Neue Weine für das Land

Neue Weine für Deutschland - © Peter Smola, www.pixelio.de

Neue Weine für Deutschland – © Peter Smola / PIXELIO, www.pixelio.de

Picardon Blanc aus Mecklenburg-Vorpommern? Diese Idee klingt eher nach jemandem, der nicht viel Vorstellung hat von den Bedingungen, unter denen Wein gedeihen kann. Das Klima im Norden ist zu kühl, die Sonneneinstrahlung zu gering.

Doch das kann sich während der nächsten zehn Jahre und danach ändern: Experten stellen schon jetzt einen spürbaren Wandel des Klimas fest. Seit 1988 steigt die Klimakurve. Die durchschnittlichen Temperaturen in ganz Mitteleuropa und damit auch in Deutschland nehmen zu. Die Niederschlagsmenge wird in etwa gleich hoch bleiben, sich aber auf das Frühjahr, den Herbst und den Winter konzentrieren. Besonders im Süden Deutschlands fällt während des Sommers weniger Regen als in der Vergangenheit.

Neues Klima – Neuer Wein?

Im Jahre 1998 nahmen die Sorten Chardonnay und Auxerrois mit zusammen 537 Hektar einen verschwindend geringen Teil der gesamten Weinbaufläche Deutschlands ein. Das hat sich geändert:  Chardonnay breitet sich inzwischen auf 1.496 ha aus,  Auxerrois  auf 218 ha.

Hinzu kamen weitere wärmeliebende Rebsorten aus Frankreich wie Sauvignon blanc, Merlot und Cabernet Sauvignon. Insgesamt hat sich die Anbaufläche dieser Sorten in Deutschland um das Sechsfache vergrößert. Nicht umsonst werden sie auch Zukunftssorten genannt.

Die Entwicklung geht weiter

In Deutschland gibt es bereits Winzer, die in ihren Anbauflächen kalifornische und südafrikanische Weinsorten beheimaten. Zinfandel und Petite Sirah aus Kalifornien und Südafrikas Pinotage sind nur zwei Beispiele dafür.

Bisher nehmen die neuen Sorten eine Fläche von 4,1% der gesamten Anbaufläche Deutschlands ein. Experten schätzen, dass dieser Anteil sich bis 2020 mehr als verdoppeln wird.

Dafür weichen die weißen Neuzüchtungen wie Kerner und Ortega. Sie mussten seit 1998 die Hälfte ihrer Fläche hergeben.

Eine gefährdete Sorte ist der Eiswein, der mit der klimatischen Erwärmung seine Wachstumsbedingungen verliert.

Die traditionellen Sorten

Leckeres aus den Deutschen Weinanbaugebieten - © Bernd Kasper, pixelio.de

Leckeres aus den Deutschen Weinanbaugebieten – © Bernd Kasper / PIXELIO, www.pixelio.de

Wir dürfen unbesorgt sein: Die deutschen Leitsorten Riesling, Silvaner, Spätburgunder bleiben uns erhalten.

Sie haben alle Möglichkeiten, in nördliche Gebiete auszuweichen.

In Mittel- und Norddeutschland findet sich ausreichend Fläche, um den Weinbau dort zu etablieren.

Weinberge müssen dafür nicht angelegt werden. Spitzenweine werden auch in Frankreich, Australien und Kalifornien erzeugt, wo es diese Steillagen nicht gibt.

Wie wäre es mit alten Flussbetten, Kiesgruben und Sandsteinfelsen? Junge Winzer bringen Erfahrungen aus der ganzen Welt mit und lassen sie in den deutschen Weinbau einfließen.

Die nationalen und regionalen Ausrichtungen werden sich verändern.So bleibt der Weinbau wandelbar, stellt sich auf neue Gegebenheiten ein und bringt immer wieder neue, hochwertige Weine hervor.

Probieren Sie aus unserer Vinothek eine Neuzüchtung, den Dornfelder oder eine der traditionellen Riesling-Weine. Auch den besonderen Eiswein halten wir für Sie bereit.

