Die Zeit des Federweißen

Die Weinlese hat in diesem Jahr schon früher begonnen als sonst üblich. Die Trauben sind reif für die Ernte und Weinliebhaber freuen sich schon auf den Federweißen.

Federweißer – Der erste Wein im Jahr

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Zum Wohl! (C)Gaby Stein, pixelio.de

Ein fruchtig-süßer Vorgeschmack auf den Herbst, ein frischer Begleiter jedes Weinfestes ist der junge, gerade gelesene Wein. Haben Sie schon einmal mit dem Ohr am Glas sein Rauschen vernommen? Das hat ihm die Namen „Rauscher“, „Sturm“ und „Brauser“ eingebracht.
Eigentlich ist der Federweiße noch kein „richtiger“ Wein, sondern befindet sich auf dem Weg vom Most zum Wein. Seine zum Teil noch trübe Färbung stammt von den fedrigen weißen, schwebenden Hefeteilchen, die er reichlich enthält. Diese geben ihm nicht nur den Namen „Federweißer“, sondern halten auch den Gärprozess in Bewegung. Mit ihrer Hilfe wird der Zucker in Alkohol und Kohlensäure verwandelt.

Das süße Prickeln

Solaris und Ortega sind die frühen Sorten, die auch in diesem Jahr die Weinlese eröffnen und als Federweißer als erste getrunken werden.
Solaris ist eine weiße Rebsorte, die seit 1975 angebaut wird. Sie zeichnet sich durch einen hohen Süßegrad aus, gedeiht selbst an ungünstigen Standorten und reift früh. Zudem ist sie resistent gegen Pilzbefall.
Die würzige Sorte Ortega gibt es seit 1948. Sie ist eine Neuzüchtung aus Rivaner (Müller-Thurgau) und Siegerrebe.
Der Geschmack des süffigen Getränks hängt aber auch vom Stand der Gärung ab. Je weiter diese fortgeschritten ist, umso mehr nimmt der Süßgeschmack ab. Bei etwa fünf Prozent Alkoholgehalt ist das Gleichgewicht zwischen Süße und Alkoholgehalt am besten ausgewogen. Wird er erst später getrunken, ist der Geschmack zunehmend sauer, der Alkoholgehalt beträgt dann bis zu elf Prozent.

Bitte senkrecht halten – Vom Umgang mit demFederweißen

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Reif für die Lese (C)Angelina Ströbel, pixelio.de

Mittlerweile ist der Federweiße nicht mehr nur das Getränk der spätsommerlichen Weinfeste, sondern wird auch in Flaschen abgefüllt in den Handel gebracht. Die luftdurchlässigen Verschlüsse lassen die Kohlensäure entweichen, die beim Gärprozess entsteht. Wichtig ist, dass die Flaschen aufrecht stehen transportiert werden.
Wärme treibt den Gärprozess voran, Kälte hält ihn auf. Wenn Ihnen also der erste Schluck noch recht süß schmeckt, lassen Sie die Flasche für ein paar Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Ist der Geschmack dann genau richtig, sollten Sie den Federweißen sehr kühl stellen oder recht zügig trinken. Lassen Sie sich dazu einen herzhaften Imbiss schmecken.

Was schmeckt zum Federweißen?

Der Klassiker zum Federweißen ist Zwiebelkuchen. Sehr beliebt ist auch der Flammkuchen nach Elsässer Art. Auch für Quiche Lorraine ist er ein passender Begleiter. Soll es schnell gehen, reichen Sie Laugenbrezeln mit verschiedenen würzigen Dips dazu.

Zum Selbermachen: Quiche Lorraine

Von der Quiche Lorraine gibt es verschiedene Varianten. Hier ein besonders leckeres Rezept:

Für den Mürbeteig: 200 Gramm Mehl, 100 Gramm gekühlte Butter, ½ Teelöffel Salz, 5 Esslöffel Wasser, 1 Ei: Gut verkneten, in Alufolie einschlagen und etwa 30 Minuten kühl legen.

3 Eier, ¼ Liter Sahne, 400 Gramm Spinat (Tiefkühlgemüse leicht andünsten), mit Salz, Pfeffer, evtl. Muskat würzen

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Begleiter für den Federweißen (C)Petra Bork_pixelio.de

Den Mürbeteig in einer gefetteten Springform ausrollen, einen Rand hochziehen.
250 Gramm in Würfel geschnittenes Lachsfilet auf dem Teig verteilen.
Darüber die Ei-Sahne-Masse gießen.

