzelnen Stickel fügten sich ihrerseits zu einem Rahmen zusammen.

Weinbau heute – Die Guyot-Erziehung

Weinanbau in Deutschland - Marianne J._pixelio.de

Weinanbau in Deutschland – Marianne J., pixelio.de

Anfang der 1960er Jahre breitete sich die Guyot-Erziehung aus, die auch unter der Bezeichnung Steckbogen-System bekannt ist.

Ihr Erfinder, Jules Guyot, war ein französischer  Arzt und Wissenschaftler, der von 1807 bis 1872 lebte. Neben anderen interessanten Forschungsprojekten betrieb er intensive Weinbaustudien, für die er sehr bekannt wurde.

Bei seiner Methode stehen die Reben im Spalier auf den Hängen. Sie ranken an horizontal gespannten Drähten empor. Die Fruchtrute, die dem Rebstamm am zweitnächsten ist, wird am unteren Draht festgebunden und auf spezielle Art beschnitten. Sie trägt später die Trauben. Die Guyot-Erziehung ist heute in ursprünglicher oder abgewandelter Form noch immer die am häufigsten praktizierte Form des Weinanbaus.

Die Umstellung der Anbauform in den 1960er Jahren war mit einer Flurbereinigung verbunden.  Dieser Prozess brachte gravierende Veränderungen mit sich. Alte Sorten wurden abgeschafft und Neuzüchtungen angepflanzt. Es ging darum, die Flächen maschinell zu bewirtschaften und die Erträge zu erhöhen.

Am Kaiserstuhl wurden Terrassen angelegt, der Boden veränderte sich und insgesamt legte man das Augenmerk darauf, den Wein vollständig maschinell zu ernten.

Statt der Holzstickel wurden verzinkte Metallpfosten eingesetzt – die Drahtrahmenerziehung war und ist auf dem Vormarsch.

An unserer schönen Mosel ist noch vielfach die Einzelpfahlerziehung – hier heißt sie Moselpfahlerziehung – aus der Zeit der Römer zu sehen. Auf einem Stämmchen werden zwei Büglinge (Bögen) angeschnitten und am Stamm unterhalb befestigt.  Diese Form des Anbaus ist für die maschinelle Bewirtschaftung nicht geeignet, aber die extremen Steillagen machen diese Art der Bewirtschaftung auch meist gar nicht möglich. Sind die Weinberge nicht ganz so steil, so taucht auch bei uns immer häufiger die Drahtrahmenerziehung auf.

Nun, nach so vielen Informationen, haben Sie vielleicht Lust auf einen frischen oder lieblichen Wein aus sorgsam erzogenen Reben? Schauen Sie in unsere Moselvinothek vorbei und lassen sich von dem Angebot inspirieren.

Moselweine aus unserem Keller

Weine der Moselvinothek

Weine by petlei, pixelio.de

Das Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues ist im vollen Gange und auch wir sind wieder mit einem Stand und erstklassigen Weinen vom St. Nikolaus Hospital mit dabei. Doch während einige von uns ihren Spaß auf dem Weinfest haben, bedeutet das natürlich keine Pause für die Vinothek. Denn auch jetzt sind unsere Keller randvoll mit Weinen renommierter Winzer aus dem Weinanbaugebiet Mosel.

Eines dieser Weingüter ist das Weingut Witwe Dr. H Thanisch, Erben Müller-Burggraf. Hier treffen mehr als 350 Jahre Weinbauerfahrung auf erstklassige Lagen und kreieren köstliche Weine, wie den Bernkasteler Doctor Wein. Schon allein dieser geschichtsträchtige Wein machte das Weingut über die Grenzen des Moselgebietes bekannt. Aber auch die anderen Weine lassen es sich nicht nehmen, mit bester Qualität zu überzeugen.

