Wein hält gesund? – Genuss als Medizin

Sollte Wein künftig zur Ausstattung unserer Hausapotheke gehören? Ist Resveratrol der Wunderwirkstoff zum Schutz unserer Zellen?
Es gibt Studien, die diese Annahme stützen. Speziell dem Rotwein werden aufgrund seines Gehalts an Resveratrol stärkende und vorbeugende Eigenschaften zugeschrieben. Regelmäßig veröffentlichte Untersuchungen dazu halten auch der kritischen Betrachtung vieler Skeptiker stand. Tatsächlich ist die Erkenntnis, dass Wein der Gesundheit dient, nicht neu.

Schon in der Bibel heißt es: „Nimm etwas Wein mit Rücksicht auf deinen Magen und auf deine häufigen Erkrankungen!“ So geschrieben im Brief des Apostels Paulus als Empfehlung an die Vorsteher der Gemeinde. (Vgl. 1. Tim 5,23)
Paulus empfiehlt ausdrücklich „etwas“ Wein. Hier fühlen wir uns an die Aussage des Arztes Paracelsus (1493-1541) erinnert: „Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei“

Doch wie viel ist „etwas“ Wein und was bewirkt er?

Empfehlungen für „sie“ und „ihn“

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© Brigitte Schregle, pixelio.de

Die Aussagen über die täglich empfehlenswerte Menge Wein* schwanken etwas. Während Männer täglich 0,3 Liter Wein trinken „dürfen“, wird Frauen 0.2 Liter Wein oder Sekt „erlaubt“.
Die unterschiedlichen Empfehlungen entspringen nicht etwa einer ungerechten Behandlung, sondern geschlechtsspezifischen körperlichen Gegebenheiten: Männer verfügen über mehr Körperflüssigkeit, so dass der aufgenommene Alkohol stärker verdünnt wird. Im Körper von Frauen befindet sich weniger Körperflüssigkeit, dafür mehr Unterhautfettgewebe. Das jedoch kann Alkohol nicht speichern. Folglich ist der Alkohol im Körper von Frauen stärker konzentriert. Nach dem Genuss von einem Glas Wein hat die Frau einen höheren Blutalkoholwert als der Mann.
Halten sich beide Geschlechter an die empfohlenen moderaten Trinkmengen, dürfen sie sich auf die gesundheitsfördernden Auswirkungen freuen. Doch hat Rotwein deshalb schon „medizinischen“ Wert?

Resveratrol im Rotwein – Wundermittel?

Speziell dem Rotwein werden gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Grund dafür ist die Art seiner Erzeugung: Während für den Weißwein nur der vergorene Traubensaft verwendet wird, kommen beim Rotwein auch die Schalen zum Einsatz.
In den Schalen der roten Trauben befindet sich der Wirkstoff Resveratrol. Je länger die Beeren in der Maische verbleiben, umso mehr Resveratrol enthält der entstandene Wein, etwa 1,7 und 4,7 Milligramm pro Liter.

Viele Studien sprechen dafür, dass Resveratrol als Anitoxidans wirkt, es schützt die Zellen vor schädlichen Einflüssen, Entzündungen und sogar Krebs. Alterungsprozesse sollen sich verzögern und die Fettverbrennung angekurbelt werden. Außerdem käme es zu einer Verbesserung der Muskelfunktionen und einer Senkung des Blutdrucks. Der Wirkstoff ist in über 70 Pflanzenarten enthalten, am meisten in

• Pflaumen
• Himbeeren
• Pflaumen
• Erdnüssen
• Kakao
• Saft von weißen Trauben, frisch ( bis zu 200 Mikrogramm je Liter),
• Saft von roten Trauben, frisch (bis zu 1.100 Mikrogramm je Liter).
• Rotwein enthält besonders viel Resveratrol (bis zu 12 Milligramm je Liter).

Keine Studie ohne Gegenstudie: Inzwischen erschienen auch einige Studien, die der gesundheitsfördernden Wirkung von Resveratrol widersprechen. Was heißt das für den Rotweingenießer?

Also doch: Genuss in Maßen

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© angieconscious, pixelio.de

In der Bibel wird der Wein an 175 Stellen erwähnt. Gleichermaßen wird der moderate Genuss von Wein empfohlen und vor dem übermäßigen Trinken gewarnt.
Wein hebt die Stimmung, Resveratrol macht’s möglich: „Gebt Wein denen, die im Herzen verbittert sind.“ (Sprüche 31,4)

Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Merlot gelten als Rebsorten mit besonders hohem Gehalt an Resveratrol.