Backzeit etwa 30 Minuten bei 200 – 220 Grad ca. 30 Minuten.

Wer es deftiger mag, nimmt für den Belag traditionell 200 Gramm Speck, für die Eimasse 125 Gramm geriebenen Käse, zum Beispiel Emmentaler, abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer.

Diese Variante schmeckt auch Vegetariern: 250 Gramm gewürfelten Schafskäse und für den Belag drei in Würfel geschnittene Tomaten. Würzen mit Salz, Pfeffer, Basilikum.

Guten Appetit!
Auf der Seite unserer Moselvinothek finden Sie außerdem ein Rezept für leckeren Flammkuchen nach Elsässer Art. Schauen Sie doch mal wieder hier vorbei oder besuchen Sie uns direkt vor Ort – wir freuen uns auf Sie!

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Genuss ohne Reue – Sommerwein

Summer Wine… In dem Song beschreiben Nancy Sinatra und Lee Hazlewood sehr eindrucksvoll, wie der Sommerwein wirken kann: Was vielversprechend beginnt, endet mit einer herben Enttäuschung. Doch soweit muss es nicht kommen; wer einige einfache Regeln beachtet, kann auch im Sommer Wein und Geselligkeit unbeschwert genießen.
Doch was genau ist eigentlich Sommerwein?

Sommerwein – Was der Winzer sagt

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Sommerwein – (C)Klaus Steves, pixelio.de

Weine des Vorjahres, die im Frühjahr bis Sommer trinkfertig sind, werden – aus Werbegründen – als Sommerweine bezeichnet. Sie stammen aus den nördlichen Breiten und sind unter diesem Begriff nur in Mitteleuropa bekannt. In der Mittelmeer-Region kennt man diese Bezeichnung nicht. „Sommerwein“ ist kein geschützter Begriff und findet sich deshalb auch auf keinem Weinetikett.
Diese Weine sind nur begrenzt haltbar, enthalten wenig Mineral- und Gerbstoffe.
Sie sind trocken oder enthalten Restsüße, dadurch ist ihr Charakter fruchtig, spritzig, belebend. Ganz wichtig: Sie enthalten weniger Alkohol als trockene Weine. Das liegt daran, dass der natürliche Traubenzucker nicht komplett vergoren ist. Statt der üblichen 12 -13 Prozent enthalten Sommerweine etwa 7,5 Prozent Alkohol. Das macht sie bekömmlicher, denn gerade wenn es warm ist, reagiert der Körper empfindlicher auf Alkohol.
Es sind die jüngsten Qualitätsweine der Güteklasse Kabinett. Gewonnen werden sie aus verschiedenen Traubensorten: Riesling, Müller-Thurgau, Weißem Burgunder oder Scheurebe. Als Roséweine gehören Dornfelder, Portugieser und Blanc de noir dazu. Sie werden am besten gut gekühlt serviert.

Wein und Wasser – Ein kühles Paar

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Weinschorle – (C)Rainer Sturm, pixelio.de

Allgemein gilt: Wasser für den Durst, Wein für den Genuss. Am besten trinken Sie je Glas Wein auch ein Glas Wasser. So vermeiden Sie, schon nach kurzer Zeit „beschwipst“ zu werden.
Der Wein sollte recht kühl gehalten werden. Das heißt für Riesling, sechs bis sieben Grad sind ideal, Rosé freut sich über zehn Grad. Und der Trollinger, der Rote unter den Sommerweinen, hat mit zehn bis zwölf Grad die beste Trinktemperatur. Da der Wein sich rasch erwärmt, bleiben Sie beim Einschenken ruhig ein wenig unter der empfohlenen Temperatur und schenken nicht zuviel auf einmal ein. Dazwischen den Wein wieder kühl stellen.
Wenn Sie den Wein im Verhältnis 1:1 mit Sprudelwasser mischen, haben Sie Weinschorle oder „Gespritzten“. Auch das ist eine beliebte Variante, Wein im Sommer zu genießen.

Kleiner Tipp: Servieren Sie als Aperitif einen nicht zu schweren Secco.11 Prozent Alkoholgehalt sind zum „Einstieg“ ausreichend.

Und was gibt es zum Sommerwein? Salate, Gegrilltes, leckere Antipasti und Käse eignen sich als leichte Mahlzeiten.

Welche Sommerweine sind Ihre Favoriten? Erzählen Sie es uns auf Facebook!