Wein aus Zeltingen-Rachtig stammt diese Woche aus dem Weingut Schömann. Auch hier steht Qualität weit vor Quantität – und das seit vielen Generationen. Die Rieslinge, Spätburgunder, Weißburgunder und Dornfelder aus dem Zeltinger und dem Graacher Himmelreich, dem Bernkasteler Johannisbrünnchen und vielen anderen sehr guten Weinlagen beweisen, dass diese Philosophie Erfolg bringt.

Aber natürlich haben wir nicht nur Weine von der Mittelmosel. Denn wie wir alle wissen, hat auch das übrige Weinanbaugebiet Mosel einiges zu bieten. So zum Beispiel auch Kobern-Gondorf. Von dort aus beliefert uns unter anderem das Weingut Von Schleinitz, eines der Spitzenweingüter der Region. Die Weinbaugeschichte dieses Weinguts ist bereit mehr als 350 Jahre alt und wird mit Sicherheit so schnell keinen Abbruch nehmen.

Bewegen wir uns noch einmal in die entgegengesetzte Richtung. Zum WeinKulturGut Longen Schlöder in Longuich. Die individuell ausgebauten Weiß- und Rotweine sowie der Winzersekt sorgen Jahr für Jahr für verführerische Weinmomente. Die Trauben für diese Weine stammen dabei nicht einzig und alleine von der Mosel, sondern zum Teil auch aus dem nah gelegenen Ruwertal.

Das war es auch schon wieder für diese Woche. Wir freuen uns auf Ihren Besuch, natürlich auch gerne an unserem Weinfeststand – dort sind wir noch bis zum Montag zu finden.

Es wird mal wieder Zeit…

… für einen Blick in unseren Weinkeller. Heute möchte ich wieder ein paar Winzer vorstellen, die dazu beitragen, dass unser Sortiment so vielfältig und köstlich zugleich sein kann.

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by twinlili, pixelio.de

Ein Weingut, das unser Sortiment mit unserem geliebten Rebensaft erweitert, ist das Weingut Werner in Leiwen. Das Weingut Werner ist ein Weingut mit Tradition. Aber nicht nur die Tradition ist hier von Bedeutung, sondern natürlich auch der Fortschritt. Und so entstehen aus der Kombination von beidem erstklassige Rieslinge, angereichert mit einer großen Portion Leidenschaft. Die Moselweine stammen aus den Lagen Schweicher Annaberg, Leiwener Laurentiuslay, Leiwener Klostergarten und Trittenheimer Apotheke.

Weiter geht unsere heute Vorstellungsrunde in Reil an der Mosel. Und zwar beim Weingut Melsheimer. Das Weingut hat sich ausschließlich dem Riesling gewidmet. Und der wird nach den Regeln des ökologischen Weinbaus angebaut. Bereits seit mehr als 15 Jahren gehört der Betrieb dem „Bundesverband ökologischer Weinbau ECOVIN“ an und zieht seit 2009 zusätzlich biodynamische Aspekte hinzu. Das Resultat sind erstklassige „Bio-Weine“ die sich wirklich sehen lassen können.

Für den biologisch-dynamischen Rebbau hat sich auch das Weingut Trossen entschieden. Bereits seit 1978 gibt es aus dem Weingut aus Kinheim-Kindel vom Mosel Terroir geprägte „Bio-Weine“, die natürlich auch in unserem Sortiment nicht fehlen dürfen.

SMW, das steht für Saar Mosel Winzersekt. Schon der Name macht klar: Hier gibt es Sekt, und zwar echten Winzersekt, den Sie auch in unserem Keller wiederfinden. Die Weine, die die Grundlage des Sektsortiments des SMW bilden, wurden allesamt sorgfältig ausgewählt und stammen aus umweltschonendem Anbau. Das Ergebnis sind erstklassige Sekte, die speziell nach der SMW-Methode veredelt werden und dadurch besonderes hochwertig und bekömmlich sind.