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Die vielen Seiten der deutschen Weinstraße

Die Weinßstraße von angieconscious, pixelio.de

Die Weinßstraße von angieconscious, www.pixelio.de

Eine wunderbare Landschaft und köstliche Weine – das ist die deutsche Weinstraße, eine der beliebtesten touristischen Straßen Deutschlands. Sie schlängelt sich direkt durch die Pfalz, das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Die deutsche Weinstraße ist 85 Kilometer lang und verläuft von Süd nach Nord. Aufgrund ihrer Länge und der vielen sehenswerten Dingen eignet sich die Weinstraße für weit mehr als nur eine Tagestour. Selbst wer mit dem Rad oder Auto unterwegs ist, sollte sich ein paar Tage Zeit nehmen, um dieses touristische Highlight ausgiebig erkunden und von möglichst vielen Seiten kennenzulernen.

Das Klima um die deutsche Weinstraße ist ähnlich wie das Klima der Mittelmeerländern, verbreitet also ein durchaus warmes Flair, was dem Wein aber natürlich auch uns zu Gute kommt. Somit ist die deutsche Weinstraße perfekt geeignet, wenn Sie einmal eine Auszeit von Ihrem Alltag benötigen, und die Seele baumeln lassen möchten, und das in Mitten guter Weine.

Die deutsche Weinstraße ist ein beliebtes Reiseziel!

Wie wäre es beispielsweise mit einem Kurzurlaub an der deutschen Weinstraße? Eine gemütliche 2 oder 3-tägige Radtour bietet sich perfekt an. Sie können unterwegs hier und da eine Weinprobe machen, gemütlich einen Flammkuchen essen oder einfach nur die beeindruckende Landschaft genießen.

Natürlich hat die deutsche Weinstraße noch mehr zu bieten, als eine Radtour.  Weinkenner und auch Menschen, die gerade Wein für sich entdeckt haben, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Nennen wir als Beispiel nur einmal die vielen Weinfeste, auf denen sich neue und altbewährte Weine entdecken lassen. Auch Kulturelles bietet die deutsche Weinstraße, wie beispielsweise Theater, Musik und zahlreiche Museen. Schauen Sie sich hierbei doch das deutsche Weinbaumuseum im Herrenhof an und erfahren noch mehr spannende Geheimnisse über den Wein.

Die deutsche Weinstraße ist seit vielen Jahren ein beliebtes Reiseziel für Weinliebhaber, was sicherlich nicht nur auf die vielseitigen Aktivitäten zurückzuführen ist. Ein Kurztrip zur deutschen Weinstraße lohnt sich daher auf jeden Fall.

Moselweine aus unserem Keller

Weine der Moselvinothek

Weine by petlei, pixelio.de

Das Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues ist im vollen Gange und auch wir sind wieder mit einem Stand und erstklassigen Weinen vom St. Nikolaus Hospital mit dabei. Doch während einige von uns ihren Spaß auf dem Weinfest haben, bedeutet das natürlich keine Pause für die Vinothek. Denn auch jetzt sind unsere Keller randvoll mit Weinen renommierter Winzer aus dem Weinanbaugebiet Mosel.

Eines dieser Weingüter ist das Weingut Witwe Dr. H Thanisch, Erben Müller-Burggraf. Hier treffen mehr als 350 Jahre Weinbauerfahrung auf erstklassige Lagen und kreieren köstliche Weine, wie den Bernkasteler Doctor Wein. Schon allein dieser geschichtsträchtige Wein machte das Weingut über die Grenzen des Moselgebietes bekannt. Aber auch die anderen Weine lassen es sich nicht nehmen, mit bester Qualität zu überzeugen.

Wein aus Zeltingen-Rachtig stammt diese Woche aus dem Weingut Schömann. Auch hier steht Qualität weit vor Quantität – und das seit vielen Generationen. Die Rieslinge, Spätburgunder, Weißburgunder und Dornfelder aus dem Zeltinger und dem Graacher Himmelreich, dem Bernkasteler Johannisbrünnchen und vielen anderen sehr guten Weinlagen beweisen, dass diese Philosophie Erfolg bringt.

