Rotwein – Genuss und Medizin zugleich?

Dem Rotwein werden immer wieder Heilkräfte nachgesagt. Doch worauf beruhen diese Aussagen? Sind es Erfahrungswerte oder Studienergebnisse? Oder ist es nur ein „Mythos“? Was sagt die moderne Forschung dazu? Rotwein ist ein „besonderer Saft“, doch ist er wirklich nicht nur Genuss, sondern auch noch Medizin?

Rotwein gegen Stress – Wahrheit oder Mythos?

In roten Trauben, Himbeeren und Kakaobohnen ist Resveratrol enthalten. Diesem Stoff wird nachgesagt, dass er den Zellschutz aktiviert.
Resveratrol konnte im Laborversuch die Entwicklung von Krebszellen stoppen. Auch an Tieren wurde die Substanz mit positiven Ergebnissen getestet. Ist die Hoffnung berechtigt, dass sich hier ein wohlschmeckendes Mittel gegen Alzheimer, Herzprobleme und Verkalkung zeigt?
Dann würden Rotwein und Kakao nicht nur dem Genuss dienen, sondern auch als Medizin? Leider gibt es dazu keine eindeutigen Aussagen

Studien: Pro und Contra

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(C)LouPe, pixelio.de

Die beste Möglichkeit, eine Annahme zu überprüfen, ist eine Studie. Davon gibt es zum Thema Resveratrol gleich mehrere. Leider liefern diese keine übereinstimmenden Ergebnisse:

In Italien, einem klassischen „Rotweinland“, wurden 800 Personen von über 60 Jahren untersucht. Gemessen wurde der Gehalt von Resveratrol in ihrem Blut. Wer nun erwartete, dass die Personen mit einem höheren Gehalt der Substanz bessere Werte aufwiesen, wurde enttäuscht. Die Senioren mit einem hohen Anteil an Resveratrol waren weder gesünder noch lebten sie länger als die anderen Studienteilnehmer.

In den USA führten die Biochemiker Paul Schimmel und Mathew Sajish eine Laborstudie durch. Sie untersuchten die Wirkung von Resveratrol auf die Zellen. Dabei nahmen sie die Enzyme, die unsere Gene übertragen und die DNA reparieren, unter die Lupe. Das Ergebnis: Schon eine kleine Menge des Wirkstoffs wirkt auf die Enzyme und setzt den Reparaturprozess in Gang. Der Grund könnte sein, dass Resveratrol auch in den roten Trauben für den Schutz der Zellen zuständig ist. Der Mechanismus des Zellschutzes bei Pflanzen und Menschen ist wahrscheinlich dank der Evolution sehr ähnlich.
Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass mäßige Mengen Rotwein tatsächlich dem Zellschutz dienen können.

Frankreich – Langes Leben durch Rotwein?

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(C)Kurt F. Domnik., pixelio.de

Die Franzosen leiden seltener an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems als ihre europäischen Nachbarn. Die Herzinfarkthäufigkeit ist in Frankreich dreimal geringer als in den USA. Woran liegt das? Der Pariser Wissenschaftler Paul Sachet verglich Lebensweise und Ernährung der verschiedenen Bevölkerungen und fand nur einen signifikanten Unterschied: Die Franzosen trinken fünfmal mehr Wein als die Deutschen.
Im Vergleich zu den Amerikanern trinken sie sogar das Zehnfache an Wein.
Gut für das Herz

Das Deutsche Herzzentrum Berlin und die Weinakademie bildete eine Expertenrunde und stellte fest: Täglicher Genuss von ein oder zwei Gläsern Wein zum Essen kann zu einer Reduzierung des Herzinfarktrisikos bis zu 50 Prozent führen.
Doch Maßhalten ist wichtig: Frauen sollten ihren täglichen Weingenuss auf 0,3 Liter, Männer auf 0,4 Liter Wein beschränken.

Menschen die abstinent leben, sind von der wohltuenden Wirkung der roten Trauben nicht ausgeschlossen:
Sie greifen zu rotem Traubensaft oder zu Weinpulver. Beides sind wirkungsvolle alkoholfreie Alternativen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Rotwein gemacht? Erzählen Sie es uns auf Facebook!

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Was man dem Wein so nachsagt – Weinmythen

„Im Wein liegt Wahrheit“ – Aber wie ist es mit den Mythen rund um den weißen und roten Rebensaft? So mancher Mythos hält sich hartnäckig, manchmal zu Recht, manchmal aber auch irrtümlicherweise. Heute schauen wir in die „Gerüchteküche“.

