Wo wächst unser Wein? – Deutsche Weinbaugebiete

Die Deutschen Weinanbaugebiete

Die Deutschen Weinanbaugebiete – waldili, pixelio.de

Mögen Sie am liebsten einen harmonischen Riesling von der Mosel? Oder doch lieber einen kräftigen Riesling aus dem Rheingau? Die Bezeichnung des Weinbaugebietes gibt Weinliebhabern schon eine Aussage darüber, welche Trauben das Aroma ihres Weines prägen. Hatte zum Beispiel die Pfalz ein eher trockenes Jahr, Saale-Unstrut hingegen ausreichend Regen, wirkt sich das auf die Weine der Region aus.

Doch nicht jede Gegend darf sich Weinbaugebiet nennen.

Das Weinrecht – Nicht nur eine deutsche Ordnung

Es wird uns in Deutschland ja nachgesagt, dass es hier für alles eine Vorschrift gibt. Das gilt auch für den Wein. Doch ein Weinrecht gibt es in jedem Weinland der Welt. Das erste gesetzlich festgeschriebene Weinbaugebiet war kein deutsches, sondern die  nordportugisische Region Alto Douro, und das schon im Jahr 1756.  Alle anderen Länder folgten und verankerten ihre Weinbaugebiete in ihrem jeweiligen Weinrecht.

Eine meist historisch gewachsene Region, die den Titel „Weinbaugebiet“ führen darf, erfüllt bestimmte Aufgaben, die der Qualitätssicherung des Weins dienen. In jedem Gebiet sind der Anbau und die Herstellung des Weins verbindlich geregelt. Nur wenn die Winzer diesen Regeln gefolgt sind, dürfen sie auf ihrem Weinetikett die entsprechende Region benennen. So hat der Käufer einen ersten Anhaltspunkt über den Geschmack des Weins.

Zum Beispiel hat unser Moselriesling, bedingt durch seine Restsüße, einen leichten Charakter, während der Riesling vom Rheingau durch seinen höheren Säuregehalt kräftiger und körperreicher ist. Der Grund liegt auf der Hand: Die Weine wachsen auf verschiedenen Böden und in unterschiedlichem Klima heran. Insgesamt 13 Weinregionen sind in Deutschland verzeichnet.

13 Deutsche Weinbaugebiete

Deutschwer Wein

Deutschwer Wein, h-d Volz, pixelio.de

Für Qualitäts- und Prädikatsweine sind in Deutschland 13 Weinbaugebiete mit insgesamt ca. 103.000 Hektar Anbaufläche ausgewiesen. Das nördlichste ist das Gebiet Saale-Unstrut. Es wurde erstmals vor 1000 Jahren urkundlich erwähnt. Das südlichste ist das Gebiet Baden. Am weitesten westlich liegt unsere Moselregion, die bis 2006 noch Mosel-Saar-Ruwer hieß. Das östlichste Gebiet ist Sachsen, ein Weinbaugebiet an der Elbe, das säureneutrale, milde Weine erzeugt. Es ist mit 450 ha Fläche neben dem Gebiet Hessische Bergstraße das kleinste unter den Weinbaugebieten. An der Spitze steht übrigens Rheinhessen mit 26.300 ha Fläche.

Sie sehen, es gibt über jedes der 13 deutschen Weinbaugebiete so einiges zu erzählen. Jedes hat seine Geschichte und Gepflogenheiten und bietet seinen Rebsorten spezielle landschaftliche und klimatische Bedingungen.

In den nächsten Beiträgen beginnen wir mit einem Streifzug durch die einzelnen deutschen Weinbaugebiete. Der erste Besuch wird unserer schönen Weinbauregion Mosel-Saar-Ruwer gelten. Welche Erlebnisse verbinden Sie mit der Moselregion oder einem anderen Weinbaugebiet? Erzählen Sie es uns auf Facebook.