Neugierig geworden? Natürlich stehen Ihnen die Produkte dieser Winzer in unserem Keller zur Verkostung zur Verfügung. Sie mögen Rosé? Dann besuchen Sie uns auch am 24.08.2013, wenn es in der Vinothek heißt: Ein Abend in Rosé. Weitere Infos dazu gibt es auf unserer Homepage.

Lust auf Wein?

Aber welcher? Vielleicht können wir Ihnen ein bisschen auf die Sprünge helfen.

Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem schmackhaften Tropfen aus dem Terrassen-Weingut Dötsch-Haupt. Das Weingut aus Kobern-Gondorf hat nun auch einige seiner Weine in unserem Keller gelagert und die möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalte. Das Weingut setzt bei seinem Weinausbau auf Zeit – und zwar viel Zeit. Die Weine werden langsam ausgebaut. Eine mehrjährige Reifung ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Weine, die Genuss bringen und Lust auf mehr machen – das ist das Weingut Heidhof. Das Weingut verfügt über mehrere Jahrhunderte Weinbauerfahrung. Hier werden Weinbautradition gepaart mit moderner Kellertechnik und die einzigartigen Bedingungen genutzt, die die Mosel den Winzern bietet: Terroir und mineralhaltige Schieferböden – das Rezept für Erfolgsweine.

Ein weiterer Schatz aus unserem Keller stammt aus Erden. Das Weingut Lotz begeistert mit Tradition, Faszination am Wein, Hingabe und Leidenschaft zum Winzerberuf und absoluter Überzeugung vom Potenzial, dass die Mosel für den Weinbau bietet. Die Weinverrücktheit und –verliebtheit des Weinguts sind genau die Richtige Basis für unverwechselbare Moselweine, wie wir sie kennen und lieben.

Aber nicht nur das Weingut Lotz beglückt uns mit Erdener Weinen. Auch das Weingut Sankt Anna ist ganz vorne mit dabei, wenn es um köstliche Weine aus dem idyllischen Moselort geht. Auch hier hat die Qualität oberste Priorität. Das Resultat: Erstklassige Weine für einzigartige Genussmomente.

Einige der Weine diese Weingüter und noch viele andere Moselweine, darunter ganz besondere Raritäten, können Sie bei uns in der Vinothek verkosten oder aber in unserem Weinshop online bestellen und sich direkt nach Hause liefern lassen! Schon probiert? Schreiben Sie uns doch auch auf Facebook, welcher Wein Ihnen am besten schmeckt. Wir sind gespannt!

Weinanbau Reform: jetzt doch keine Liberalisierung des Anbaus?

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Erinnern Sie sich noch an die Reform des Weinanbaus von 2008, insbesondere an den Punkt mit den Pflanzrechten? Falls nicht oder falls Sie vielleicht noch gar nicht von dieser Reform wussten, möchte ich an dieser Stelle Ihr Wissen ein klein wenig auffrischen oder Ihnen sogar ein paar neue Kenntnisse vermitteln. Denn diese Reform steht jetzt wieder im Brennpunkt des Interesses von Winzern und Weinliebhabern in der EU.