Aber natürlich haben wir nicht nur Weine von der Mittelmosel. Denn wie wir alle wissen, hat auch das übrige Weinanbaugebiet Mosel einiges zu bieten. So zum Beispiel auch Kobern-Gondorf. Von dort aus beliefert uns unter anderem das Weingut Von Schleinitz, eines der Spitzenweingüter der Region. Die Weinbaugeschichte dieses Weinguts ist bereit mehr als 350 Jahre alt und wird mit Sicherheit so schnell keinen Abbruch nehmen.

Bewegen wir uns noch einmal in die entgegengesetzte Richtung. Zum WeinKulturGut Longen Schlöder in Longuich. Die individuell ausgebauten Weiß- und Rotweine sowie der Winzersekt sorgen Jahr für Jahr für verführerische Weinmomente. Die Trauben für diese Weine stammen dabei nicht einzig und alleine von der Mosel, sondern zum Teil auch aus dem nah gelegenen Ruwertal.

Das war es auch schon wieder für diese Woche. Wir freuen uns auf Ihren Besuch, natürlich auch gerne an unserem Weinfeststand – dort sind wir noch bis zum Montag zu finden.

Lust auf Wein?

Aber welcher? Vielleicht können wir Ihnen ein bisschen auf die Sprünge helfen.

Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem schmackhaften Tropfen aus dem Terrassen-Weingut Dötsch-Haupt. Das Weingut aus Kobern-Gondorf hat nun auch einige seiner Weine in unserem Keller gelagert und die möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalte. Das Weingut setzt bei seinem Weinausbau auf Zeit – und zwar viel Zeit. Die Weine werden langsam ausgebaut. Eine mehrjährige Reifung ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Weine, die Genuss bringen und Lust auf mehr machen – das ist das Weingut Heidhof. Das Weingut verfügt über mehrere Jahrhunderte Weinbauerfahrung. Hier werden Weinbautradition gepaart mit moderner Kellertechnik und die einzigartigen Bedingungen genutzt, die die Mosel den Winzern bietet: Terroir und mineralhaltige Schieferböden – das Rezept für Erfolgsweine.

Ein weiterer Schatz aus unserem Keller stammt aus Erden. Das Weingut Lotz begeistert mit Tradition, Faszination am Wein, Hingabe und Leidenschaft zum Winzerberuf und absoluter Überzeugung vom Potenzial, dass die Mosel für den Weinbau bietet. Die Weinverrücktheit und –verliebtheit des Weinguts sind genau die Richtige Basis für unverwechselbare Moselweine, wie wir sie kennen und lieben.

Aber nicht nur das Weingut Lotz beglückt uns mit Erdener Weinen. Auch das Weingut Sankt Anna ist ganz vorne mit dabei, wenn es um köstliche Weine aus dem idyllischen Moselort geht. Auch hier hat die Qualität oberste Priorität. Das Resultat: Erstklassige Weine für einzigartige Genussmomente.

Einige der Weine diese Weingüter und noch viele andere Moselweine, darunter ganz besondere Raritäten, können Sie bei uns in der Vinothek verkosten oder aber in unserem Weinshop online bestellen und sich direkt nach Hause liefern lassen! Schon probiert? Schreiben Sie uns doch auch auf Facebook, welcher Wein Ihnen am besten schmeckt. Wir sind gespannt!

Musikalischer Wein

Ok, Musik ist einfach toll. Das lässt sich nicht bestreiten. Sie kann Zeitvertreib sein, aber auch Inspiration, Ablenkung und vieles mehr. Musik gibt besonderen Momenten noch ein Stück mehr Besonderheit. Sie soll – im Mutterleib vorgespielt – Kinder schlauer machen. Zumindest dann, wenn es sich um klassische Musik handelt. Und sie macht den Wein geschmacklich noch besser, wie der Trierische Volksfreund in seinem Wochenend Journal vom 23. Juni 2013 berichtete.