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Der Gelbe Muskateller – eine Rarität kehrt zurück

Muskateller Rebe

Muskateller Rebe von Twinlili, pixelio.de

Haben Sie Lust, einen Wein zu entdecken, der Sie überraschen und begeistern wird? Der Gelbe Muskateller ist eine alte, doch mittlerweile seltene Sorte. Mit seiner

intensiven Muskatnote und seinem fruchtigen Aroma findet er immer mehr Liebhaber. Endlich ist er dabei, sich den ihm gebührenden Platz zurück zu erobern.

Tradition und Nischendasein

Der Gelbe Muskateller gehört zu den ältesten Rebsorten der Welt. Die Griechen und Phönizier brachten ihn aus Vorderasien nach Europa und die Römer machten ihn in ihrem gesamten Reich bekannt. In Deutschland wird der Gelbe Muskateller erstmals im 12. Jahrhundert schriftlich erwähnt.

Doch man weiß, dass schon Karl der Große diesen Wein liebte. In der Wiener Gesellschaft hatte er einen festen Platz auf der Weinkarte und im Hause Habsburg gehörte er zur Tradition

Vielleicht kennen Sie den Gelben Muskateller auch unter einem seiner zahlreichen Synonyme: Gelber Weihrauch, Kilianstraube, Schmeckerte, Wanzenweinbeer oder Weißer Muskateller. In warmen Anbaugebieten wie Italien oder Chile entstehen aus der edlen Traube hochwertige Muskat- und Dessertweine wie Tokayer, Banyuls, Muscat de Frontignan oder Sherry.

In Österreich findet sich die erste schriftliche Erwähnung im 14. Jahrhundert.

Hier ist heute die Steiermark die Referenzregion der eigenwilligen Rebe.

Willkommen zurück!

Obwohl der Gelbe Muskateller sich nun in Österreich langsam wieder etablieren darf, nimmt er doch nur einen kleinen Teil der gesamten Anbaufläche dort ein. Immerhin jedoch sind die 530 Hektar, auf die er es hier bringt, mehr als das Doppelte im Vergleich zu Deutschland, wo ihm bisher gerade mal knapp 200 Hektar eingeräumt werden, überwiegend in Württemberg und der Pfalz.

Doch es ist abzusehen, dass der Muskateller nun zu neuem Ansehen kommt. Nachdem er in Österreich zunehmend mehr Raum erhält, ist das auch in Deutschland zu erwarten. Die Entwicklung verläuft in kleinen Schritten und immer mit Blick auf die Bedürfnisse der Rebe und natürlich auf die Nachfrage. Doch mit ihrem Aroma passt sie in den sich entwickelnden Geschmackstrend: Weinliebhaber bevorzugen zunehmend ein klares Aroma und fruchtiges Buket. Die Spannung aus intensiver Süße und Säure verhilft dem Wein zu neuer Beliebtheit. Ob es nun trockene Weine mit kühlen Aromen sind oder solche, die sonnige Wärme verströmen – Weine aus dem Gelben Muskateller sind stets eine Entdeckung.

Gelber Muskateller – Mutige Winzer

Sie ist eine „zickige“ Rebe, ein bisschen heikel mit ihrem Bedürfnis nach der richtigen Dosis Sonne, speziellen Bodeneigenschaften und den empfindlichen Blüten. Der Boden darf nicht zu kalkhaltig sein. Ihre Anfälligkeit für Berieselung und für einige gefürchtete Weinkrankheiten schreckt viele Winzer ab. Zudem ist sie in Deutschland noch relativ unbekannt, das macht die Winzer vorsichtig.

Muskateller, aufstrebende Köstlichkeit

Muskateller, aufstrebende Köstlichkeit, von Marianne J., pixelio.de

Traditionsreiche Weingüter, die dem Muskateller treu geblieben sind und junge Winzer mit Entdeckerfreude – das sind die Mutigen, die sich dieser Rebe annehmen.

Belohnt werden sie mit dem Zuspruch der Weinfreunde, die dankbar die trockenen Weine oder die süßeren Sorten annehmen.