Schützt Wein vor Herzinfarkt und Krebs?

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(C)Luise Pfefferkorn, pixelio.de

Stimmt es, dass Wein das Herz vor dem gefürchteten Infarkt schützen kann?
Ja, denn durch den Genuss von Wein sinken die Blutfettwerte und das (gute) HDL-Cholesterin steigt an. Dazu kommt, dass das Blut flüssiger wird. Damit sinkt die Gefahr eines Gefäßverschlusses, wie er beim Infarkt auftritt.

Kann Rotwein vor Krebs schützen? Diese Annahme geht auf die Antioxidantien zurück, die im Rotwein enthalten sind. Sie stammen aus den Traubenschalen und gehen in geringer Menge in den Wein über.  Von Antioxidantien wird angenommen, dass sie die Zellen schützen und so dem Krebs vorbeugen. Allerdings ist nicht bekannt, wie viele der Antioxidantien aus dem Wein direkt vom Körper aufgenommen und verwertet werden.
Was jedoch bestimmt aufgenommen wird, sind die im Alkohol enthaltenen Kalorien.

Ein Gläschen in Ehren – oder zwei?

Leider ist es kein Gerücht, dass Alkohol reich an Kalorien ist. Dazu kommt, dass er den Appetit anregt. Deshalb ist Maßhalten auch aus diesem Grund sinnvoll. Doch den Genuss sollte man sich nicht mit einem schlechten Gewissen verderben. Am nächsten Tag eine Runde mehr zu joggen, ist ein guter Ausgleich.

Ein tägliches Gläschen Wein schadet nicht? Das sieht die WHO (Weltgesundheitsorganisation) etwas anders: An mindestens zwei Tagen in der Woche sollte gar kein Alkohol getrunken werden, damit sich die Leber ausruhen kann. Denn auch kleine Mengen Alkohol, regelmäßig getrunken, sind eine Herausforderung für den Stoffwechsel.

Wein in der Küche

Zum Verfeinern wird Soßen und Suppen vor dem Servieren gern ein wenig Wein zugegeben. Obwohl die Soße heiß ist, wird sich jedoch der Alkohol nicht verflüchtigen, sondern zum größten Teil erhalten bleiben. Das ist wichtig zu wissen, wenn Kinder oder Abstinenzler an der Mahlzeit teilnehmen.

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(C)Joachim Kirchner, pixelio.de

Viele Genießer schwören darauf: Ein Löffel im Hals einer offenen Sektflasche verhindert das Entweichen der Kohlensäure und der Sekt schmeckt noch am nächsten Tag prickelnd frisch. Diese Annahme ist so interessant, dass sie Gegenstand verschiedener Forschungsreihen war. Stets ergab sich, dass der Löffel keinen Einfluss auf die Menge der entwichenen Kohlensäure hatte. Also: Wenn Sie den „Löffeltrick“ nicht anwenden, wirkt sich das nicht auf den Geschmack aus.
Sie müssen den Sekt aber nicht wegschütten. Stattdessen können Sie ihn in Eiswürfelbehälter füllen und einfrieren. So haben Sie jederzeit eine kleine Verfeinerung für Soßen oder Desserts zur Verfügung.

Ein Missgeschick, das nicht nur in der Küche passiert: Verschütteter Rotwein. Was tun? Über den Einsatz von Salz gibt es verschiedene Ansichten. Salz in Kombination mit kohlensäurehaltigem Wasser gilt vielfach als Favorit. Doch bitte das Salz nicht bis zum nächsten Tag einziehen lassen. Ist es vollgesogen, soll es abgeschüttelt werden. Waschbare Textilien wandern dann schnellstmöglich in die Waschmaschine. Die Chance auf gutes Gelingen soll sich durch die Zugabe von Fleckentferner oder Bleichmittel erhöhen.
Ob das ein Gerücht ist? Am besten, Sie probieren es beim nächsten „Malheur“ selbst aus.

Mit welchen Weinmythen haben Sie Erfahrung? Erzählen Sie es uns auf Facebook!

Wein im Märchen – Ein phantasievoller Ausflug

Wein ist aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken. Seit die Römer vor über 2000 Jahren den Wein in unsere Breiten brachten, ist er ein fester Bestandteil der europäischen Lebensart geworden. Die alten Hochkulturen des Nahen Ostens kannten Wein schon viel früher. Bis auf 6000 Jahre lässt sich diese Geschichte zurückverfolgen.
So wundert es nicht, dass der Wein in Märchen und Mythen immer wieder auftaucht.