Wie es zu dieser Reform kam? Da ist gar nicht mal so schwer zu erklären. Wir befinden uns in Europa, wo Qualität und Tradition im Weinbau noch groß geschrieben werden. Nirgends gibt es so exklusive Weine, wie hier. Und nirgends ist Wein derart Kulturgut statt Massenware, wie hier. Das liegt größten Teils am Talent und der Erfahrung der europäischen Winzer, die Ihre Weinreben mit größter Hingabe hegen und pflegen. Aber auch die in der EU geltenden Gesetzte zum Weinanbau tun ihren Teil dazu. Denn in der EU darf nicht jeder einfach seinen Wein zusammen panschen. Hier gelten strenge Richtlinien, was die Herstellung der erstklassigen Weine angeht. Um zum Beispiel das ganz spezielle Aroma einer Eichenfassreifung zu erreichen, muss der Wein hier auch tatsächlich im Eichenfass gereift sein. Kaufen Sie einen europäischen Wein, der nach Eichenfassgärung schmeckt, müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass diesem Wein Eichenspäne zugesetzt wurden, wie es vielleicht in anderen Gebieten der Welt der Fall ist. Auch darf in Europa dem Wein kein Wasser hinzugefügt werden, um die Kosten zu senkt. Weine werden hier nicht einfach nach einem einheitlichen Muster „designed“. Die europäischen Weine werden geprägt von den ganz individuellen Bedingungen, die ihr Anbaugebiet ihnen bietet. Sie überzeugen Jahr für Jahr mit ihren ganz besonderen Geschmackserlebnissen. Und diese Geschmackserlebnisse sind nicht etwa künstlich erzeugt. Sie sind absolut echt. Diese und andere Qualitätskriterien machen natürlich die Produktion und somit auch das Endprodukt etwas teurer. Aber wie auch sonst überall hat Qualität ihren Preis. Die Konkurrenz außerhalb der EU, die es mit der Qualität nicht ganz so genau nimmt, ist da selbstverständlich günstiger. Aber ganz bestimmt nicht besser. Trotzdem werden diese Weine, in der EU selbst niemals hergestellt werden dürften, in diese importiert und stellen eine Gefahr für die Existenz der heimischen Winzer dar.

An dieser Stelle kommt die Reform des Weinanbaus von 2008 ins Spiel. Eine Reform, die in jeder Hinsicht gut gemeint ist, aber für die Winzer in unserer direkten Umgebung – wir sprechen hier vom Weinanbaugebiet Mosel – vor allem in einem Punkt eher ein Dorn im Auge darstellt. Grundsätzlich ist es Ziel dieser Weinbaureform, den europäischen Weinerzeugern den Wettbewerb innerhalb der EU, aber auch auf dem Weltmarkt, zu erleichtern. Um dies zu erreichen, soll nämlich unter anderem das bisher gültige Pflanzrechtsystem auf EU-Ebene zum 01.01.2016 aufgehoben werden. Auf nationaler Ebene ist eine weitere Gültigkeit bis 2018 erlaubt. (Die vollständige Verordnung finden Sie hier.

Und genau dieses Auslaufen der Pflanzrechte und damit die Liberalisierung des Anbaus, bereitete den hiesigen Winzern bis dato Kopfzerbrechen. Bisher war es nämlich so, dass ein Winzer seine Anbaufläche nur dann erweitern könnte, wenn er die Pflanzrechte eines anderen Winzers erwirbt. Mit dem Wegfall dieses Systems könnten sich die europäischen Winzer also weiter ausbreiten. Doch wie sieht es speziell hier bei uns, im Weinanbaugebiet Mosel, aus? Es fehlt für viele der Platz, um sich stark zu vergrößern. Während also Winzer in anderen europäischen Ländern ihre Grenzen um ein Vielfaches vergrößern können, müssen viele Weinerzeuger unserer Region dann nicht nur die wachsende Konkurrenz von außerhalb der EU fürchten, sondern auch die innerhalb der EU. Hinzukommt, dass gerade die Steillagen, und davon haben wir im größten zusammenhängenden Steillagenweinbaugebiet der Welt nun mal reichlich, was ihre Bewirtschaftung angeht, sehr viel kostenintensiver sind als anderen Weinlagen. Das macht unsere Situation gegenüber unseren Konkurrenten, vor allem in Hinblick auf die Preise, nicht gerade besser. Denn eine kostenintensivere Bewirtschaftung bedeutet auch teurere Weine.