In der Pfalz gelang im Jahr 2008 sogar die Herstellung eines Eisweins, der viel Zuspruch erhielt.

Weine aus dem Gelben Muskateller reisen bis nach Japan. Dort bevorzugen Weinliebhaber die halbtrockenen Sorten.

Oft wird der Gelbe Muskateller überraschend entdeckt. Eine Einladung, eine Verkostung oder sogar eine versehentliche Bestellung im Restaurant brachten ihm schon seine Liebhaber ein.

Wie haben Sie den Gelben Muskateller kennen gelernt? Erzählen Sie es uns auf Facebook

Die Ausbildung zum Winzer – Natur, Handwerk, breites Wissen

Weinberge

Weinberge, von Detlef Menzel, pixelio.de

Wer einen guten Wein herstellen und verkaufen will, braucht ein breites Wissen über Weinbau, Kellerwirtschaft und Marketing. Den Grundstock dafür legt die Ausbildung zum Winzer. Der Beruf des Winzers zählt zu den „Grünen Berufen“. Diese Bezeichnung fasst die Berufe im Bereich Ernährung und Agrarwesen zusammen. Ein schönes Bild, denn die Naturverbundenheit nimmt hier einen wichtigen Platz ein.

Wer Winzer werden möchte, wird sich mit dem Wein als Kulturgut verbunden fühlen und einen feinen Geschmackssinn haben. Er bringt handwerkliches Geschick und technisches Verständnis mit. Körperlich und geistig ist er fit und belastbar. Gut, wenn der künftige Winzer von Anfang an über Kreativität und Entscheidungsbereitschaft verfügt.

Der Weg zum Winzer – Nicht nur Pflanzen, Ernten, Keltern

Der künftige Winzerlehrling mit mindestens Hauptschulzeugnis bewirbt sich bei einem anerkannten Ausbildungsbetrieb seiner Wahl. Wird er angenommen, durchläuft er in den kommenden drei Jahren die Bereiche Traubenerzeugung, Kellerwirtschaft und Vermarktung. Das theoretische Wissen dazu vermittelt eine der Berufsschulen, die er regelmäßig zum Blockunterreicht besucht.

Der Unterricht wird in drei Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) angeboten:

Bernkastel-Kues (Mosel), Neustadt (Rheinland-Pfalz) und Bad Kreuznach und Oppenheim für die Region Rheinhessen-Nahe-Hunsrück. Auch die Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg ist eine bekannte Ausbildungsstätte für angehende Winzer.

Die Ausbildung ist nach der Bildungsverordnung von 2009 einheitlich geregelt.

Winzer werden – Drei Jahre Theorie und Praxis

Im Betrieb wird der Auszubildende in die Arbeitsabläufe einbezogen und lernt es, diese selbstständig zu planen und durchzuführen. Weiterhin übt er den Umgang mit Maschinen und Geräten, um den Boden für die Reben vorzubereiten und die Bodenfruchtbarkeit zu sichern.

Das Pflanzen und Pflegen der Reben, die Ernte und Verarbeitung der Trauben gehören zu den Schwerpunkten der Ausbildung. Der künftige Winzer übt und lernt, sammelt Erfahrungen und taucht immer tiefer in den Weinanbau ein. Er beobachtet die Vorgänge in der Natur und lernt, sich darauf einzustellen.

Die Herstellung von Wein und Sekt im Weinkeller ist ein weiterer wichtiger Punkt der Ausbildung. Dafür reicht ein feiner Geschmackssinn nicht aus; der Auszubildende erwirbt das nötige Wissen der chemischen und biologischen Vorgänge und lernt den richtigen Einsatz von Geräten und Werkzeugen.

Gesetzliche Regelungen und Buchhaltungskenntnisse, Marketingwissen und Präsentationen gehören ebenfalls zu der umfangreichen Ausbildung.

Nach bestandener Prüfung hält der vormals Auszubildende stolz sein Zeugnis als Winzer/ Winzerin in der Hand.