Wein für Reise und Rausch

In Grimms Märchen „Die drei Brüder“ erhält jeder der drei Söhne als Wegzehrung einen Kuchen und eine Flasche Wein. Der Jüngste, der „Dummling“, teilt als einziger der drei seinen Proviant mit einem kleinen grauen Männchen, das ihn darum bittet. Zum Dank wird er reicht belohnt und erhält am Schluss sogar die Köngistochter zur Frau.

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(C)Schnappschuss, pixelio.de

„Das kluge Gretel“ ist eine genussfreudige Köchin, die auch einen guten Schluck Wein (oder zwei) nicht verschmäht. Das Märchen erzählt davon, wie sie, vom Trinken hungrig geworden, das Mahl verspeist, das dem Gast ihres Dienstherrn zugedacht war. Mit einer kleinen List schafft sie es, trotzdem straflos davonzukommen.

Ein armer Soldat will herausfinden, wo die Königstöchter ihre Schuhe zertanzen. Eine von ihnen bringt ihm einen Becher Wein. Doch der Soldat, zuvor gewarnt, täuscht das Trinken nur vor und bleibt wach. Er ist, nach vielen Königssöhnen und anderen ehrgeizigen Männern, derjenige, der das Rätsel um „Die zertanzten Schuhe“ löst.

Wein statt Wasser oder Tee

Ein Brunnen, der sonst Wein gab, ist ausgetrocknet. Es stellt sich heraus, dass eine Kröte in ihm sitzt. Sie wird getötet und der Brunnen sprudelt wieder. So wird es in „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ erzählt.

Und noch einmal Kuchen und Wein: Rotkäppchen, die sich allein auf den Weg zu ihrer kranken Großmutter macht, hat in ihrem Korb nicht etwa Obst und Tee, sondern Kuchen und eine Flasche Wein. Der Verlauf der Geschichte ist bekannt; der Jäger rettet das Mädchen und die Großmutter aus dem Bauch des Wolfes. So kann die Großmutter doch am Schluss noch den Kuchen essen und den Wein trinken „und erholt sich wieder“.

In vielen anderen Märchen wird der gute Ausgang mit einem rauschenden Fest gefeiert. „Und der Wein floss in Strömen“, malt das Bild von unbeschwertem, frohem Beisammensein.

In unserer Moselvinothek bieten wir Wein für viele schöne Anlässe – Schauen Sie doch wieder einmal herein!

Das Weinland Württemberg – Vielfalt ist Trumpf

Das viertgrößte Weinbaugebiet liegt in Baden-Württemberg im Süden Deutschlands. Über 11.500 Hektar Anbaufläche finden sich zwischen Neckartal, Heilbronn, Stuttgart und dem altehrwürdigen Tübingen. Zwei große Gebiete bilden das berühmte Rotweinland: Baden erstreckt sich 400 Kilometer weit vom Bodensee über das Rheintal bis nach Taubenfranken. Württemberg, verläuft von der Schwäbischen Alb über das Heilbronner Becken und am Neckar entlang bis zu Kocher, Jagst und Tauber.
Hang- und Steillagen überwiegen hier, so dass die Pflege der Weinflächen eine Herausforderung ist und höchsten Einsatz verlangt. Doch die Mühe lohnt sich: Das Weinbaugebiet Württemberg ist für seine Sortenvielfalt mit feinen Aromen bekannt.

Burgunderland und Rotweinparadies

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Lust auf rote Trauben (C)Rainer Sturm, pixelio.de

Baden gehört in dieselbe Weinzone wie das Elsass und die Champagne.
Hier gedeihen Weiß- und Grauburgunder und natürlich Spätburgunder. Doch auch Müller-Thurgau, Riesling und Silvaner fühlen sich äußerst wohl in dem sonnig-warmen Klima. Kenner schätzen die Kreativität der Winzer, die sich in edlen Tropfen wie Merlot, Cabernet Sauvignon zeigt und auch auf internationalem Parkett besteht.
Württemberg ist das Rotweinparadies. Nirgendwo sonst in Deutschland werden so viele rote Trauben angebaut, allen voran der Trollinger. 70 Prozent der Anbaufläche ist mit roten Trauben bebaut.
Eine der kreativen Schöpfungen ist der Schillerwein, der aus blauen, roten und weißen Trauben gekeltert wird.
Die gesamte Region ist vom milden Klima verwöhnt und durch die geschützte Lage bevorzugt. Die Muschelkalk-Böden bieten ideale Voraussetzungen für das Gedeihen aromatischer Trauben mit feinen Fruchtnoten. Jede Lage hat ihren speziellen Charakter. Es gibt viel zu entdecken in der traditionsreichen Region.