Die Musiktherapie für den besseren Geschmack

Dass sich Schwingungen auf Zellen auswirken können, ist schon lange bewiesen, weshalb beim Menschen Musik auch gerne zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird. Wieso soll sie also nicht auch bei Pflanzen, insbesondere bei der Weinrebe, oder vielleicht auch direkt beim Wein wirken? Das dachte sich nun ein Winzer aus der Südpfalz und spielte Brahms, Bizets und einige andere ausgewählte klassische Stücke mal vor einem ganz anderen Publikum: Seinen Weintanks. Zehn Wochen lang beschallt er seine Weine bioenergetisch mit klassischer Musik. Das Resultat: Analytische Unterschiede gibt es keine. Eine Veränderung ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht geschehen. War der ganze Aufwand also umsonst? Nein. Wissenschaftlicher Nachweis hin oder her – bei einer Blindverkostung waren es immer die „musikalischen Weine“, die die besten Genusserlebnisse bescherten. Das spricht doch eindeutig für die Wein-Musiktherapie.

Musik hält Hefe auf Trapp

Was sicher ist: Je nach Lautstärke der Beschallung entstehen Schwingungen, die mitunter sogar am Weintank gefühlt werden können. Diese Schwingungen sorgen dafür, dass Bakterien und Hefe nicht zur Ruhe kommen, sondern in der Schwebe bleiben. Dadurch könnte der Endvergärungsgrad verbessert oder der biologische Säureabbau beschleunigt werden.

Künstler: Michael Apitz

Künstler: Michael Apitz

Fazit zum „musikalischen Wein“

Dass die Musik den Wein irgendwie beeinflusst, lässt sich weder eindeutig nachweisen, noch abstreiten. Aber irgendetwas muss da doch sein, wenn der „musikalische Wein“ bei der Verkostung so gut abschneidet. Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Wie wirken sich Pop, Rock oder Techno auf unsere Weine aus und wie verhält sich der Moselwein, kommt er mit moselländischer Mundart und traditionellem Liedgut in Kontakt?

Mehr zum Thema Moselwein gibt es in der nächsten Woche. Solange bleiben wir über Facebook in Kontakt 🙂

Es ist kaum zu glauben …

… aber  unser Weinkeller beherbergt noch sehr viele Erzeugnisse anderer Winzer aus dem Weinanbaugebiet Mosel, die wir Ihnen bisher noch vorenthalten haben.

Da wäre zum Beispiel das Weingut Reef. Auch die Familie Reef hat sich dem traditionsreichen Kulturgut Wein verschrieben und führt die Weinbautradition der Römer in Osann-Monzel fort. Dabei setzt das bekannte Weingut auf kontrollierten und vor allem umweltschonenden Weinbau und eine nachhaltige Produktion, bei der die Natur nicht zu kurz kommt. Die Weine verbinden in sich eine besondere Kombination aus Herkunft, Lebensfreude und bewehrter Tradition.

Auch noch ein paar Weine aus einem Weingut in Kesten an der Mosel können Sie bei uns kosten. Das Weingut Ferr

es steht seit vielen Generationen für traditionsreiche Weine, die von der Erfahrung und dem Herzblut, das die Winzerfamilie in den Wein An- und Ausbau steckt, mehr als nur profitieren. Auch diese Weine zeugen vom Terroir, das so viele der besten Moselweine prägt.

Natürlich haben wir noch mehr Weine aus Osann-Monzel. Und zwar vom Weingut Fritzen. Hier befinden sich Tradition und Innovation im Einklang und sorgen Jahr für Jahr für exzellente Weine mit Charakter – also genau das, was wir von den Moselweinen gewöhnt sind. Angebaut werden die Trauben für diese Rieslinge, Rivaner, Weißburgunder, Ortega, Spätburgunder und Dornfelder in bekannten Weinlagen, darunter Brauneberger Juffer und Monzeler Kätzchen.

Weine aus dem Kirchengut Wolf finden Sie natürlich auch in der Moselvinothek. Auch dieses Weingut kann auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Und selbstverstädnlich ist mit dem Erfolg auch in der Gegenwart und ganz bestimmt auch in der Zukunft noch nicht Schluss. Denn die Mosel Rieslinge, geprägt vom einzigartigen Terroir der Mosel, überzeugen unsere Gaumen immer wieder aufs Neue. Dabei achtet das Weingut, welches sich dem Bioverband ECOVIN angeschlossen hat, natürlich nicht nur auf Qualität, sondern im besonderen Maße auch auf die Natur.