Weiterbildung – Viele Wege führen zum Wein

Wer weiter in die Geheimnisse des Weinbaus einsteigen möchte, kann verschiedene Angebote nutzen: Ein Jahr dauert die Weiterbildung als staatlich geprüfter Wirtschafter mit Schwerpunkt Weinbau und Oenologie (Kellerwirtschaft).

Die Weiterbildung zum staatlichen geprüften Techniker dauert zwei Jahre. Sie wird auch von Seiteneinsteigern in den Beruf des Winzers genutzt.

Nach mindestens drei Jahren Berufserfahrung kann der Winzer sich  zum Meisterstudium anmelden. Es ist stark praxisorientiert angelegt und dauert zwei Jahre.

Ein weiterer Weg ist das Studium der Kellerwirtschaft. Es wird mit der Berufsbezeichnung Oenologe abgeschlossen.

Die Fachhochschule Rhein-Main bietet das Studium des Weinbaus an.

An den Fachhochschulen Bingen, Kaiserslautern und Ludwigshafen ist ein duales Studium Kellerwirtschaft und Weinbau möglich.

Winzer – ein Beruf, der traditionelles Wissen mit modernen Möglichkeiten kombiniert.

Das Ziel ist stets, in jedem Jahr Weine von hoher Qualität zu erzeugen, wie wir sie Ihnen in unserer Moselvinothek anbieten können.

Das Jahr des Winzers

Das Jahr des Winzers bis zur Weinlese

Das Jahr des Winzers bis zur Weinlese – von annamartha, pixelio.de

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was alles der Winzer tut, ehe wir unseren goldenen oder tiefroten Wein genießen können? Heute begleiten wir einen Winzer durch das Jahr im Weinberg und schauen ihm ein wenig über die Schulter.

Winter – Frühjahr

Das Jahr beginnt mit einer wichtigen Arbeit, die mehrere Wochen dauert: Der Winzer beschneidet jede einzelne Rebe. Er lässt die kräftigen Triebe stehen, oft ist es nur ein einziger. So werden die verbleibenden Triebe noch kräftiger.

Drahtrahmen und Stickel werden repariert. Nun ist alles bereit für die Wachstumsphase der Rebstöcke.

Ende März beenden die Weinreben ihre Winterpause, sie ziehen wieder Wasser. Haben Sie schon einmal gehört, dass die Rebe „weint“ oder „blutet“? So sieht es tatsächlich aus, wenn das gezogene Wasser aus den frischen Schnittstellen tropft. Doch der Rebe geht es dabei gut. Sie ist bereit zu wachsen und entwickelt Blattknospen.

Die Reberziehung beginnt. Der Winzer bindet die Triebe auf die Drahtrahmen oder steckt sie fest, damit sie nicht abbrechen. Das tut er mehrmals im Jahr. Wenn es währenddessen regnet – umso besser, denn feuchte Zweige lassen sich leichter biegen. Durch das Aufbinden stehen die Triebe aufrecht und werfen wenig Schatten. So erhalten alle Pflanzen ausreichend Sonne für ihre Entwicklung.

Die aufrechte Haltung der Weinstöcke ist auch für die Schädlingsbekämpfung günstig. Außerdem erleichtert sie die spätere Lese.

Bis zur Weinlese vergeht noch Zeit. Erst wird der Boden aufgelockert und gedüngt. Das geschieht maschinell, mit Fräsen und Grubbern. In den Steillagen an der Mosel können Maschinen nur begrenzt eingesetzt werden; hier werden viele fleißige Hände gebraucht.

Bodentriebe werden entfernt, damit die oberen Triebe kräftig bleiben.

Der Pflanzenschutz ist nun auch sehr wichtig; gegen Pilze und Mehltau setzt der Winzer organische Fungizide ein.

Sommer – Herbst

Anfang Juni ist es so weit: Die Weinblüte beginnt. Eine wichtige Phase, die nur wenige Tage währt. Über dem Weinberg liegt ein süßlicher Duft. Nun ist Zeit für eine Vorausschau: Etwa einhundert Tage später wird die Weinlese stattfinden.