Der Württembergische Weinwanderweg – „Immer den roten Trauben nach“

Mit 470 Kilometer der längste Weinwanderweg Deutschlands, führt er von Aub nach Esslingen. Seit 25 Jahren gibt es ihn schon. Die Wege sind gut ausgebaut und lassen sich leicht gehen. Der Wanderer schaut den Winzern über die Schulter oder genießt den herrlichen Ausblick.

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Weinbau in Neckartal(C)Roberta M., pixelio.de

Entlang der Tauber führt der Weg durch das Taubertal. Ein kulturelles Highlight ist hier Schloss Weitersheim mit seinem beeindruckenden Barock-Garten. In Löwenstein lohnt es sich, die Burg zu besichtigen. Die Burgruine Weibertreu bietet nicht nur einen wunderbaren Ausblick über die Landschaft sondern auch die Legende von mutigen Frauen, die im Jahr 1140 ihre Männer vor der Hinrichtung retteten. Alljährlich erinnern Festspiele an diese Begebenheit.
Der Weg führt weiter entlang der Weinberge durch beschauliche Weindörfer, die zum Verweilen einladen. Natürlich fehlt es nicht an Gelegenheiten, einen guten Tropfen zu probieren, verbunden mit einer leichten Mahlzeit oder einem zünftigen Gericht.
Üppige Flora und Fauna sind rechts und links des Weges anzutreffen.
Im Weinbaumuseum in Erlenbach erfährt der Interessierte vieles über die Winzer und die Geschichte des Weinbaus im Weinbaugebiet Württemberg.

Weinbau mit Tradition

Schon im zweiten Jahrhundert wurde in den kleinen Ortschaften Wein angebaut. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 766. Hier wird das Kloster Lorsch erwähnt. Das Kloster wurde vom fränkischen Gaugrafen Cancor u seiner Mutter Wiliswinda als Abtei Lorsch gegründet. Das Museumszentrum Lorsch bewahrt die Zeugnisse von einst.
Ein Besuch hier lohnt sich und birgt so manches Aha-Erlebnis.
Mit der Entstehung weiterer Klöster breitete sich der Weinbau immer mehr aus. Seinen Höhepunkt erreichte er im Mittelalter. Damals wurde Wein auf 45.000 Hektar Fläche angebaut. Durch die folgenden Kriege schrumpfte die Anbaufläche schrittweise auf heute 20 Prozent von damals.
Das Weinbaugebiet Württemberg hat heute einen festen Platz im deutschen Weinbau. Es lohnt sich, hier auf Entdeckungsreise zu gehen.

Was haben Sie hier erlebt? Erzählen Sie es uns auf Facebook.

Weinbaugebiet Ahr – Rotwein von steilen Lagen

Das Weinbaugebiet Ahr grenzt an die nordwestliche Seite des Gebietes Mittelrhein. Es ist mit 558 Hektar eines der kleinsten

Weinbaugebiete. Doch ist hier die größte zusammenhängende Anbaufläche für Rotwein zu finden, mehr als 470 Hektar. Die Weinreben gedeihen in einem gemäßigten Klima, das durch die Ahr und das enge Tal aus Vulkangestein geprägt ist. Die Wärme des Tages staut sich und wird von den Schieferböden gespeichert, die in der Nacht die Wärme wieder verströmen. Die steilen Lagen sind eine Herausforderung für die Winzer und zugleich eine Chance für den milden, vollmundigen Rotwein mit seiner interessanten Tradition.

Die erste Winzergenossenschaft und die Geburt des Ahrweins

Das älteste Dokument mit Aussagen über den Weinbau im Ahrtal stammt aus dem Jahr 893. Es ist ein Verzeichnis, in dem Weinberge und abgabepflchtige Weingüter benannt werden.
Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts wurden im Ahrtal überwiegend Weißweinreben angebaut. Der Burgunder war damals ein Weißwein von blassrosa Farbe, daher hieß er auch Ahrbleichert.
Seit 1648 hielt der Rotwein Einzug im Ahrtal. Je nachdem, welche Handelsbestimmungen wirkten, konnte er sich gegen die Konkurrenz aus Frankreich auf dem deutschen Markt behaupten.
Als im 19. Jahrhundert die Zollbestimmungen geändert wurden, ging der Handel mit Wein rapide zurück. Die Winzer gerieten in Bedrängnis, viele wanderten nach Amerika aus.