 

Das war es für diese Woche aus dem Blog der Moselvinothek. Schaut doch auch mal auf unserer Facebookseite vorbei! Wir freuen uns auf euren Besuch 🙂

Sortenreiner Wein oder Cuvées – das ist eine Entscheidung des persönlichen Geschmacksempfindens

 

Heute möchte ich mal wieder ein bisschen Wein-Wissen vermitteln. Es geht um sortenreine und Cuvées. Doch was ist da eigentlich der Unterschied?

Cuvée oder sortenrein – was ist das eigentlich?

Ein Wein wird als sortenrein bezeichnet, wenn er zu 100 % aus einer einzigen Rebsorte gekeltert wurde. Nach dem Weingesetz der EU darf eine einzige Rebsorte auf dem Hauptetikett als namensgebende Rebsorte angegeben werden, sobald diese mindestens einen Anteil von 85 % hat. Die restlichen 15 % dürfen durch andere Rebsorten ergänzt werden, erscheinen aber nicht auf dem Hauptetikett. Durch die Beimengung der anderen Rebsorten hat der Winzer die Möglichkeit, seinen sortenreinen Wein runder, kräftiger oder auch lieblicher zu machen. In Deutschland und Österreich werden überwiegend sortenreine Weine produziert. Die Bezeichnung für einen sortenreinen Wein aus Frankreich ist Vin de cepage. Weine aus den USA, die als sortenrein bezeichnet werden, brauchen nur zu 75 % aus einer Rebsorte bestehen. Erst wenn die Mindestgrenzen bei den restlichen 15 % anderer Rebsorten überschritten werden, wird der Wein als „verschnitten“ benannt, also ein Cuvée.

Als Cuvée dagegen werden Verschnitte von Rebsorten bezeichnet. Das französische Wort Cuvée bedeutet ursprünglich Bottich oder Weinbehälter. Damit wir eine bestimmte Menge Wein in einem Gefäß bezeichnet. Ganz ohne Frage klingt Cuvée in unseren Ohren  erst einmal viel freundlicher als die negativ anmutende Bezeichnung Verschnitt. Mit Verschnitt werden eigentlich Weine aus verschiedenen Rebsorten, Lagen oder Jahrgängen benannt. In Deutschland spricht man hier oft sehr unschön von „gepanschten“ Weinen. Daher kommt es wohl auch, dass sich in Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz eher wenig Cuvées finden lassen. In anderen Ländern ist das aber nicht der Fall, sodass ein Verschnitt-Wein aus dem Burgund, der Toskana oder dem Rioja-Gebiet nicht ungewöhnlich ist. Das hat wohl seine Ursache darin, dass Weinreben aus den kühleren Regionen eine finessenreichere Aromenvielfalt zum Vorschein bringen, wohingegen in wärmeren Gegenden die unterschiedlichen Eigenschaften mehrerer Rebsorten genutzt werden, damit das Endprodukt Cuvée vielschichtiger ist.

In Deutschland kommt mittlerweile der rote Cuvée immer mehr in Mode, wobei dieser allerdings nur in geringen Mengen produziert wird und doch hochwertiger ist als südländische Cuvées, was sich im Preis niederschlägt. Im Gegensatz zu früheren Jahren, als schon mal einem Rotwein etwas Dornfelder beigemischt wurde (wobei die 15-%-Grenze nicht überschritten wurde), um dem Wein eine dunklere Farbe zu verleihen, werden heute Cuvées deutlich auf dem Etikett deklariert wie beispielsweise Trollinger/Lemberger.

Letztendlich entscheiden aber das persönliche Geschmacksempfinden und die Qualität eines Weines, unabhängig davon, ob er sortenrein ist oder ein Cuvée. Einige der besten Weine der Welt sind Cuvées. Und während ein Weinkenner beim Kauf eines Rieslings oder Weißburgunder sofort weiß, was ihn erwartet, kann so ein Cuvée auch gerne mal überraschen. Denn hier entscheiden das Gefühl und das Händchen des Kellermeisters über die Qualität und den Geschmack des Weines.