Doch zuerst bilden sich die Fruchtansätze, winzige grüne Trauben, die bis zum Juli heranwachsen. Der Winzer wird nun an jedem Weinstock die stärksten Trauben stehen lassen und die anderen wegschneiden, er dünnt die Trauben aus. Das ist die „Grüne Ernte“.

Wiederholt ausgedünnt wird auch das Laub an den Rebstöcken, um Sonne und Luft freien Zugang zu gewähren.

Das Jahr des Winzers nähert sich dem Höhepunkt: Die Weinlese rückt näher und mit ihr die arbeitsintensivste Zeit. Bis zu drei Wochen kann die Ernte dauern, wenn sie, wie zum Beispiel an der Mosel verbreitet, per Hand erfolgt. Auf den steilen Hängen können keine Vollernter eingesetzt werden, deshalb werden jetzt viele Helfer gebraucht.

Auch bei maschineller Ernte werden die Trauben jedoch per Hand ausgelesen; nur die einwandfreien Trauben finden Verwendung für den neuen Wein.

Trauben, die für die Gewinnung von Eiswein vorgesehen sind, bleiben noch bis Anfang Dezember hängen.

Zuletzt wird der Boden umgepflügt, damit er sich von den Erntearbeiten erholen kann.

Während sich über den Weinberg der Schnee legt und die Winterruhe beginnt, kümmert sich der Winzer im Weinkeller um  das Abfüllen der Jungweine.

In unserer Moselvinothek finden Sie hochwertige Weine von erfahrenen Winzern aus den Weinbergen an der Mosel, Saar und Ruwer. Wir laden Sie herzlich zu einem Besuch ein.

Weinfehler: Nicht nur Kork und Mäuseln

Weinfehler - so äußern sie sich. Von Gabi Schoenemann, pixelio.de

Weinfehler – so äußern sie sich. Von Gabi Schoenemann, pixelio.de

Ist Ihnen das auch schon passiert? Aus der geöffneten Weinflasche strömt ein unangenehmer Geruch. Oder Sie kosten den ersten Schluck und verziehen das Gesicht. Vielleicht war auch die Farbe des Weins nicht so, wie sie sein sollte. Dann haben Sie wahrscheinlich einen Weinfehler festgestellt. Doch was sind eigentlich Weinfehler und wie kann man sie rechtzeitig erkennen?

Weinfehler – Vom Sehen, Riechen, Schmecken

Die Winzer tun sehr viel dafür, um den Wein fehlerfrei herzustellen und zu lagern. Dennoch kommt es vor, dass ein Wein stechend riecht, unangenehm schmeckt oder trübe aussieht.

Wenn im Wein Trübungen zu sehen sind, die sich nicht setzen, haben Hefen oder Bakterien in der Flasche eine unerwünschte Nachgärung ausgelöst.

Reagieren im Wein enthaltene Eisen- und Kupferionen mit den Gerbstoffen, kann ebenfalls eine Trübung eintreten. Sie ist weißlich oder bei manchen Rotweinen schwarz bis bläulich.  Es kann aber auch zur Oxidation gekommen sein. Hierbei hatte der Wein beim Abfüllen Kontakt mit Sauerstoff. Damit kann ein ranziger Geruch einhergehen.

Dieser Fehler ist eher bei älteren Weinen zu finden.

Wenn der Wein nach Essig riecht oder kratzig säuerlich schmeckt, kann die Ursache in verletzten Trauben liegen, in denen der Gärprozess, ausgelöst durch Bakterien, schon vor der Ernte begonnen hat.

Essigsäurebakterien verursachen ebenfalls einen Lösungsmittelgeruch.

Seltener tritt das „Mäuseln“ auf. Es ist ein sehr unangenehmer Geruch nach Ammoniak, von dem eher Rotweine betroffen sind. Chemische Reaktionen aufgrund niedriger Säurewerte sind hier die Auslöser. „Mäuselt“ der Wein nur schwach, mundet er manchem Weintrinker noch.