Der goldene Oktober lockt Winzer in die Weinberge

Weinberge - Vinothek

Weinberge (C) rzoeller, pixelio.de

Ein hoffentlich goldener Oktober hat begonnen. Die Tage werden kürzer, die Blätter bunter und so langsam sieht man im Weinanbaugebiet Mosel die ersten Winzer, die die ersten Früchte des Jahres nach Hause bringen.

Weinlese: Von der Rebe in den Keller

Während Riesling Trauben und viele andere noch etwas Zeit benötigen, bis sie den perfekten Reifegrad erlangt haben, heißt es für die roten Regent Trauben, Müller-Thurgau und andere frühreife Sorten bereits ab in den Weinkeller. Und das bereits später als gewohnt: Der September war nass und kalt, was die Reifezeit etwas verzögert hat.

Doch nun ist die Sonne zurück und schafft optimale Bedingungen für die Lese der frühreifen Sorten und die Reifung derer, die noch ein Weilchen an der Rebe die Sonne genießen können. Der Riesling gehört zu den letzen Trauben, die ihren Weg in den Keller finden. Vor ihm verlassen unter anderem Dornfelder und Spätburgunder den Weinberg. Insgesamt werden in den nächsten Wochen im Weinanbaugebiet Mosel, das heißt an Mosel, Saar und Ruwer, etwa 8600 Hektar Trauben gelesen. Mehr als 60 Prozent davon beherrscht die Riesling Rebe – kein Wunder, als Königin der weißen Reben.

Spiel auf Zeit

Wichtig ist es für die Winzer nun, auf den richtigen Reifegrad zu warten. Hier wird Geduld gefordert, denn wer zu früh beginnt, erhält Trauben mit viel Säure. Doch das Warten auf den richtigen Reifegrad ist ein Spiel auf Zeit. Wer zu spät erntet, bekommt Probleme mit der Fäulnis. Und wer noch später startet, dem kann Väterchen Frost einen Strich durch die Rechnung machen.

Es ist die Zeit, in der sich entscheidet, wie gewinnbringend ein ganzes Jahr voll harter Arbeit im Weinberg am Ende wirklich sein wird. Laut mehrere Winzer sieht es zurzeit aber ganz gut in den Weinbergen des Weinanbaugebiet Mosel. Wir können uns also schon mal für das kommende Jahr auf viele köstliche Weine aus der aktuellen Lese freuen, von denen wir sicher auch einige besonders hervorragende Exemplare in unserem Sortiment begrüßen dürfen. Bis dahin können Sie sich in unserer Moselvinothek schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf nehmen, was das Weinanbaugebiet Mosel alles zu bieten hat.

Winzer aus dem Vinothekskeller

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Auch heute werfen wir noch einmal einen Blick in unseren Weinkeller und schauen, welche Weingüter sich dort noch so finden lassen. Fast 40 Winzer aus dem Weinbaugebiet Mosel haben wir Ihnen bereits vorgestellt, aber das sind noch lange nicht alle. Schließlich bieten wir Ihnen eine Auswahl aus über 150 der köstlichsten Weine von Mosel, Saar und Ruwer. Da werden schon ein paar mehr Weinerzeuger benötigt.

Eines der zahlreichen Weingüter, die es in unser Sortiment geschafft haben, ist das Weingut Rosenhof. Sauvignon Blanc, Chardonnay, Riesling, Müller Thurgau, Weißer Burgunder, Bacchus, Cabernet Sauvignon, Mons Meillis, Blauer Spätburgunder … die Liste an erstklassigen Weinen, die das Weingut Rosenhof bietet, ist lang und fast eben so lang ist auch die Liste an Auszeichnungen, die diese Traubenerzeugnisse dem Weingut bereits beschert haben.

Auch das Weingut Philips-Eckstein können Sie ein kleines bisschen näher kennenlernen, wenn Sie unsere Vinothek im Herzen der Mittelmosel besuchen. Das Weingut aus dem kleinen Graach überzeugt mit ganz großen Weinen. Es hat all sein Wirken dem Riesling gewidmet und das mit großem Erfolg.

Und da gibt es natürlich auch noch das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt, das einige wirklich einzigartige Steillagen im Weinbaugebiet Mosel bewirtschaftet. Das Motto des Weingut Reichgraf von Kesselstatt: Die Weinberge sind das Kapital des Weingutes. Und mit mehr als 30 Hektar an Mosel, Saar und Ruwer, kann das Weingut mit einem wirklich stattlichen Kapital aufwarten. Aber natürlich ist da nicht nur die Menge der Weinanbaufläche, die das Weingut zu dem macht, was es heute ist. Es sind die renommierten Weine, die durch die Hingabe der Winzer entstehen.