In ihrer Not gründeten die Winzer im Jahr 1868 in Mayschoß eine Winzergenossenschaft; es war weltweit die erste ihrer Art. Sie sollte die Existenz der Winzer wieder aufrichten und die Rechnung ging auf: Schon nach drei Jahren war der Aufschwung so groß, dass Handlungsreisende für den Vertrieb des Weines eingestellt wurden. Der Erfolg der Genossenschaft hält bis heute an; die hier erzeugten Rotweine finden großen Zuspruch.
Der Deutsche Rotweinpreis 2013 hob auch zwei Rotweine von der Ahr hervor: In der Rubrik „Unterschätzte Sorten“ erscheint ein Blauer Portugieser aus Ahr als zweiter Sieger.
In der Rubrik „Spätburgunder“ errang ein Spätburgunder aus Rech einen 3. Platz.
Kein Wunder, dass dem Rotwein an der Ahr eine eigene Straße mit Wander- und Radweg gewidmet ist.

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Mayschoß i.Ahrtal (c) Dieter Schütz, pixelio.de

Entdeckungen entlang der Ahr-Rotweinstraße

Sie verläuft ca. 30 km durch das untere Ahrtal, entlang der Bundesstraße 267 von Neuenahr-Ahrweiler bis nach Sinzig am Rhein. Auch ein wunderschöner, abwechslungsreicher Wanderweg gehört dazu sowie ein Radweg, der auch für Untrainierte. Außer dem Blick über die anheimelnde Landschaft bietet auch interessante Zeichen der Geschichte:
Der Weinkeller der Winzergenossenschaft in Mayschoß und die alten Winzerhäuser in Dernau sind einen Besuch wert. Ahrweiler mit seiner vollständigen Stadtbefestigung, in die vier Tore eingelassen sind, lädt zum Verweilen zwischen heimeligen Fachwerkhäusern ein.
Die Ahr, ein Fluss, dem bauliche Eingriffe erspart blieben, ist ein Zuhause für allerlei seltene Tiere, wie zum Beispiel Eisvögel.
Wer mag, erwandert den Weg an einem Wochenende oder radelt die Strecke an einem Tag. Für Einkehrmöglichkeiten ist gesorgt – zahlreiche Straußwirtschaften laden zu Wein und Brotzeit ein.
Mögen Sie Spätburgunder von der Ahr? Waren Sie schon einmal dort? Erzählen Sie es uns auf Facebook.

Rotwein von der Mosel – Qualität mit Tradition

Wussten Sie, dass die Moselregion das älteste Weinbaugebiet Deutschlands ist? Seit über 2000 Jahren schätzen Winzer die Hanglagen und die nährstoffreiche Bodenqualität. Sie bieten optimale Bedingungen auch für anspruchsvolle Weine. Bis ins 19. Jahrhundert dominierte hier der Rote Burgunder den Weinbau.

Rotweine aus dem Weinanbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer

Rotweine aus dem Weinanbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer – Kurt F. Dominik, pixelio.de

Auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 erhielt ein 1893er Spätburgunder von der Saar sein Prädikat als bester deutscher Rotwein. Diesen Wein ließ das preußische Gesundheitsamt sogar als Arzneimittel gegen Schwindsucht und Blutarmut zu, so dass er auf Rezept erhältlich war.

Doch der Mosel-Rotwein konnte seinen Erfolgsweg erst nach einer erzwungenen Pause fortsetzen.

Der Mosel Rotwein feiert sein Comeback

Im Jahr 1933 wurden die Winzer per Gesetz dazu verpflichtet, ausschließlich Weißwein anzubauen. So waren 20 Weißweinsorten zum Anbau in der Region zugelassen, jedoch keine einzige rote Rebe.

Erst seit 1986 kam es endlich zu der Änderung dieses Gesetzes und der Anbau von roten Rebsorten nimmt seitdem kontinuierlich zu. Mittlerweile sind sie auf rund 830 Hektar Anbaufläche zu finden.