Bekannt ist der „schleichende Kork“; ein Muffton, der an nasse Pappe erinnert und der nach dem Öffnen der Flasche zunimmt. Selten sind unsaubere Holzfässer die Ursache, sondern eher typische Korkfehler.

Mit dem Kork hat auch der Stoppler zu tun, ein Weinfehler, der recht bekannt ist, weil er häufiger auftritt. Während der Verarbeitung der Korkeiche zum Kork führen Zusätze wie Holzschutzmittel oder Bleichmittel zu ungünstigen Veränderungen am Korken und damit zu einem stechenden Geruch des Weins.

Manche Stoppler sind jedoch nicht zu riechen, erst beim Trinken zeigen sie sich. Der Wein ist „korkkrank“ und damit ungenießbar.

Junge Weine können vom Böckser betroffen sein. Das ist ein stechender, unangenehmer Geruch, der sich jedoch einige Minuten nach dem Einschenken verflüchtigt.

Es gibt aber auch Lagerböckser, die den Wein völlig ungenießbar machen. Der typische Geruch nach faulen Eiern zeigt an, dass hier Schwefelverbindungen beteiligt sind.

Weinfehler? Von Annamartha, pixelio.de

Weinfehler? Von Annamartha, pixelio.de

Weinfehler finden – schon vor dem ersten Schluck

Manch einen Weinfehler können Sie schon vor dem Öffnen der Flasche feststellen.

Schauen Sie zuerst den Korken an. Ragt er über den Flaschenhals, weist das auf Gärprozesse in der Flasche hin.

Bei jüngeren Weinen sollte die Flasche normal befüllt sein. Nur Weine, die älter als 15 Jahre sind, dürfen hier „Einbußen“ haben.

Sind im Wein Trübungen zu erkennen, stellen Sie die Flasche für einige Zeit zur Seite. Setzen sich die Trübungen nicht, liegt ein Weinfehler vor.

Ein fehlerhafter Wein ist meist nicht mehr trinkbar. Er sollte weggegossen werden, denn auch beim Kochen taugt er als Zutat nicht.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Weinfehlern schon gemacht? Erzähle Sie es uns doch auf Facebook.

Der Wein – von der Pflege und den Anbauformen

Weinanbauformen

Der Weinanbau von Marianne j, pixelio.de

Wussten Sie, dass es in Deutschland verschiedene Formen gibt, Wein anzubauen? Die älteste davon geht auf die alte römische Kultur zurück. Als die Römer sich ca. 300 Jahre nach der Zeitenwende aus Süddeutschland zurückzogen, führten die Winzer den Weinbau fort. Deutschland kann also auf eine Weintradition zurückblicken, die bereits mehr als 2000 Jahre zählt. Also genügend Zeit um herauszufinden, wie die Weine am besten wachsen und um die Weinbauformen weiterzuentwickeln.

Haben Sie schon einmal gehört, dass Weinreben „erzogen“ werden? Darunter versteht man, vereinfacht gesagt, die Art, wie der Weinstock in seinem Wachstum unterstützt wird, wie er gepflegt und beschnitten wird. Bei fachgerechter Pflege kann ein Weinstock bis zu 400 Jahre alt werden…Das Geheimrezept ist also gute Pflege, zusammen mit der richtigen Anbauform. Darauf möchte ich heute etwas genauer eingehen.

Worauf kommt es an?

Jede Rebe hat ihre eigenen Bedürfnisse. Diese und die klimatischen Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden. Auch der Boden ist ein wichtiger Faktor. Winzer brauchen gute Kenntnisse und viel Erfahrung

Wein braucht Sonne. Die Winzer achten darauf, dass die Weinblätter und später auch die Früchte möglichst lange von der Sonne beschienen werden. Denn nur so kann der Wein richtig gedeihen und die heranreifenden Früchte können in der Sonne ihr volles Aroma entwickelt.

