Ist Wein gesund?

Weintraube Rot

Ob Wein gesund ist, oder vielleicht sogar gesund macht, ist eine Frage, die sich immer wieder stellt. Es gibt zahlreiche Legende, in denen der Wein als Lebenselixier und Wundermedizin gefeiert wird. Gerade in Bernkastel-Kues weiß man das ganz genau, denn hierher kommt der berühmte Berncasteler Doctor, ein Moselwein, der einst den sterbenskranken Trierer Kurfürst Boemund II. geheilt haben soll. Und es gibt noch weit mehr solcher Legenden und Mythen, die Gesundheit und Wein miteinander in Einklang bringen.

Schauen wir uns mal Legenden, wie die um den Berncasteler Doctor an. Das spricht doch eindeutig für die wohltuende Wirkung des Weines, oder etwa nicht? Das europäische Recht sieht das ein bisschen anders. Denn immerhin enthält der Wein, das Erzeugnis aus dem Saft der Traube, natürlich auch Alkohol. Und als Rauschmittel zählt Alkohol nun mal leider nicht unbedingt zu einer gesunden Lebensweise.

Bereits im vergangenen Jahr wurde es Winzern verboten, mit Worten wie „bekömmlich“ für Ihren Wein zu werben. Obwohl er das, aufgrund geringer Säure, zumindest für die Verdauung ganz bestimmt ist. Der Europäische Gerichtshof ist da aber nicht ganz mit den Winzern einer Meinung. Denn man darf den Alkohol und die Gefahren des Alkohols beim Trinken nicht beschönigen. Und laut europäischem Recht dürfen deshalb auf alkoholischen Getränken auch keine gesundheitsbezogenen Angaben gemacht werden. Seit 14. Februar (wie der Trierische Volksfreund berichtete) ist es nun amtlich, dass sich daran, auch für den Wein, nichts ändern wird. Der Moselwein stellt da leider keine Ausnahme dar. Auch er darf auf seinen Etiketten keine Angaben zur Bekömmlichkeit oder andere gesundheitsbezogene Angaben haben.

Geklärt ist die Frage, ob Wein gesund ist, aber immer noch nicht. Es gibt zahlreiche Menschen, die ein stattliches Alter von 100 Jahren und mehr erreicht haben und jeden Tag ein Gläschen Alkohol tranken. Andere haben es lange nicht so weit gebracht, obwohl Sie vielleicht ihr ganzes Leben auf jegliche Arten von Alkohol verzichtet haben. Somit kann der Verzicht auf Alkohol – und damit auch auf Wein – also nicht das Geheimrezept für ein langes Leben sein. Somit stehen dem Wein – lässt man mal den kleinen, bescheidenen Anteil an Alkohol beiseite – immer noch alle Türen offen, um als gesund zu gelten.

Doch die Frage der Fragen bleibt unbeantwortet. Ist Wein gesund und wenn ja, wie viel Wein ist gesund? Ein Glas am Tag? Vielleicht auch nur eines pro Woche? Ich habe auf keine dieser Fragen eine Antwort. Wie auch, schließlich haben sich schon sehr viele Menschen eingehend damit befasst, Studien um Studien durchgeführt und sind zu keinem einschlägigen Ergebnis gekommen.

Ich bin kein Wissenschaftler. Zähle für mich persönlich nur Eins und Eins zusammen und ich denke, das sollten Sie auch tun. In der heutigen Zeit ist nahezu alles irgendwie schädlich – sofern wir den Medien glauben. Ein bisschen gesunder Menschenverstand ist wichtig, denn hören wir auf das, was Radio, Fernsehen, Internet und Co uns erzählen, dann dürften wir gleich gar nichts mehr zu uns nehmen und das ist ganz sicher auch nicht gesund.