Wenn Sie Ihren Rotwein noch durch einige Erdnüssen oder Weintrauben ergänzen, nehmen Sie zusätzliches   Resveratrol zu sich. Und damit tun Sie Ihrem Körper vielleicht wirklich etwas Gutes.

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*Alkohol ist nicht geeignet für Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende, sowie bei einem Abstinenzgebot aus medizinischen Gründen.

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Rotwein – Genuss und Medizin zugleich?

Dem Rotwein werden immer wieder Heilkräfte nachgesagt. Doch worauf beruhen diese Aussagen? Sind es Erfahrungswerte oder Studienergebnisse? Oder ist es nur ein „Mythos“? Was sagt die moderne Forschung dazu? Rotwein ist ein „besonderer Saft“, doch ist er wirklich nicht nur Genuss, sondern auch noch Medizin?

Rotwein gegen Stress – Wahrheit oder Mythos?

In roten Trauben, Himbeeren und Kakaobohnen ist Resveratrol enthalten. Diesem Stoff wird nachgesagt, dass er den Zellschutz aktiviert.
Resveratrol konnte im Laborversuch die Entwicklung von Krebszellen stoppen. Auch an Tieren wurde die Substanz mit positiven Ergebnissen getestet. Ist die Hoffnung berechtigt, dass sich hier ein wohlschmeckendes Mittel gegen Alzheimer, Herzprobleme und Verkalkung zeigt?
Dann würden Rotwein und Kakao nicht nur dem Genuss dienen, sondern auch als Medizin? Leider gibt es dazu keine eindeutigen Aussagen

Studien: Pro und Contra

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(C)LouPe, pixelio.de

Die beste Möglichkeit, eine Annahme zu überprüfen, ist eine Studie. Davon gibt es zum Thema Resveratrol gleich mehrere. Leider liefern diese keine übereinstimmenden Ergebnisse:

In Italien, einem klassischen „Rotweinland“, wurden 800 Personen von über 60 Jahren untersucht. Gemessen wurde der Gehalt von Resveratrol in ihrem Blut. Wer nun erwartete, dass die Personen mit einem höheren Gehalt der Substanz bessere Werte aufwiesen, wurde enttäuscht. Die Senioren mit einem hohen Anteil an Resveratrol waren weder gesünder noch lebten sie länger als die anderen Studienteilnehmer.

In den USA führten die Biochemiker Paul Schimmel und Mathew Sajish eine Laborstudie durch. Sie untersuchten die Wirkung von Resveratrol auf die Zellen. Dabei nahmen sie die Enzyme, die unsere Gene übertragen und die DNA reparieren, unter die Lupe. Das Ergebnis: Schon eine kleine Menge des Wirkstoffs wirkt auf die Enzyme und setzt den Reparaturprozess in Gang. Der Grund könnte sein, dass Resveratrol auch in den roten Trauben für den Schutz der Zellen zuständig ist. Der Mechanismus des Zellschutzes bei Pflanzen und Menschen ist wahrscheinlich dank der Evolution sehr ähnlich.
Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass mäßige Mengen Rotwein tatsächlich dem Zellschutz dienen können.

Frankreich – Langes Leben durch Rotwein?

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(C)Kurt F. Domnik., pixelio.de

Die Franzosen leiden seltener an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems als ihre europäischen Nachbarn. Die Herzinfarkthäufigkeit ist in Frankreich dreimal geringer als in den USA. Woran liegt das? Der Pariser Wissenschaftler Paul Sachet verglich Lebensweise und Ernährung der verschiedenen Bevölkerungen und fand nur einen signifikanten Unterschied: Die Franzosen trinken fünfmal mehr Wein als die Deutschen.
Im Vergleich zu den Amerikanern trinken sie sogar das Zehnfache an Wein.
Gut für das Herz

Das Deutsche Herzzentrum Berlin und die Weinakademie bildete eine Expertenrunde und stellte fest: Täglicher Genuss von ein oder zwei Gläsern Wein zum Essen kann zu einer Reduzierung des Herzinfarktrisikos bis zu 50 Prozent führen.
Doch Maßhalten ist wichtig: Frauen sollten ihren täglichen Weingenuss auf 0,3 Liter, Männer auf 0,4 Liter Wein beschränken.

Menschen die abstinent leben, sind von der wohltuenden Wirkung der roten Trauben nicht ausgeschlossen:
Sie greifen zu rotem Traubensaft oder zu Weinpulver. Beides sind wirkungsvolle alkoholfreie Alternativen.

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