Der Winzer hat den Ertrag im Blick: Er möchte hochwertigen Wein ernten und das in einer wirtschaftlich sinnvollen Menge. Per Hand, wie in alten Filmen zu sehen, ist das kaum noch zu schaffen. Also lief die Entwicklung darauf hinaus, dass der Weinbau intensiviert und mechanisiert wurde und das ohne Verlust der Qualität. Auch der Schonung der Ressourcen und dem sparsamen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird dabei Rechnung getragen.

Wie alles begann

Die Römer betrieben den Kammertbau; sie pflanzten die Weinstöcke in einem Kammertrahmen aus Holz an. Auf senkrecht stehende Pfähle wurde ein Querbalken gelegt, sodass eine „Kammer“ entstand. Diese wiederum war mit ihren Nachbarn verbunden. In der Vorderpfalz wurde der Kammertbau auf eine spezielle regionale Weise noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein praktiziert.

Bis zum Ende der 1950er Jahre war noch eine andere Anbauform verbreitet: Die Stockkultur, auch Stickelwingert genannt. Jeder Weinstock erhielt einen eigenen Stock, den Stickel, als Stütze. Die einzelnen Stickel fügten sich ihrerseits zu einem Rahmen zusammen.

Weinbau heute – Die Guyot-Erziehung

Weinanbau in Deutschland - Marianne J._pixelio.de

Weinanbau in Deutschland – Marianne J., pixelio.de

Anfang der 1960er Jahre breitete sich die Guyot-Erziehung aus, die auch unter der Bezeichnung Steckbogen-System bekannt ist.

Ihr Erfinder, Jules Guyot, war ein französischer  Arzt und Wissenschaftler, der von 1807 bis 1872 lebte. Neben anderen interessanten Forschungsprojekten betrieb er intensive Weinbaustudien, für die er sehr bekannt wurde.

Bei seiner Methode stehen die Reben im Spalier auf den Hängen. Sie ranken an horizontal gespannten Drähten empor. Die Fruchtrute, die dem Rebstamm am zweitnächsten ist, wird am unteren Draht festgebunden und auf spezielle Art beschnitten. Sie trägt später die Trauben. Die Guyot-Erziehung ist heute in ursprünglicher oder abgewandelter Form noch immer die am häufigsten praktizierte Form des Weinanbaus.

Die Umstellung der Anbauform in den 1960er Jahren war mit einer Flurbereinigung verbunden.  Dieser Prozess brachte gravierende Veränderungen mit sich. Alte Sorten wurden abgeschafft und Neuzüchtungen angepflanzt. Es ging darum, die Flächen maschinell zu bewirtschaften und die Erträge zu erhöhen.

Am Kaiserstuhl wurden Terrassen angelegt, der Boden veränderte sich und insgesamt legte man das Augenmerk darauf, den Wein vollständig maschinell zu ernten.

Statt der Holzstickel wurden verzinkte Metallpfosten eingesetzt – die Drahtrahmenerziehung war und ist auf dem Vormarsch.

An unserer schönen Mosel ist noch vielfach die Einzelpfahlerziehung – hier heißt sie Moselpfahlerziehung – aus der Zeit der Römer zu sehen. Auf einem Stämmchen werden zwei Büglinge (Bögen) angeschnitten und am Stamm unterhalb befestigt.  Diese Form des Anbaus ist für die maschinelle Bewirtschaftung nicht geeignet, aber die extremen Steillagen machen diese Art der Bewirtschaftung auch meist gar nicht möglich. Sind die Weinberge nicht ganz so steil, so taucht auch bei uns immer häufiger die Drahtrahmenerziehung auf.

Nun, nach so vielen Informationen, haben Sie vielleicht Lust auf einen frischen oder lieblichen Wein aus sorgsam erzogenen Reben? Schauen Sie in unsere Moselvinothek vorbei und lassen sich von dem Angebot inspirieren.