Fakt ist, da wird mir wohl keiner so schnell widersprechen: Wein tut uns irgendwie gut. Er ist ein einzigartiges Getränk, das uns immer wieder aufs Neue mit seiner ganz besonderen Art fasziniert. Mal ist er schwer und eindringlich, ein andermal ein leichtes, kaum zu begreifendes Erlebnis in unserem Mund. Filigrane Kombinationen unglaublicher Aromen, eindrucksvolle Buketts – das ist der Moselwein, wie wir ihn kennen und lieben. Er ist eine perfekte Ergänzung zu jedem Essen. Der Moselwein ist ein Getränk, das wir trinken können, wenn wir etwas zu feiern haben. Zusammen mit Freunden oder abends, ganz gemütlich auf der Couch. Wahr ist auch, dass er einige sehr gesunde Bestandteile hat und auch in mancher Hinsicht positiv auf unseren Körper wirkt. Aber Vorsicht vor dem Alkohol, denn wir wissen nur zu gut, Alkohol in Mengen – egal ob er nun im Wein oder woanders drin ist – bekommt uns nicht gut. Und zu viel, egal von was, ist eigentlich auch nie wirklich gesund. Da macht der Alkohol erstrecht keine Ausnahme.

Mein Fazit: Ein Gläschen Wein in Ehren sollte niemand verwehren. Und ganz bestimmt hat der Saft aus den Trauben eine ganz besondere Wirkung. Ob diese Wirkung aber sogar von heilsam Natur ist, das bleibt mal dahingestellt.

Testen Sie doch einfach einmal aus, welcher Moselwein Ihnen am besten tut. Bei uns in der Moselvinothek können Sie auch einfach Wein online bestellen. Ein Blick in unseren großen Wein Onlineshop lohnt sich. Hier gibt es köstlichen aktuellen Moselwein für jeden Geschmack und auch einige ganz besondere Raritäten.

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Winzerbrände

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Über den Wein als solchen haben wir ja bereits schon viel gehört. Deswegen möchte ich den heutigen Blogbeitrag einmal den Spezialitäten widmen, die es drum herum noch so gibt und die die Vielfalt an Genüssen perfekt und machen.

Einen wichtigen Beitrag dazu liefern die verschiedenen Winzerbrände, im Einzelnen Weinbrand, Tresterbrand, Hefebrand und der Traubenbrand. Diese hochprozentigen Ausläufer des Weines sollten in einer gut sortierten Hausbar auf keinen Fall fehlen.

Der Brandwein, das Destillat des Weines, hat seine Wurzeln im 12. Jahrhundert. Was in erster Linie als Heilmittel gedacht war, wurde aber schon nach kurzer Zeit – dank der wohltuenden Wirkung – zum beliebten Genussmittel und ist es bis heute auch geblieben. Damit ein Weinbrand zu einem Weinbrand wird, muss er sechs Monate im Eichenholzfass reifen. Während dieser Zeit bilden sich der milde Geschmack, die goldbraune Farbe und das einzigartige Bukett. Es gibt auch ganz besondere Weinbrände, die 12 Monate oder sogar Jahre reifen. Ist der Weinbrand fertig, so genießt man ihn am besten aus einem Weinbrandschwenker, natürlich pur und auf Zimmertemperatur. Alternativ ist der Weinbrand aber auch eine gute Basis für einen Longdrink oder einen Cocktail.

Neben dem Weinbrand gibt es den Tresterbrand oder auch Grappa. Um diesen zu erhalten, werden die Beerenschalen, Traubenkerne und Rappen, die nach der Traubenpresse zurückgeblieben und bereits vergoren sind, destilliert. Daraus resultiert ein sehr kräftiger Brand mit einem Alkoholgehalt von mindestens 37,5 Vol.-% Alkohol. In der Regel ist der Trester sehr hell, kann aber, wird er in einem Eichenfass gelagert, auch strohgelb oder gar bernsteinbraun werden. Der Trester hat eine eher entspannende Wirkung und eignet sich daher sehr gut als Digestif.

Spricht man von einem Hefebrand, so ist ein Winzerbrand gemeint, der durch das Destillieren der Weinhefe entsteht. Der Hefebrand mit mindestens 38 Vol.-% Alkohol hat einen sehr weichen Charakter.

Der Letzte in der Reihe der Winzerbrände ist der Traubenbrand. Er entsteht durch alkoholische Gärung und Destillation ganzer Trauben. Es kann auch die Traubenmaische verwendet werden. Wie beim Hefebrand ist der mindest Alkoholgehalt 38 Vol.-%Alkohol. Das Besondere am Traubenbrand ist das Aroma und der Geschmack der vollen Traube.

Daneben gibt es natürlich noch viele andere Wein- bzw. Traubenprodukte, auf die ich ein ander Mal eingehen möchte.

Bis dahin wünscht Ihnen das Team im Weinkulturellen Zentrum frohe und besinnliche Weihnachten!