Das letzte Weingut, das ich Ihnen heute vorstellen möchte, ist das Weingut Rebenhof. Die Rieslingmanufaktur aus Ürzig hat sich, wie der Name schon sagt, dem Riesling, der Königin unter den Trauben, verschrieben. Die Rieslinge des Weingut Rebenhof tragen die besonderen Aromen vom mineralischen Schieferboden der Ürziger Moselschleife in sich und versprühen ein ganz besonderes Gefühl von Lebensfreude.

Das war es auch schon aus der Vinothek im Weinkulturellen Zentrum. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und hoffe, Sie auch einmal in unserem Keller, bei einer guten Weinprobe, begrüßen zu dürfen. Sie möchten Ihren Wein online kaufen? Auch das ist kein Problem. Werfen Sie doch einfach mal einen Blick in unseren Onlineshop.

Kleine Weinkunde: Die Rebsorten an der Mosel – der Rivaner

Nachdem wir uns erst kürzlich mit dem Riesling als dem König der Weine befasst haben, möchten wir nun auch mal die anderen Weinsorten der Mosel in den Vordergrund heben. Denn die Rieslingrebe ist natürlich nicht die einzige Rebe an der Mosel, deren zauberhaften Saft wir immer wieder gerne genießen.

Die, neben dem Riesling, wichtigsten Rebsorten an der Mosel sind der Müller-Thurgau, auch bekannt als Rivaner, der Elbling, der Blaue Spätburgunder, auch Pinot noir genannt, und quasi das Gegenstück Pinot blanc, der Weiße Burgunder. Außerdem finden wir im Weinanbaugebiet Mosel auch immer wieder Dornfelder, Kerner und einige weitere Rebsorten, die aber, denken wir an Weingenuss an der Mosel, weniger von Bedeutung sind. Zu diesen, eher selten vertretenen Weinen gehören Bacchus, Ortega, Reichensteiner, Optima und Findling und ein paar rote Rebsorten, darunter Frühburgunder, Regent, Cabernet Sauvignon und Merlot. Aber genug davon. Denn wir möchten an dieser Stelle unser Augenmerk auf die bedeutenderen Vertreter unter den Weinreben richten.

Beginnen wir also heute mit dem Müller-Thurgau bzw. dem Rivaner. Entstanden ist die Rivaner-Rebe aus einer Kreuzung von Riesling und Madeleine Royale. Sie ist, nach dem Riesling, die wichtigste Rebsorte an der Mosel. Im Bereich Mosel, Saar und Ruwer hat sich der Rivaner soweit ausgebreitet, dass er mittlerweile auf 14 % der Fläche des Weinanbaugebietes vertreten ist. Die Rebe des Rivaners erkennen Sie an seinen mittelgroßen, fünf- bis siebenlappigen Blättern, die mitunter tief gebuchtet und stark gewellt sind. Die Triebspitzen sind hellgrün und etwas flaumig und verfügen über einen rötlichen Stich. Die Fruchttrauben der Rebe sind verhältnismäßig groß und konisch, oft geschultert und meist eher dichtbeerig. Die einzelnen Beeren mit dem saftigen Fleisch sind mittelgroß und oval und haben eine gelblich grüne Färbung. Im Gegensatz zum Moselriesling ist bei den Weinen aus der Rivaner-Beere die Fruchtsäure nicht ganz so stark ausgeprägt und der ganze Wein ist im Geschmack eher mild. Der Rivaner wird häufig halbtrocken oder auch trocken ausgebaut. Das Aroma zeugt von einer fruchtigen Frische und einer krautigen Note mit einem typischen Muskatton im Bukett. Nicht selten ist das Bukett auch etwas blumig.

Wer einen Rivaner zuhause hat, der sollte mit dem Genuss nicht länger als zwei, höchstens drei Jahre warten, sonst verliert sich das sehr feine Muskataroma. Am köstlichsten ist der Rivaner aber, wenn er ganz frisch genossen wird. Sie haben gerade keinen Rivaner zur Hand, sind aber neugierig auf seinen Geschmack? Kein Problem, denn in unserem online Weinshop gibt es den Rivaner für zuhause. Einfach mal probieren und dann immer noch entscheiden, ob der Rivaner in Ihr Weinregal gehört, können Sie bei einer Weinprobe in unserer Vinothek.