Neue Weine für das Land

Neue Weine für Deutschland - © Peter Smola, www.pixelio.de

Neue Weine für Deutschland – © Peter Smola / PIXELIO, www.pixelio.de

Picardon Blanc aus Mecklenburg-Vorpommern? Diese Idee klingt eher nach jemandem, der nicht viel Vorstellung hat von den Bedingungen, unter denen Wein gedeihen kann. Das Klima im Norden ist zu kühl, die Sonneneinstrahlung zu gering.

Doch das kann sich während der nächsten zehn Jahre und danach ändern: Experten stellen schon jetzt einen spürbaren Wandel des Klimas fest. Seit 1988 steigt die Klimakurve. Die durchschnittlichen Temperaturen in ganz Mitteleuropa und damit auch in Deutschland nehmen zu. Die Niederschlagsmenge wird in etwa gleich hoch bleiben, sich aber auf das Frühjahr, den Herbst und den Winter konzentrieren. Besonders im Süden Deutschlands fällt während des Sommers weniger Regen als in der Vergangenheit.

Neues Klima – Neuer Wein?

Im Jahre 1998 nahmen die Sorten Chardonnay und Auxerrois mit zusammen 537 Hektar einen verschwindend geringen Teil der gesamten Weinbaufläche Deutschlands ein. Das hat sich geändert:  Chardonnay breitet sich inzwischen auf 1.496 ha aus,  Auxerrois  auf 218 ha.

Hinzu kamen weitere wärmeliebende Rebsorten aus Frankreich wie Sauvignon blanc, Merlot und Cabernet Sauvignon. Insgesamt hat sich die Anbaufläche dieser Sorten in Deutschland um das Sechsfache vergrößert. Nicht umsonst werden sie auch Zukunftssorten genannt.

Die Entwicklung geht weiter

In Deutschland gibt es bereits Winzer, die in ihren Anbauflächen kalifornische und südafrikanische Weinsorten beheimaten. Zinfandel und Petite Sirah aus Kalifornien und Südafrikas Pinotage sind nur zwei Beispiele dafür.

Bisher nehmen die neuen Sorten eine Fläche von 4,1% der gesamten Anbaufläche Deutschlands ein. Experten schätzen, dass dieser Anteil sich bis 2020 mehr als verdoppeln wird.

Dafür weichen die weißen Neuzüchtungen wie Kerner und Ortega. Sie mussten seit 1998 die Hälfte ihrer Fläche hergeben.

Eine gefährdete Sorte ist der Eiswein, der mit der klimatischen Erwärmung seine Wachstumsbedingungen verliert.

Die traditionellen Sorten

Leckeres aus den Deutschen Weinanbaugebieten - © Bernd Kasper, pixelio.de

Leckeres aus den Deutschen Weinanbaugebieten – © Bernd Kasper / PIXELIO, www.pixelio.de

Wir dürfen unbesorgt sein: Die deutschen Leitsorten Riesling, Silvaner, Spätburgunder bleiben uns erhalten.

Sie haben alle Möglichkeiten, in nördliche Gebiete auszuweichen.

In Mittel- und Norddeutschland findet sich ausreichend Fläche, um den Weinbau dort zu etablieren.

Weinberge müssen dafür nicht angelegt werden. Spitzenweine werden auch in Frankreich, Australien und Kalifornien erzeugt, wo es diese Steillagen nicht gibt.

Wie wäre es mit alten Flussbetten, Kiesgruben und Sandsteinfelsen? Junge Winzer bringen Erfahrungen aus der ganzen Welt mit und lassen sie in den deutschen Weinbau einfließen.

Die nationalen und regionalen Ausrichtungen werden sich verändern.So bleibt der Weinbau wandelbar, stellt sich auf neue Gegebenheiten ein und bringt immer wieder neue, hochwertige Weine hervor.

Probieren Sie aus unserer Vinothek eine Neuzüchtung, den Dornfelder oder eine der traditionellen Riesling-Weine. Auch den besonderen Eiswein halten wir für Sie bereit.