Doch mit den Kopfschmerzen, zumindest mit denen, die von der Liberalisierung des Anbaus rühren, ist vielleicht schon bald Schluss. Denn eine Expertengruppe der Europäischen Kommission hat Ende des vergangenen Jahres einige Änderungsvorschläge bezüglich der Pflanzrechte eingereicht. Hiernach sollen die geltenden Pflanzrechte verlängert werden, wobei pro EU-Land die Pflanzrechte um bis zu 2 Prozent ausgedehnt werden dürfen. Ferner soll bei gerodeten Weinflächen eine Zulassung auf Wiederbepflanzung über drei Jahre eingeräumt werden. Eine totale Liberalisierung des Weinanbaus währe damit erst einmal aufgeschoben. Dennoch muss natürlich immer bedacht werden: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Denn das neue Lizenzsystem für den Weinanbau soll alle zwei Jahre ausgiebig geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Eine vollständige Liberalisierung des Weinanbaus ist daher auf lange Sicht nicht ausgeschlossen. Wir werden sehen, wie sich die Zukunft entwickelt.

Bis dahin können Sie natürlich immer noch die besondere Qualität der Moselweine erleben. Eine große Auswahl an Weinen gibt es auch bei uns im Onlineshop. Sie möchten erst mal nur probieren? Dann kommen Sie doch vorbei und genießen Sie köstliche Moselweine bei einer umfangreichen Weinprobe in unserer Moselvinothek.

Eine kleine Weingeschichte

Wir lieben Wein. Genießen ihn zu den verschiedensten Anlässen, sei es eine wichtige Feier oder auch einfach zur Entspannung, nach einem langen Arbeitstag, auf unserer sommerlichen Terrasse, während wir den Sonnenuntergang bewundern. Wein ist für uns ein delikater Begleiter in den unterschiedlichsten Gelegenheiten und doch wissen viele von uns nur sehr wenig über ihn.

Nur wenigen ist bekannt, dass die Weinrebe selbst zu den ältesten Pflanzen der Welt gehört und ein beachtliches Alter von mehr als 100 Millionen Jahren aufweisen kann. Seit etwa 8.000 Jahren haben wir uns ihren köstlichen Saft zum Getränk gemacht. Angefangen hat das alles wohl in Mesopotamien und erst sehr viel später, etwa vor 2.000 Jahren haben die Römer ihn dann zu uns gebracht, den Wein, der unsere Region so sehr prägt und sie letztendlich zu dem gemacht, was sie ist: Das größte zusammenhängende Steillagen Rieslinganbaugebiet der Welt mit seinen einzigartigen finessenreichen Weinen.

Aber zurück zur Geschichte. Nun war der Wein bzw. der Weinbau endlich an der Mosel, blieb aber zuerst einmal den Römern vorbehalten. Erst etwa 476 n.Chr., also nach dem Ende des Weströmischen Reiches, viel der Weinbau nach und nach in die Hände von Klöstern. Diese waren weit erfinderischer im Bezug auf die Weinherstellung, als man es von ihren römischen Vorgängern kannte. Sie entwickelten neue Methoden und setzten Maßstäbe, die den Weinbau und die Weinbereitung selbst weiterentwickelten. Nun war es aber die Kirche, die den Wein fast vollkommen in ihrer Hand hatte. Das änderte sich auch erst 1803 durch Napoleon, sodass die Weinberge in die Hände neuer Besitzer vielen. Der Qualität des Weins schadete dies nicht im geringsten. Im Gegenteil. Mit der Zeit wurden die deutschen Weine immer erfolgreicher und schafften es sogar zu internationalen Erfolgen. Vor allem die Weißweine erfreuten sich zunehmender Beliebtheit und so eroberte der Moselriesling nach und nach die Herzen der Weinliebhaber auf der ganzen Welt.

Damit ist die Geschichte des heiß begehrten Rebsaftes natürlich noch lange nicht zu Ende. Ständig wird er durch neue Innovationen und stetig wachsendes Know-how perfektioniert, sodass wir aber und abermals in den Genuss der raffiniertesten Weine kommen, die uns immer wieder aufs Neue durch ihre Vielfalt und ihre einzigartigen Aromen überraschen.