Die steilen Hanglagen an der Mosel haben eine Neigung von über 30 Grad.  Damit bieten sie selbst anspruchsvollen Sorten beste Bedingungen.

Eine davon ist der Spätburgunder, den Weinkenner schon vor 200 Jahren schätzten. Er wird auf 363 Hektar Anbaufläche erzeugt und steht an vierter Stelle des Anbaus in der Region Mosel-Saar-Ruwer. Diese anspruchsvolle Rebsorte wird auch „Der Riesling der Rotweine“ genannt, weil er wie dieser sich im kühleren Klima wohlfühlt und intensiver Pflege bedarf, die ihn vor Pilzbefall schützt.

Gaumenschmeichler – Rote Reben von der Mosel

Der Spätburgunder zeichnet sich durch seinen vollmundigen, samtigen Geschmack aus. Sein fruchtiges Aroma verbindet sich mit einem süßen Duft.

Der klassische Typ ist eher von dezenter Farbe und enthält weniger Gerbstoffe als der moderne Typ. Dieser ist sehr beliebt wegen seines geringen Gehaltes an Säure und seiner kräftigen Farbe.

Immer mehr Freunde gewinnt auch der Dornfelder Rotwein. Es gibt ihn in verschiedenen Qualitätsstufen.

Diese recht junge deutsche Rebsorte wurde 1955 in Weinberg aus den Sorten „Helfensteiner“ und „Heroldrebe“ gezüchtet. Den Namen erhielt sie von Immanuel Dornfeld, der 1863 die Weinbauschule in Weinsberg gründete.

Wegen ihrer kräftigen Farbe diente die Dornfelder Rebe zunächst als Verschnittpartner für andere Sorten. Doch inzwischen hat sie sich längst ihren Platz als eigenständige Rebsorte in der Moselregion erobert.

Dornfelder Rotweine haben eine typische, schwarzrote Farbe und einen fruchtigen Geschmack. Viele Weinliebhaber bevorzugen diese Rebe auch wegen ihres geringen Säuregehaltes, der sie sehr bekömmlich macht.

Genießen Sie doch wieder einmal einen weichen Spätburgunder oder einen gehaltvollen Dornfelder Rotwein aus unserem traditionsreichen Anbaugebiet Mosel Saar Ruwer – wir laden Sie dazu herzlich in unsere Moselvinothek ein.

Wein in der christlichen Mythologie

Weintraube RotDem Wein werden in der christlichen Mythologie zahlreiche Bedeutungen zugesprochen. In der Bibel, die übrigens Noah als ersten Winzer identifiziert, hat Wein einen hohen symbolischen Wert. Er ist Medizin für Kranke und Leidende, dient der Lebensfreude, steht für Feste und Feierlichkeiten und wird dennoch gleichzeitig als ein Rauschmittel dargestellt, das vorsichtig genossen werden sollte. Des Weiteren vergleicht die Bibel die Israeli mit einem Weinberg und die Wirkungdes Heiligen Geistes mit einem Wein, der sich gerade in der Gärung befindet.

Die Bedeutung, die Sie sicher kennen, und sei es nur aus den Tagen Ihres Konfirmationsunterrichts, ist der Wein als Symbol für das Blut Christi. Während der Messe wird er als eben dieses Symbol ausgeschenkt. Dieses Ritual währt bereits seit Jahrhunderten und macht deutlich, welche enorme Bedeutung und Geschichte der Wein bereits hinter sich gebracht hat. Selbstverständlich handelt es sich hierbei immer um Rotwein, damit die Farbe dem Blut, für das der Wein steht, entspricht.

Die Bibel scheint den Wein stellenweise zu verbietet, an anderer Stelle jedoch zu empfehlen und nimmt im Grunde eigentlich gar keine klare Stellung zu diesem Thema ein. Ein grundästzliches Verbot ist allerdings nirgends in der Bibel zu finden. Vielmehr wird Wein immer wieder auch als Glück bringend und sogar heilend bezeichnet. Einige Christen interpretieren in diesen scheinbar immer wieder auftretenden Widerspruch, dass Wein in Maßen positiv zu werten ist, dass der übermäßige Genuss, ebenso wie die Völlerei, jedoch eine Sünde darstellt. Wie genau Sie mäßiges oder übermäßiges Trinken definieren – das bleibt letztendlich jedem Menschen selbst überlassen und obliegt der eigenen Interpretation. Grundsätzlich spricht jedenfalls seitens des christlichen Glaubens nichts gegen den Genuss eines Glases Wein.